Das Naturland-Siegel für Bio-Produkte

Logo: © Naturland e.V.

Naturland gehört neben Demeter und Bioland zu den wichtigsten Zertifizierern für Bio-Produkte. Die Richtlinien für die Erzeuger sind strenger als die EU-Bio-Richtlinien; Produkte mit Naturland-Siegel sind in vielen Läden erhältlich.

Das Naturland-Label wurde 1982 von Wissenschaftlern, Landwirten und Verbrauchern mit dem Ziel gegründet, den ökologischen Landbau weltweit zu fördern. Inzwischen ist Naturland einer der größten Öko-Verbände weltweit.

Mit mehr als 65.000 zertifizierten Erzeugern in 58 Ländern ist Naturland einer der größten Bio-Anbauverbände weltweit. Alleine in Deutschland sind rund 3.700 Erzeuger von Naturland zertifiziert.

  • Vergeben in: weltweit
  • Vergeben von: Naturland – Verband für ökologischen Landbau e. V.
  • Kategorie: Essen und Trinken, Kosmetik, Textilien, Holz
  • Produkte: u.a. Fleischprodukte, Käse, Milch, Eier, Fisch, Gemüse, Obst, Getreideprodukte, Tees, Honig, Gewürze
  • Gelabelte Produkte: mehrere Tausend

Die Kriterien

Das Label setzt bei Anbau und Verarbeitung von Nahrungsmitteln auf hohe ökologische Standards und berücksichtigt soziale Aspekte, wie den Ausschluss von Kinderarbeit oder die Wahrung der Menschenrechte.

Naturland geht mit seinen strengen Kriterien über die Mindeststandards des EU-Bio-Siegels hinaus, beispielsweise hiermit:

  • Gesamtbetriebsumstellung auf Bio vorgeschrieben
  • Beschränkung der Düngemenge
  • Weniger Geflügel und Schweine pro Hektar Fläche
  • Weidegang für Milchvieh
  • ständiger Auslauf für Legehennen
  • Tiertransporte maximal acht Stunden
  • Mindestens 50 Prozent des Futters vom eigenen Betrieb
  • Verarbeitung: nur 22 Zusatzstoffe zugelassen (EU-Bio: 53)

Hier findest du einen Vergleich der Naturland-Richtlinien mit denen der EU-Bio-Verordnung (PDF).

Naturland Fair Siegel
Die Zusatzzertifzierung gibt 7 weitere soziale Richtlinien vor (© Naturland)

Eine freiwillige Zusatz-Zertifizierung ist „Naturland Fair“ mit sieben zusätzlichen sozialen Hauptanforderungen:

  • Sozialrichtlinien
  • Verlässliche Handelsbeziehungen
  • Faire Erzeugerpreise
  • Regionaler Rohstoffbezug
  • Gemeinschaftliche Qualitätssicherung
  • Gesellschaftliches Engagement
  • Unternehmensstrategie und Transparenz

Naturland hat auch eigene Richtlinien für Waldnutzung sowie für gezüchteten Bio-Fisch aus Aquakulturen. Für Wildfisch gibt es mit „Naturland Wildfisch“ eine eigene Zertifizierung für nachhaltige Fischerei.

Der Verband zertifiziert neben klassischen landwirtschaftlichen Produkten auch im globalen Süden erzeugte Waren wie Kaffee.

Mehr Info: naturland.de

Die Kontrollen

Die Anerkennungskommission von Naturland entscheidet auf Grundlage von unabhängigen Kontrollberichten über die Zertifizierung. Diese Berichte werden von staatlich anerkannten Kontrollstellen verfasst.

In der Naturland-Erzeugungs-Richtlinie (PDF) heißt es: „Die Einhaltung der Richtlinien wird mindestens einmal jährlich bei angemeldeten und/oder unangemeldeten Betriebsbesuchen und Kontrollen durch Beauftragte von Naturland e.V. überwacht.“

Kritik an Naturland

In die Kritik geriet das Label 2013 durch veröffentlichte Aufnahmen von Animal Rights Watch (damals noch die Tierfreunde e.V.) und PETA. Sie zeigten prekäre Zustände in der Geflügelhaltung bei Eierproduzenten der Firma Wiesengold, obwohl das Unternehmen durch Naturland regelmäßig kontrolliert worden war. Die Firma wurde in der Folge Ende 2013 aufgelöst.

Hin und wieder wird kritisiert, dass Naturland nimmt auch sehr große Betriebe aufnimmt.

Alternativen zu Naturland

Die Anbauverbände Demeter und Bioland haben im Großen und Ganzen ähnlich strenge Richtlinien für ihre Siegel (Demeter geht etwas drüber hinaus) und sind daher gute Alternativen zum Naturland-Siegel. Das EU-Bio-Siegel findest du zusätzlich auf allen Bio-Produkten.

Verfügbarkeit: hoch

Produkte mit dem Naturland-Siegel kannst du auf Biohöfen, in Naturkostläden und Bioläden, in Biosupermärkten und in Supermärkten wie beispielsweise Rewe oder Edeka kaufen.

Utopia-Fazit

Naturland zählt neben Demeter und Bioland zu den drei größten ökologischen Anbauverbänden, die strengere Richtlinien als die EU haben und mit hohen Standards berechtigterweise an der Spitze der Bio-Labels stehen. Das Naturland-Label ist vertrauenswürdig und transparent. Die „Naturland Fair“-Zertifizierung ist aufgrund der zusätzlichen sozialen Anforderungen an die Erzeuger besonders empfehlenswert. Wer die Wahl zwischen dem bloßen EU-Bio-Siegel und dem Naturland-Siegel hat, sollte sich für letzteres entscheiden.

Mehr zum Thema auf Utopia.de:

Mehr Labels im Utopia Siegel-Guide

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(1) Kommentar

  1. Naturalmente war sowohl in einen Skandal mit Bayern ei als auch mit wiesenhof verwickelt. Diese kamen durch zu nachlässige Kontrollen zu Stande. Ich vertraue diesem Verband nicht mehr und weiche lieber auf andere aus!

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