Bioland: Das Bio-Siegel

Bioland Siegel
Siegel © Bioland

Bioland ist mit fast 6000 Erzeuger-Betrieben und rund 1000 Partnern aus Herstellung und Handel der größte ökologische Anbauverband in Deutschland. Dieser setzt sich für die Förderung und Weiterentwicklung des organisch-biologischen Landbaus ein.

Ziel dabei ist, den Boden zu pflegen und langfristig dessen Fruchtbarkeit zu erhalten. Das Siegel wird seit 1981 durch den gleichnamigen Verband vergeben.

  • Vergeben in: Deutschland
  • Vergeben von: Bioland Verband für organisch-biologischen Landbau e. V.
  • Kategorie: Essen und Trinken
  • Produkte: Fleischprodukte, Gemüse, Käse, Milch, Eier, Salat, Obst, Getreideprodukte, Gewürze, Bier, Wein, Getränke, Honig, Pflanzen
  • Gelabelte Produkte: Etwa 3.500

Die Kriterien

Die Wirtschaftsweise der Bioland-Betriebe basiert auf einer Kreislaufwirtschaft, bei der etwa Tierdung aus eigener Tierhaltung dem Boden wieder Nährstoffe zuführen soll. Die ökologischen Standards des Labels gehen über die gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien für das EU-Bio-Siegel hinaus wie z.B. bei:

  • Gesamtbetriebsumstellung auf bio
  • Keine chemisch-synthetischen Pestizide und Dünger
  • Weniger Geflügel und Schweine pro Hektar
  • Tiertransporte maximal vier Stunden und 200 Kilometer
  • 100 Prozent Biofutter, mind. 50 Prozent vom eigenen Hof
  • Weniger Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Im Gegensatz zu den beiden anderen großen Anbauverbänden, Naturland und Demeter, legt Bioland Wert auf Regionalität: Nur Erzeugerbetriebe in Deutschland und Südtirol werden mit dem Siegel ausgezeichnet.

Wie Naturland hat Bioland auch Richtlinien für gezüchteten Fisch aus Aquakulturen. Diese sind etwa bei Besatzdichte und Medikamenteneinsatz strenger als die EU-Mindestvorgaben.

Die Kontrollen

Die Betriebe der Vertragspartner werden mindestens einmal jährlich von staatlich anerkannten, unabhängigen Kontrollstellen auf Einhaltung der Bioland-Kriterien geprüft. Viermal im Jahr finden Futtermittelkontrollen statt. Zusätzlich werden 10 – 20 Prozent der Betriebe jährlich stichprobenartig überprüft.

Kritik an Bioland

Anfang 2016 geriet die Marke wegen des Einsatzes von Antibiotika in der Bio-Schweinehaltung in die Kritik. Das Label hatte bei der Behandlung kranker Tiere möglicherweise Fluorchinolone zugelassen, obwohl diese eigentlich verboten sind. „2014 wurden 35 Ausnahmegenehmigungen zur Einzeltierbehandlung für alle Tierarten auf den Einsatz eines nicht zugelassenen Medikaments erteilt“, zitierte die taz Bioland-Sprecher Gerald Wehde.

Außerdem schreibt Bioland für Schweine, Rinder, Hühner, Enten, Gänse und Truthähne nicht mehr Platz vor als die EU-Bio-Richtlinie vorgibt. Inwiefern diese Haltung „artgerecht“ ist, lässt sich diskutieren.

Alternativen zum Bioland-Siegel

Alternativen zum Bioland-Siegel bieten die Zeichen der Anbauverbände Demeter und Naturland, die ähnlich strenge Kriterien haben. Das EU-Bio-Siegel findest du zusätzlich auf allen Bio-Produkten.

Verfügbarkeit: Bedingt

Produkte mit dem Bioland-Siegel kannst du in Hofläden, Bioläden und Biosupermärkten, Naturkostgeschäften, auf Märkten und zum Teil auch in gut sortierten Supermärkten kaufen.

Utopia-Fazit

Das Label basiert auf hohen ökologischen Standards und hat ein umfangreiches Qualitätssicherungssystem, das über die reinen Richtlinien hinausgeht. Bei artgerechter Tierhaltung liegt Bioland weit vorne, man sollte sich jedoch auch hier nicht der Illusion von freilebenden Hühnern und Kühen auf weiten Wiesen hingeben. Wer die Wahl zwischen dem bloßen EU-Bio-Siegel oder zusätzlich Bioland hat, sollte sich für letzteres entscheiden.

Wichtige Beiträge zu dem Thema auf Utopia.de:

Externe Info-Seite:

Mehr Labels im Utopia Siegel-Guide.Merken

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