Good bye Acht-Stunden-Tag

Park Grillen
Foto: CC0 / Pixabay

Acht, zehn oder mehr Stunden im Büro an fünf Tagen in der Woche? Das ist heute für viele Menschen kein erstrebenswertes Lebensmodell mehr. Wir stellen acht Unternehmen vor, die es anders machen.

Die Generation-Y muss oft effizienter und optimierter arbeiten, dafür legt sie offenbar aber auch mehr Wert auf Work-Life-Balance und ein nicht nur durch Arbeit erfülltes Leben. Für Unternehmen ist diese neue Haltung eine Herausforderung. Immer mehr entdecken aber auch die Chancen, die darin liegen, und den Vorteil von neuen Arbeitszeitmodellen. Wir stellen acht Firmen vor, die umgestiegen sind:

1. MediaEvent Services

Land: Deutschland. Arbeitszeit: Vier Tage die Woche, acht Stunden am Tag. Seit 2011. www.mediaevent.services

Das Unternehmen für digitale Medienanwendung bietet seinen Arbeitnehmern Flexibilität und kürzere Arbeitszeiten. Seit 2011 kommen die Mitarbeiter nur noch an vier Tagen in der Woche. Ihre 32 Stunden können sie darauf verteilen. CTO Christian Becker sagt in ZEIT Campus: „Für uns als kleines Unternehmen mit acht festen und zwei freien Mitarbeitern ist das eine gute Möglichkeit. So sind wir viel flexibler und haben nicht die vollen Kosten für alle Stellen.“ Das Gehalt der Mitarbeiter wurde durch die verkürzten Arbeitszeiten um (nur) fünf Prozent gekürzt.

2. Tandemploy

Land: Deutschland. Arbeitszeit: Vier Tage die Woche. Seit 2013. www.tandemploy.com

„Wir wollten unseren ganz pragmatischen und konkreten Beitrag dazu leisten, dass unsere Arbeitswelt ein flexiblerer und lebensfreundlicherer Ort wird, dass Arbeit wieder ins Leben der Menschen passt – und nicht andersherum“, heißt es auf der Website von Tandemploy. Diese Idee setzt das 2013 gegründete Jobsharing-Unternehmen auch in seinem Berliner Büro um. An vier Tagen in der Woche wird hier nach Aufgaben anstatt nach Stunden gearbeitet und die Arbeitseinteilung der Mitarbeiter ist offen und flexibel.

3. Filimundus

Land: Schweden. Arbeitszeit: Fünf Tage die Woche, sechs Stunden am Tag. Seit 2014. www.filimundus.com

Die schwedischen App-Entwickler Filimundus aus Stockholm strichen die Zeit, die während eines typischen Arbeitstages unproduktiv blieb, einfach aus ihrer Arbeitszeitplanung. So blieben sechs Stunden, die am Stück und an einem Tag produktiv genutzt werden. CEO Linus Feldt sagt in einem Gespräch mit FastCompany, sich acht Stunden am Stück auf eine Sache zu fokussieren, sei eine Riesen-Herausforderung und somit sei der Acht-Stunden-Tag wohl gar nicht so effektiv wie gedacht.

4. Brath

Land: Schweden. Arbeitszeit: Fünf Tage die Woche, sechs Stunden am Tag. Seit 2012. www.brath.com

Die Suchmaschinen-Optimierer des Start-Ups Brath streben ein fokussiertes und effizientes Arbeiten. So sind Beruf- und Privatleben der Mitarbeiter stark voneinander getrennt. Ausschließlich nach dem frühen Feierabend unterhalten sie sich über Privates. Was erst mal strikt klingt, scheint gut zu funktionieren. Laut ZEIT Campus war Brath in ihrem Bereich 2015 eines der schnellst wachsenden Unternehmen Schwedens. Für die Zukunft stellt sich Brath weitere, flexiblere Arbeitsmodelle vor.

5. Tower

Land: USA. Arbeitszeit: Fünf Tage die Woche, fünf Stunden am Tag. Seit 2015. www.towerpaddleboards.com

Die aktuell wohl innovativste Arbeitszeitreform ist dem US Amerikanischen Gründer und CEO Stephan Aarstol zuzuschreiben, der in seiner Standup-Paddle Firma Tower 2015 den 5-Stunden Tag eingeführt und zugleich den Stundenlohn seiner Mitarbeiter um fast das Doppelte erhöht hat. Die einzige Bedingung: die Mitarbeiter sollten die gleiche Arbeit verrichten die sie auch zuvor geschafft hatten. Das klappt. 2015 steht Tower auf der Liste Amerikas am schnellsten wachsender Unternehmen und das Team verlässt nach eigenen Angaben jeden Tag um 13:30 Uhr gut gelaunt den Arbeitsplatz.

Good Jobs - Jobs mit Sinn

6. The Atticism

Land: Australien. Arbeitszeit: Drei Tage die Woche, 6,5 Stunden am Tag. Seit 2016. www.theatticism.com

Nur noch Dienstag, Mittwoch und Donnerstag arbeiten, 20 Stunden insgesamt. Es gehe nicht darum, weniger zu arbeiten, sondern besser zu arbeiten, sagt Renae Smith, die Gründerin der australischen PR-Firma The Atticism mit Sitz in Sydney. Aus diesem Grund checken ihre Mitarbeiter montags und freitags nicht einmal ihre E-Mails. Im September 2016 verkürzte Smtih die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter und erhöhte deren Stundenlohn. Heute, im Jahr 2017 ist sie Finalistin zweier Auszeichnungen in Ihrem Bereich und ihre Mitarbeiter sind glücklicher. „Wir arbeiten fokussierter in weniger Zeit. Das ist der Schlüssel“, erzählen sie in einem Gespräch mit Openwork.

7. Frische Fische

Land: Deutschland. Arbeitszeit:: Vier Tage die Woche, 10 Stunden am Tag. Seit 2015. www.frische-fische.com

Bei der Kommunikationsagentur Frische Fische dreht sich alles um Flexibilität. 2015 kam die Idee zur Vier-Tage-Woche auf und seither arbeitet jeder, wie und wann er gerne mag. Gründer und Geschäftsführer Jan Eppers sagt im Interview mit ZEIT Online: „Bei uns bedeutet die Vier-Tage-Woche für Vollzeitmitarbeiter vier Tage à zehn Stunden Arbeit, also weiterhin 100 Prozent Lohn. Wobei jeder Mitarbeiter die Wahl hat, vier oder fünf Tage zu arbeiten und auch von einem Modell ins andere wechseln kann.“ Das Prinzip scheint zu funktionieren. Jan Eppers sieht bessere Resultate seiner Mitarbeiter, mehr Eigenverantwortung, und dabei keine Gesundheitsprobleme. Allerdings habe seine Agentur auch vorher schon Wert auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz gelegt: So solle etwa jeder aufstehen, wenn er die Möglichkeit hat, und im Besprechungsraum gebe es eine Liege.

8. BikeCitizens

Land: Österreich. Arbeitszeit: Vier Tage, neun Stunden am Tag. Seit 2014. www.bikecitizens.net

Für die Fahrradnavigations-App BikeCitizens arbeiten 20 Mitarbeiter in Österreich, Deutschland und Großbritannien zurzeit neun Stunden pro Tag, an vier Tagen in der Woche. Der Umstieg von fünf auf vier Tage im Jahr 2014 habe am Anfang viele Zweifel mit sich gebracht; aber die Auswirkungen seien positiv geblieben, so Gründer Andreas Stückl laut GründerSzene. „Es gibt weniger Krankheit und mehr gute Laune“, erklärt Stückl, der smarter anstatt länger arbeiten möchte. Unwichtige Dinge wie überflüssige Meetings habe er deshalb gekürzt; und zusammen mit einer besseren Organisation habe das die Vier-Tage-Woche am Ende möglich gemacht.

GASTBEITRAG aus enorm
Text: Stella Dikmans

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enorm ist das Magazin für den gesellschaftlichen Wandel. Es will Mut machen und unter dem Claim „Zukunft fängt bei Dir an“ zeigen, mit welchen kleinen Veränderungen jeder Einzelne einen Beitrag leisten kann. Dazu stellt enorm inspirierende Macher und ihre Ideen sowie Unternehmen und Projekte vor, die das Leben und Arbeiten zukunftsfähiger und nachhaltiger gestalten. Konstruktiv, intelligent und lösungsorientiert.

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(12) Kommentare

  1. Das sind ganz tolle Ansätze und ich hätte mir sowas in den Zeiten meiner Festanstellung in der IT sehr gewünscht.
    Ich finde die Modelle, wo tatsächlich an weniger Tagen gearbeitet wird, als weniger Stunden / pro Tag deutlich besser.
    Vor allem wenn man pendeln muß, ist der Unterschied ob 6 oder 8 Stunden gearbeitet wird, nicht so groß.
    Und es sollte tatsächlich weniger gearbeitet werden, die Umschichtung 9 Stunden an vier Tagen finde ich nicht sehr effektiv.
    Die wahre Herausforderung besteht darin, in der Projektarbeit dann tatsächlich in der freien zeit Abstand zu halten.
    Da muß der Arbeitgeber auch sehr dahinter stehen.
    Sonst heißt es schnell 6 Stunden gezahlt, 8 gearbeitet. So wie es bei mir damals tendenziell hies: 8 Stunden gezahlt, 10 gearbeitet.
    Sehr vorsichtig bin ich bei Konzepten, wo der Arbeitgeber seinen Leuten überläßt, die Arbeitszeit und Urlaub selbst zu bestimmen. Einzige Vorraussetzung: Die Projekte müssen in der vereinbarten Zeit laufen…haha…

  2. Um zu entscheiden, ob es funktioniert, müßte man alle Seiten hören und hinter die Kulissen blicken.
    Und ich sagte ja auch, daß die ich die Ansätze gut finde.

  3. Auch die österreichische Firma Makava geht einen neuen und nachhaltigen Weg und hat laut Homepage eine 30 Stundenwoche. Außerdem erstellt sie eine Gemeinwohl-Bilanz und investiert in die erste ethische Bank Österreichs, der Bank für Gemeinwohl.
    http://makava.at/idee.php

  4. Ich arbeite im IT-Sektor. Wir haben eine 41 Stunden Woche. Jedoch haben wir eine vollständig gleitende Arbeitszeit. Letztlich ist es egal, wer wann arbeitet. Auch Unter- und Überstunden sind nahezu unbegrenzt möglich, müssen aber einmal jährlich zu einem Stichtag innerhalb von -10- bis +41 Stunden ausgeglichen werden.

    Natürlich muss man sich untereinander absprechen. Unser Chef legt berechtigterweise Wert darauf, dass aus jedem Bereich immer jemand da ist und notwendige Arbeiten effektiv ausgeführt werden können. Aber diese Absprachen erfolgen weitestgehend zwischen den Kollegen. Ebenso wird mit dem Urlaub verfahren. Unser Chef muss praktisch nie korrigierend eingreifen.

    Auch Home Offices sind problemlos möglich. Die meisten Kollegen (inklusive mir) möchten aber kein Home Office. Diejenigen, die es nedoch möchten, bekommen es.

    Einzig mit Teilzeit haben wir schlechte Erfahrungen gemacht. Die Produktivität der Teilzeitkräfte ist deutlich geringer. Das liegt zum Teil aber auch daran, dass diese dazu neigen, die Freiheiten bei der Arbeitszeitgestaltung auszunutzen, was bei den Kollegen sehr schlecht ankommt. Allerdings hat man hier rechtlich leider wenig Eingriffsmöglichkeiten. Chefs müssen politisch Teilzeitkräfte fördern, die Kollegen würden sie eher gerne abgeschafft sehen.

    Ob so etwas funktioniert, hängt natürlich immer von den Kollegen ab. Bei uns klappt es. Das führt zu mehr Zufriedenheit. Und es führt dazu, dass es keine Probleme gibt, wenn mal Aktionen am Wochenende oder Überstunden angesagt sind. Dafür finden sich jedesmal ausreichend Freiwillige.

    Mir ist klar, dass dies nicht in jeder Branche und immer möglich ist. Wo es aber realistischerweise möglich ist, führt eigenverantwortliches Handeln der Arbeitnehmer meist auch zu mehr Produktivität und Zufriedenheit. Nach meiner Erfahrung ist dazu aber eine gute Zusammenarbeit im Team notwendig. Und es muss eben auch die Möglichkeit geben, Leute, die diese Freiheiten ausnutzen, vor die Tür zu setzen. Und das ist in Deutschland leider ein Problem.

  5. Man man….Dir haben sie ja schon ordentlich das Hirn gewaschen und Du siehst vor lauter goldenen Stäben den Käfig nicht…
    Bin ich froh, daß ich selbständig bin und mit solchen Kollegen nichts mehr zu tun habe.

  6. Viele Menschen haben vorgeschriebene Arbeitszeiten. Bei uns ist das nicht so. Wir haben weitgehende Freiheiten bei der Ausgestaltung unserer Arbeitszeiten. Das ist ohne jeden Zweifel ein großer Vorteil. Was daran ein goldener Käfig sein soll, verstehst vielleicht wirklich nur du.

  7. Ich finde 41 Stunden Erwerbsarbeit sehr viel, wenn man vielleicht auch noch pendeln muß. Natürlich arbeite ich auch sehr viel als Selbständige, entscheide aber selbst wann und wir arbeiten zu Hause, haben also keine Pendelzeiten.
    Das ist aber nicht das Thema, was mich geärgert und zu der Aussage mit der Gehirnwäsche veranlasst hat.
    Geärgert haben mich Deine pauschalen Seitenhiebe auf Teilzeitarbeitskräfte und deren Arbeitsmoral, sowie auf unser zum Glück sehr gutes Arbeitsrecht mit Kündigungsschutz.
    Das kann mich noch 10 Jahre nach der Festanstellung auf die Palme bringen, obwohl ich nie gekündigt war, sondern auch zuletzt auf eigenes Risiko gekündigt hatte.
    Kündigungsgrund und Grund für Selbständig machen, war vor allem, daß ich damals gerne Teilzeit gearbeitet hätte, der Wunsch wurde aber bei jedem Mitarbeitergespräch abgeschmettert, weil ich Alleinverantwortung für ein größeres Projekt hatte.
    Als ich dann die Kündigung presäntiert habe, meinte mein Chef, ich hätte doch jederzeit Teilzeit arbeiten können, ich hätte es nur sagen müssen, haha…
    In der Selbständigkeit ist das Bedürfnis auf Teilzeit nicht mehr da, weil ich meine Projekte – zumindest teilweise – selbst aussuchen und gestalten kann und nicht mehr das Gefühl habe, keine Souveränität über mein Leben zu haben.

    Diese Selbständigkeit in der Ausgestaltung der Arbeitszeit kannte ich damals auch: Solange die Projekte funktionieren, konnte ich jederzeit Feierabend machen oder Überstunden abfeiern.
    Nur waren die Vorgaben so, daß kein Projekt jemals in der kalkulierten Zeit abgewickelt werden konnte…also blanke Theorie.

  8. Ich habe die Situation bei uns beschrieben. Sie ist genau so, wie ich sie beschrieb. Das mag wo anders vielleicht ja ganz anders sein. Bei uns ist sie so, wie ich sie beschrieb. Soll ich es beschönigen, damit es Anhängern der Teilzeit gefällt? Nein!

    Und der Kündigungsschutz ist ja was Nettes, für den, der ihn hat. Aber leider wird eben nie die Schattenseite betrachtet. Du bist doch selbstständig. Ich finde das gut! Und ich habe hohen Respekt, für jeden, der diesen Schritt wagt. Hast du Angestellte? Oder hättest du gerne welche? Falls ja, wirst du mir ja vielleicht zustimmen, wenn ich sage, dass ein sehr strikter Kündigungsschutz dich sehr, sehr intensiv überlegen lassen wird, ob du jemanden anstellst. Du wirst ihn ja im Zweifel nicht wieder los, wenn sich herausstellt, dass er doch nicht – oder nicht mehr – deinen Anforderungen entspricht.

    Und das sehe ich auch bei uns. Nicht direkt bei uns im Team, abgesehen von der Teilzeitkraft. Hier würde es aber schon reichen, eine Vollzeitkraft zu haben. Oder eben eine produktivere Teilzeitkraft. Nein, aber in anderen Bereichen. Da sind Stellen von Leuten besetzt, von denen jeder weiß (und das auch in privaten Gesprächen offen zugibt), dass sie nur ihre Zeit absitzen und Geld kassieren. Engagierten Kräften muss man dann leider eine motivationsunterstützende Gehaltserhöhung verweigern, weil das Geld ja gebunden ist von dem Müßiggänger. Man muss also unproduktive (oder weniger produktive) Leute mitziehen und kann produktive(re) nicht oder nur unzureichend belohnen.

    Darum bin ich (selbst Arbeitnehmer) hochallergisch auf Gewerkschaften. Sie fordern eine leistungsgerechte Entlohnung (tolle Idee), meinen damit aber immer nur die Belohnung besonders produktiver Mitarbeiter, niemals aber die Abstrafung unproduktiver Kollegen. Und das ist schlicht und ergreifend Blödsinn.

    Wenn Teilzeit klappt, dann ist das toll. Dann kann das sicher auch gefördert werden. Aber wo es nicht klappt, muss es eben auch möglich sein, nein zu sagen oder die Arbeitszeit eben nach einer gewissen Zeit wieder auf 100 % heraufzusetzen. Bei uns wäre da die Entscheidung eindeutig. Das kann aber wo anders eben auch anders aussehen.

  9. Wir haben keine Angestellten, weil wir dann nicht so flexibel wären in der Zeiteinteilung.
    Außerdem mag ich das ganze System so nicht mehr.
    Möchte weder einen ChefIn haben, noch Chefin sein müssen.

    Ich arbeite mit einem riesigen Netzwerk aus Selbständigen zusammen, die unterschiedliche Schwerpunkte haben…z.B. Grafiker, die Vorlagen für Webseiten liefern, die wir technisch umsetzen. Das klappt sehr gut.

    Ich habe gute Beratung von Verdi bekommen. Deshalb zahle ich bis heute einen kleinen Beitrag. Sie würden mich sogar in der Selbständigkeit in Rechtsstreitigkeiten unterstützen, wenn wir nicht eine GbR wären. Da geht das nicht.

    „fordern eine leistungsgerechte Entlohnung (tolle Idee), meinen damit aber immer nur die Belohnung besonders produktiver Mitarbeiter, niemals aber die Abstrafung unproduktiver Kollegen“
    Bestrafung ist ja auch wirklich nicht die Aufgabe einer Gewerkschaft.
    Da soll sich der Chef ein Bonussystem einfallen lassen.
    Allerdings sind die fortschrittlichen Manager von sowas wie „Bestrafung“ längst abgekommen, weil das unterm Strich dem Betriebsklima und der Effektivität mehr schadet als nutzt.

    Daß Teilzeit nicht klappt, kenne ich nicht aus eigener Erfahrung, sondern aus Beobachtung gerade anders rum.
    Teilzeitkräfte laufen immer Gefahr, daß sie zu hören bekommen, „kannst Du noch schnell…“ und zwar Teilzweit gezahlt werden, aber mehr als Teilzeit arbeiten.
    Da muß man sich schon sehr gut abgrenzen können.
    Möglich, daß Du genau das dann als weniger leistungsbereit wahr nimmst.

    Mit der pauschalen Ablehnung von Teilzeitarbeit sperrst Du eine große Gruppe von Menschen aus. Alle, die Kinder zu erziehen haben, und nicht Vollzeit arbeiten können (und wollen).
    Die müssen dann auch tatsächlich Schluss machen, wenn das Kind im Kindergarten wartet.
    Was ein gnadenloser Druck da entsteht, habe ich im Kollegenkreis oft beobachtet. Das waren nicht nur Frauen (bei uns waren wenig Frauen), sondern auch Männer, die nach der Scheidung (Scheidungsgrund: Mit der Arbeit verheiratet ;-)) sich plötzlich mehr in die Kindererziehung einbringen wollten, als der durchschnittliche verheiratete Vater.

    Das Problem sind also die Kollegen, die Abends kein Ende finden und der Meinung sind, solange noch Arbeit da ist, kann man ja nicht nach Hause gehen.
    Es gibt Firmen, die da absolut rigoros sind und die Leute heim schicken um punkt soundsoviel Uhr. Und danach den Email-Server runter fahren.
    Weil es sonst immer ein paar Wichtigtuer gibt, die kein Ende finden.

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