Verband warnt: An dieser Wohlstandskrankheit leidet fast jeder dritte Mensch

metabolisches Syndrom wohlstandskrankheit
Foto: Pixabay/ CC0/ jp26jp, pexels (bearbeitet)

Viele von uns sollen bereits unter dem sogenannten „metabolischen Syndrom“ leiden – ohne davon zu wissen. Mediziner warnen vor der neuen Wohlstandskrankheit: Wird sie nicht behandelt, kann sie zu Diabetes, Schlaganfällen und Herzinfarkten führen.

Das metabolische Syndrom ist mehr als nur eine Vorstufe von Diabetes warnt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). In den Industrienationen leidet fast jeder Dritte unter der neuen Wohlstandskrankheit. Doch was genau steckt hinter der Krankheit?

Metabolisches Syndrom: Ursache und Folgen

Das metabolische Syndrom ist eine Folge unseres modernen Lebensstils: Betroffen ist, wer unter einer Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Fett- und Blutzuckerwerten leidet, schreibt die ABDA. Weil diese Menschen deutlich anfälliger für Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen seien.

Doch die Auswirkungen können noch weitaus schlimmer sein: Die Kombination von gängigen Beschwerden kann frühzeitig zu Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Gefäßverschlüssen führen. Unbehandelt sei das Syndrom eine Zeitbombe, erklärte. Dr. Eric Martin beim pharmacon, einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer. Er ist Apotheker und lehrt Pharmazie an der Universität Würzburg.

Insulinresistenz: Übergewichtige besonders gefährdet

„Übergewicht ist nicht nur ein kosmetisches Problem“, so Dr. Martin. Fettpolster um Bauch und Taille bilden bald Entzündungsbotenstoffe, und können eine Insulinresistenz auslösen. Das heißt, das Hormon kann an Muskel-, Leberzellen und anderen Organen nicht mehr richtig wirken. Der Körper versucht, dies zu korrigieren, indem er mehr Insulin herstellt.

Bauch Gewicht Diät
Fettpolster um Bauch und Taille können das metabolische Syndrom auslösen. (Foto: CC0/Pixabay/PublicDomainPictures)

„Langfristig vertagt dieses Überangebot von Insulin nur die Diabetes-Entstehung, begünstigt aber gleichzeitig Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Arteriosklerose“, erklärt Dr. Martin. Diabetes-Folgeschäden würden erst später auftreten, unter anderem an der Niere, den Augen oder den Nerven. Je früher man handle, desto mehr gesundheitliche Schäden können vermieden werden.

Metabolisches Syndrom: So kannst du dich schützen

Die gute Nachricht: Du kannst dich relativ leicht vor der Krankheit schützen. Denn Übergewicht, Bluthochdruck, hoher Blutzucker und erhöhte Blutfettwerte sind nur die Folgen eines ungesunden Lebensstils. Um der Krankheit vorzubeugen, musst du lediglich mehr Sport treiben und dich gesünder ernähren.

Wichtig ist, dass du die Veränderungen dauerhaft in deinen Alltag integrierst. Versuche es zum Beispiel einmal mit Frühsport oder einigen sanften Yoga-Übungen am Abend. Wenn du am Abend oder am Wochenende vorkochst und auf Fertigprodukte und andere Zuckerfallen verzichtest, ernährst du dich schon viel gesünder. So reduzierst du in der Regel auch automatisch dein Gewicht.

Pille gegen die Beschwerden? Darum ist das keine gute Idee

Medikamente ohne Aluminium
Medikamente helfen nur gegen einzelne Symptome. (Foto: © ZIQUIU - fotolia.com)

Vielen Patienten sei so eine Umstellung zu lästig, so Dr. Martin. Denn viele verstünden die Zusammenhänge zwischen ihren Beschwerden und ihren Gewohnheiten nicht. Deshalb würden sie häufig zu Medikamenten greifen, die einzelne Symptome lindern. Dem Apotheker zufolge sei das auf Dauer jedoch keine Lösung. „Hier müssen Ärzte und Apotheker noch viel Aufklärungsarbeit leisten.“

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.