Bubble Tea selber machen: 5 gute Gründe dafür und ein Rezept

bubble tea selber machen
Foto: Colourbox.de / Tetiana Vitsenko

Kunterbunte Drinks mit wabbligen Kugeln: Bubble Tea liegt wieder voll im Trend. Warum du ihn besser einfach selber machen solltest, anstatt ihn zu kaufen, zeigen wir dir hier.

Das Tapioka-Mehl, aus dem die Bubbles bestehen, wird aus der Maniok-Wurzel hergestellt.
Das Tapioka-Mehl, aus dem die Bubbles bestehen, wird aus der Maniok-Wurzel hergestellt.
(Foto: CC0 / Pixabay / feraugustodesign)

Schon vor zehn Jahren war er in Deutschland das Trendgetränk schlechthin: Bubble Tea. Frei übersetzt heißt das Kugel- oder Perlentee. Die flüssige Erfrischung kommt aus Asien, genauer gesagt aus Taiwan. Dort gibt es den Bubble Tea schon seit mehr als 25 Jahren. Das besondere daran: Neben Tee, Milch und Sirup machen kleine Kügelchen den Bubble Tea zu dem, was er ist.

Die klassische Version der Bubbles besteht aus Tapioka-Perlen. Diese bestehen aus Ahornsirup, der mit Tapiokamehl vermischt und gekocht wird. Dabei färben sich die Bubbles schwarz, weil der Sirup karamellisiert.

Tapiokamehl besteht aus gemahlenen Maniok-Wurzeln, die oft auch als „Tropen-Kartoffeln“ bezeichnet werden. Das Tapiokamehl ist relativ neutral, der Geschmack entsteht durch Mischung mit dem Sirup. Die Konsistenz der Perlen gleicht der von Wackelpudding.

Mittlerweile gibt es weitere Optionen auf dem Markt: Einerseits sind da die „Popping Bobas“. Sie sind mit Fruchtsaft gefüllt und platzen, wenn du darauf beißt. Zudem gibt es „Jellies“, die aus Kokosnussfleisch und Fruchtsaft bestehen.

Wieso du Bubble Tea selber machen solltest

So lecker und trendy das Erfrischungsgetränk auch sein mag: Es gibt gute Gründe, auf kommerziellen Bubble Tea zu verzichten. Neben ganz offensichtlichen Punkten wie der Verpackung aus Plastik sind in Bubble Tea auch viele Inhaltsstoffe versteckt, die auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich sind.

Wenn du dennoch ab und an Lust auf den Drink hast, kannst du ihn aus wenigen Zutaten selber machen. So entscheidest du, was in den Tee hineinkommt und wie du ihn servierst.

1. Plastikbecher und Strohhalm: Die Verpackung des Bubble Tea

Bubble Tea wird in Plastikbechern verkauft, in denen Strohhalme stecken.
Bubble Tea wird in Plastikbechern verkauft, in denen Strohhalme stecken.
(Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Bubble-Tea-Shops bieten meist wenig Raum und sind nach dem To-Go-Prinzip angelegt. Das heißt, das Getränk wird in Plastikbecher abgefüllt und Kund:innen nehmen es mit. Doch damit nicht genug: Den Deckel des Bechers bildet eine dünne Plastikfolie, in die ein Kunststoffstrohhalm gesteckt wird.

Nicht gerade zeitgemäß, wenn man bedenkt, dass im Juli 2021 ein EU-weites Verbot von Einwegplastik in Kraft treten soll, das auch Plastikstrohhalme betrifft. Denn wenn du Plastik verwendest, schadest du sowohl der Umwelt als auch deiner Gesundheit. Denn im Plastik sind viele Chemikalien enthalten, die in deinen Körper gelangen können, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Zusatzstoffe sind nicht fest im Plastik eingebunden und lösen sich deshalb besonders leicht von Becher und Strohhalm.

Vor allem Verpackungsmüll stellt ein Problem dar, da er nach einmaliger Benutzung weggeschmissen wird. Er macht rund ein Drittel des Plastikmülls aus, den wir produzieren; nur wenig wird laut dem BUND recycelt.

Wenn du Bubble Tea selber machst, kannst du ihn in Gläser füllen und ohne Strohhalm oder mit plastikfreien Strohhalmen servieren.

2. Zuckergehalt so hoch wie bei Cola

Der Zuckergehalt in Bubble Tea ist sehr hoch.
Der Zuckergehalt in Bubble Tea ist sehr hoch.
(Foto: CC0 / Pixabay / jakob5200)

Tee und Milch – eigentlich scheinen die Hauptzutaten von Bubble Tea ganz gesund zu sein. Tatsächlich enthält Bubble Tea aber ungefähr genauso viel Zucker und Kalorien wie Cola: Ein 500-Milliliter-Becher des Trendgetränks enthält – je nach Sorte – zwischen 300 und 500 Kalorien; der Zuckergehalt liegt bei bis zu 60 Gramm.

Zum Vergleich: Die World-Health-Organisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen höchstens 50 Gramm Zucker am Tag. Mit einem Becher Bubble Tea ist dieser Bedarf bereits gedeckt, wenn nicht sogar überschritten. Bei Kindern und Jugendlichen ist die empfohlene Zufuhr an Zucker noch niedriger. 

Als Konsument:in unterschätzt man den Zuckergehalt des Bubble Tea schnell: Die Drinks sind mit Eiswürfeln angereichert, die den süßen Geschmack abschwächen. Machst du den Bubble Tea selbst, kannst du den Zuckergehalt besser kontrollieren.

3. Inhaltsstoffe des Bubble Tea

Von Farb- und Aromastoffen über Säuerungsmittel bis hin zu Konservierungsstoffen – im Bubble Tea finden sich laut Stiftung Warentest zahlreiche künstliche Inhaltsstoffe. Die Erhebung wurde bereits während der ersten Trend-Welle des Bubble Tea im Jahr 2012 veröffentlicht. Allerdings sind die Ergebnisse nach wie vor brauchbar, denn an den Inhaltsstoffen hat sich grundsätzlich nicht viel verändert.

Außerdem gibt es auch Shops, die zur Zubereitung des Bubble Teas Teepulver statt frischen Tee verwenden. So entsteht eine geschmackliche Vielfalt. Die Kehrseite der Medaille: Die Pulver enthalten mehr chemische Zusatzstoffe als natürliche Tees. Im selbergemachten Bubble Tea kannst du auf natürliche Inhaltsstoffe setzen.

4. Koffeingehalt im Bubble Tea

Schwarze und grüne Tees enthalten Teein – eine spezielle Bezeichnung für den Wachmacher Koffein. Da Grün- oder Schwarztee die Basis für viele Bubble Teas bildet, sind auch in den Erfrischungsgetränken große Mengen Koffein enthalten. Der aufputschende Effekt ist in der Regel ähnlich wie bei Cola, allerdings bei Verkauf des Bubble Teas meist nicht gekennzeichnet.

Problematisch daran: Besonders Kinder und Jugendliche trinken Bubble Tea. Und für die sind koffeinhaltige Getränke nicht geeignet, so die Vereine für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB).

5. Verschluckungsgefahr durch Bubbles

Die Tapioka-Perlen im Bubble Tea können für Kleinkinder gefährlich sein.
Die Tapioka-Perlen im Bubble Tea können für Kleinkinder gefährlich sein.
(Foto: Colourbox.de / #1307 )

So attraktiv der Tee durch die Bubbles auch wird: Sie können lebensgefährlich werden. Denn die Kügelchen mit einem Durchmesser von acht bis elf Millimetern sind sehr flutschig und lassen sich teils nicht gut zerbeißen.

Die Gefahr verstärken die Strohhalme: Sie sind extra so breit, dass die Kugeln hindurchpassen. Durch den Sog können die Kügelchen direkt in die Luftröhre und die Lunge geraten. Bei Kindern ist die Lage so bedenklich, dass sich der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands im Jahr 2012 für eine Warnung auf den Bechern mit Bubble Tea ausgesprochen hat. Auch Erwachsene können sich an den Bubbles verschlucken.

Wenn du Bubble Tea selber machst und ihn Kindern servieren möchtest, achte darauf, koffeinarmen Tee zu verwenden und ihn keinen Kleinkindern anzubieten.

Bubble Tea selber machen

Du kannst Bubble Tea einfach selber machen, statt ihn zu kaufen.
Du kannst Bubble Tea einfach selber machen, statt ihn zu kaufen.
(Foto: Colourbox.de / poring)

Obwohl die oben genannten Punkte Bubble Tea bedenklich machen: Verzichten musst du auf das Erfrischungsgetränk nicht. Mit unserem einfachen Rezept kannst du ihn selbst herstellen und so auf natürliche Inhaltsstoffe und einen niedrigen Zuckergehalt achten – dazu kannst du auf den Plastikbecher und Strohhalm verzichten.

Achte bei allen Zutaten darauf, Produkte mit Bio- und Fairtrade-Siegel zu verwenden – vor allem bei Tee, den du als Basis für das Getränk verwendest. Besonders empfehlen wir die Siegel von Naturland, Bioland und Demeter, da die zertifizierten Produkte sehr strenge Kriterien bezüglich Umweltschutz erfüllen müssen. Du kannst schwarzen oder grünen Tee verwenden, aber auch jede andere Sorte deiner Wahl schmeckt gut als Bubble Tea.

Um die Kugeln herzustellen, benötigst du Tapiokastärke. Diese findest du zum Beispiel bei Amazon**. Regionale Alternativen sind Maisstärke oder Kartoffelstärke.

Achtung: Für kleine Kinder ist auch selbstgemachter Bubble Tea ungeeignet, da sie sich an den Kugeln verschlucken können.

  • Zubereitung: ca. 60 Minuten
  • Menge: 1 Liter
Zutaten:
  • 60 g Tapioka-, Mais- oder Kartoffelstärke
  • 30 ml Ahornsirup
  • 700 ml Tee
  • 300 ml pflanzliche Milch
  •   Eiswürfel
  •   Honig, Agavendicksirup oder Ahornsirup zum Süßen
Zubereitung
  1. Zuerst stellst du die Tapiokaperlen her. Gib dafür die Stärke mit dem Ahornsirup in eine Schüssel.

  2. Verknete die Zutaten zu einer homogenen, karamellfarbenen Masse.

  3. Forme aus der Sirup-Stärke-Mischung haselnussgroße Kugeln.

  4. Koche Wasser in einem Topf auf.

  5. Gib die Kugeln ins Wasser und lass sie dort für 20 Minuten kochen. Rühre dabei immer wieder um.

  6. Haben die Bubbles eine geleeartige Konsistenz, kannst du sie in ein Sieb abgießen. Spüle die Kugeln anschließend gründlich mit kaltem Wasser ab.

    Tipp: Verwendest du deine Bubbles nicht gleich weiter, solltest du sie in Sirup lagern, damit sie nicht verkleben.

  7. Koche den Tee. Er darf ruhig etwas stärker sein, da die Eiswürfel ihn verdünnen.

  8. Verteile den Tee, die Bubbles, Eis und Milch auf Gläser. Zum Süßen kannst du nach Geschmack Honig, Agavendicksaft oder Ahornsirup hinzufügen.

Bubble Tea mal fruchtig

Frischer Saft schmeckt im Bubble Tea gut und macht ihn fruchtig-frisch.
Frischer Saft schmeckt im Bubble Tea gut und macht ihn fruchtig-frisch.
(Foto: CC0 / Pixabay / jmexclusives)

Um den Bubble Tea zu sevieren, kannst du hohe Löffel oder Strohhalme aus Glas oder Metall in die Gläser stecken.

Wenn du deinem Getränk eine fruchtige Note verleihen möchtest, kannst du die Menge an Tee reduzieren und stattdessen einen frischen Saft deiner Wahl zum Bubble Tea hinzugeben.

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