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Demeter: das Zeichen des Öko-Anbauverbands

Demeter Siegel
Siegel © Demeter

Demeter steht für Öko-Landbau mit strengeren Kriterien als die EU-Standards. Es ist ein anspruchsvolles Label, das auch Nachhaltigkeitsaspekte wie Kreislaufwirtschaft oder faire Handelspartnerschaften berücksichtigt.

Der Name leitet sich von der gleichnamigen griechischen Göttin ab, die als Göttin der Fruchtbarkeit und des Ackerbaus gilt. In Deutschland wirtschaften rund 1.400 Landwirte mit über 66.000 Hektar Fläche biologisch-dynamisch. Weltweit sind es mehr als 6.000 in 50 Ländern. Das Label wird vergeben, wenn ein Produkt mindestens 95 Prozent bio und 90 Prozent Demeter ist.

  • Vergeben in: Deutschland
  • Vergeben von: Demeter e.V.
  • Kategorie: Essen und Trinken, Kosmetik und Sanitär
  • Produkte: Fleischprodukte, Käse, Milch, Eier, Salat, Obst, Gemüse, Getreideprodukte, Gewürze, Creme, Reinigungsmilch, Gesichtswasser, Bodylotion, Gesichtsmaske, Augenpflege, Duftöle
  • Gelabelte Produkte: 3.500

Demeter: die Kriterien

Die so genannte biologisch-dynamische Wirtschaftsweise des Bio-Anbauverbands Demeter gilt als eine der nachhaltigsten Formen der Landwirtschaft. Jeder Hof soll zu einem Organismus ausgestaltet sein, der aus sich selbst heraus lebensfähig ist. Demeter beruft sich damit auf Impulse aus der anthroposophischen Lehre von Rudolf Steiner. Demeter-Bauern sind laut Richtlinien verpflichtet, bestimmte Präparate aus Heilkräutern, Mineralien und Kuhdung regelmäßig zu verwenden.

Die Richtlinien des Labels gehen etwa bei diesen Punkten über die Mindestkriterien für das EU-Bio-Siegel hinaus:

  • Gesamtbetriebsumstellung auf bio
  • Striktere Vorgaben zu Pflanzenschutzmittel
  • Weniger Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Die Tierhaltung ist auf Demeter-Bauernhöfen obligatorisch, um hochwertigen Kompost für den Ackerbau zu erzeugen. Auch hier gelten strengere Richtlinien als die EU vorgibt wie z.B.:

  • Weniger Geflügel und Schweine pro Hektar Fläche
  • Enthornung verboten
  • Entfernung zur Schlachtstätte nicht mehr als 200 Kilometer

Demeter: die Kontrollen

Die Betriebe werden mindestens einmal jährlich durch staatlich anerkannte, unabhängige Kontrollstellen geprüft. Zusätzlich müssen die Betriebe jährlich an Entwicklungsgesprächen und an verschiedenen Arbeitskreisen teilnehmen.

Verlaufen die Kontrollen positiv, wird das Demeter-Zertifikat durch den Demeter e. V. vergeben. Verstößt ein Zeichennehmer gegen die Richtlinien, so werden Sanktionen gegen ihn verhängt, die bis zum Entzug des Labels reichen können.

Kritik an Demeter

Die Regel ist (auch bei Bio), dass nur die Kühe, die gerade ein paar Wochen pro Jahr nicht gemolken werden, auf der Weide sind. Etwa ein Drittel aller ökologisch gehaltenen Milchkühe lebt in Anbindehaltung. Auch bei Demeter ist die Anbindehaltung von Milchkühen erlaubt – und Weideauslauf nicht Vorschrift. Die Demeter-Richtlinie besteht bei genauem Hinsehen oft aus weichen Soll-Vorschriften und Grundsätzen, von denen Abweichungen erlaubt werden.

Alternativen zum Demeter-Siegel

Alternativen zu diesem Siegel sind Anbauverbände mit ähnlichen Kriterien wie Bioland und Naturland. Demeter gilt jedoch als das Siegel mit den strengsten Kriterien. Das EU-Bio-Siegel findest du zusätzlich auf allen Bio-Produkten.

Verfügbarkeit: Bedingt

Produkte mit diesem Zeichen bekommst du in Hofläden, in Naturkostgeschäften, auf Märkten, in Bioläden und Biosupermärkten und zum Teil auch in gut sortierten Supermärkten.

Utopia-Fazit

Demeter zählt zu einem der strengsten Anbauverbände und kann als eines der besten Bio-Labels mit hohen Standards bezeichnet werden. In punkto tierische Produkte ist jedoch auch hier zu beachten, dass artgerechte Haltung weiterhin einen gewissen Definitionsspielraum hat. Wer die Wahl zwischen dem bloßen EU-Bio-Siegel oder zusätzlich Demeter hat, sollte sich für letzteres entscheiden.

Wichtige Beiträge zu dem Thema auf Utopia.de:

Externe Info-Seite:

Mehr Labels im Utopia Siegel-Guide.

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(2) Kommentare

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich habe gestern im TV die Sendung Marktcheck verfolgt. Es ging in einem Beitrag um Palmfett und Palmöl. Sie wissen sicher, dass diese Fette gesundheitsschädlich sind und die Natur schaden nimmt. Ich bin enttäuscht, dass Demeter dieses verwendet, obwohl Sie stark auf BIO usw. angeblich achten. Ich habe den Dinkel-Zwieback im Hause, werde ihn nicht mehr kaufen, und bei allem was ich in Zukunft von Ihnen kaufe, werde ich genau darauf schauen was drinnen ist. Mein Wunsch und meine Bitte wären, nehmen Sie andere Fette , selbst wenn sie etwas teurer sein sollten.
    Mit freundlichem Gruß Maria Bauer

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