Bilder, die weh tun: Einwegmasken werden zum Umweltproblem

Foto: © rspca

Was passiert, wenn Mundschutzmasken ihren Zweck erfüllt haben? Wenn sie nicht richtig entsorgt werden, können sie im Meer landen oder Tiere gefährden – wie aktuelle Bilder und Videos zeigen.

Eine „Mund-Nasen-Bedeckung“ tragen ist aus Sicht von Virologen und des Robert-Koch-Instituts sinnvoll: Man schützt damit in erster Linie Mitmenschen vor den eigenen Tröpfchen. Je mehr Menschen eine Maske tragen, desto effektiver ist der Schutz für alle.

Allerdings gibt es einen Nachteil: Plötzlich tragen weltweit Milliarden von Menschen Mundschutz aus unterschiedlichen Materialien – die im schlimmsten Fall in der Umwelt landen. Dort können sie Tieren zum Verhängnis werden.

Beispiel einer Möwe zeigt, wie gefährlich Maskenmüll ist

Wie gefährlich achtlos weggeworfene Masken sein können, zeigt ein Vorfall aus der britischen Stadt Essex. Hier mussten Tierschützer am Samstag eine Möwe aus einer weggeworfenen Mundschutzmaske befreien. Die Einwegmaske hatte sich so stark um ihre Beine gewickelt, dass der Vogel weder richtig laufen noch fliegen konnte.

Angestellte eines Autohauses informierten eine britische Tierschutzbehörde, die die Möwe in ein Tierkrankenhaus brachten, um die Maske zu entfernen. Laut dem Tierrettungshelfer Adam Jones musste der Vogel schon länger in der Maske gefangen gewesen sein. „Die Gummibänder hatten sich um die Beine der Möwe festgezogen und die Gelenke waren geschwollen und entzündet.“

moewe maske
Die Möwe konnte sich selbst nicht aus der Einwegmaske befreien. (Foto: RSPCA)

Der Vorfall ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie unser Müll Tieren zum Verhängnis wird. Dabei bedroht er nicht nur Tiere in unseren Städten – das beweist die Meeresschutzorganisation „Oceans Asia“. Sie hat zahlreiche Masken an einem Strand gefunden.

Einweg-Mundschutz in verschiedenen Formen und Farben

Der Organisation fiel schon Ende Februar auf, dass an einem Strand der Soko-Inseln in Hongkong erstaunlich viele Mundschutzmasken angespült wurden. „An diesem Tag haben wir 60 bis 70 [Masken] gezählt, nur an einem kleinen Gebiet am Strand. Das war ziemlich erschreckend für uns“, sagte Gary Stokes, Mitgründer von Oceans Asia, der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Woche später seien noch einmal 30 Exemplare dazu gekommen.

In einem Video ist zu sehen, dass es sich dabei hauptsächlich um medizinische Einweg-Masken in verschiedenen Formen und Farben handelte. Die Masken bestehen Reuters zufolge aus Polypropylen, also aus Kunststoff, der sich nicht zersetzt. Im Meer bleibt das Material über viele Jahrzehnte erhalten, zerfällt mit der Zeit in Mikroplastik und nimmt Umweltgifte auf. Meereslebewesen können die Partikel mit Nahrung verwechseln und sie schlucken.

Hier das Video auf Youtube:

„Es geht nicht nur darum, sich selbst zu schützen“

Reuters zufolge organisieren Umweltschutzgruppen in Hongkong Strandsäuberungsaktionen, um die Mundschutzmasken und anderen Plastikmüll loszuwerden. Auch an anderen Orten werden die Masken zum Problem, wie etwa hier zu sehen ist:

„Die Menschen denken, sie schützen sich [mit den Masken] selbst“ sagte Tracey Read von der NGO „Plastic Free Seas“. „Aber es geht nicht nur darum, sich selbst zu schützen. […] Die Maske nicht richtig zu entsorgen ist egoistisch.“

Aber wie entsorgt man Mundschutz richtig? Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft weist darauf hin, dass die Masken nicht in die gelbe Tonne gehören – sondern in den Restmüll. Der Verband spricht von „stetig wachsenden Mengen“ an Masken und Gummihandschuhen im Abfall.

Noch wichtiger als die richtige Entsorgung wäre für die Umwelt allerdings, wenn gar nicht erst so viel zusätzlicher Müll durch Mundschutz entsteht. So lässt er sich vermeiden:

  • Benutze keinen Einweg-Mundschutz. Er wird ohnehin im medizinischen Bereich dringend gebraucht.
  • Nähe Mundschutz stattdessen selbst – am besten aus alten Stoffresten. So verbrauchst du keine zusätzlichen Ressourcen.
  • Wenn du nicht selber nähen möchtest, kaufe Mundschutzmasken von nachhaltigen Labels. Sie nutzen Bio-Baumwolle, die im Anbau weniger Wasser braucht und ohne Pestizide auskommt.
  • Wirf die Masken nicht weg, sobald die Pandemie vorbei ist. Womöglich kannst du sie in Zukunft nochmal nutzen – oder sie anderweitig verwenden, etwa zum Verkleiden an Fasching und Halloween.
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