Tellerlinsen: Einweichen, kochen, zubereiten

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Tellerlinsen sind dank der vielfältigen Zubereitungsarten ein Klassiker der deutschen Küche. In diesem Artikel erfährst du nicht nur, wie du Tellerlinsen einweichst und kochst, sondern erhältst auch zahlreiche Rezeptideen.

Tellerlinsen galten lange Zeit als Arme-Leute-Essen. Heute sind Tellerlinsen besonders bei Menschen beliebt, die sich pflanzlich und gesundheitsbewusst ernähren wollen. Wir zeigen dir hier, wie du die eiweißreichen Hülsenfrüchte einweichst, kochst und daraus schmackhafte Gerichte zubereitest.

Tellerlinsen einweichen: Das solltest du beachten

Tellerlinsen musst du vor dem Kochen einweichen.
Tellerlinsen musst du vor dem Kochen einweichen.
(Foto: Maria Hohenthal/Utopia)

Da Tellerlinsen nicht geschält sind, kannst du sie vor dem Kochen für einige Stunden einweichen, das verringert die anschließende Kochzeit.

  1. Gib die benötigte Menge Tellerlinsen in ein Haarsieb und wasche sie unter fließendem Wasser.
  2. Fülle anschließend die gewaschenen Tellerlinsen in ein großes Glas und gib Wasser dazu. Du solltest mindestens die vierfache Menge Wasser verwenden, um die Linsen einzuweichen.
  3. Verwende ein Glas oder eine Schüssel mit Deckel, um die eingeweichten Linsen vor Verunreinigungen (beispielsweise durch Insekten) zu schützen.
  4. Entferne Linsen, die an der Oberfläche schwimmen, da es sich eventuell um beschädigte Samen handelt.
  5. Tellerlinsen haben eine Quellzeit von sechs bis zwölf Stunden. Der beste Zeitpunkt, um Tellerlinsen einzuweichen ist der späte Abend, wenn du am Morgen die Linsen kochen möchtest. Willst du die Tellerlinsen zu Mittag kochen, reicht es auch wenn du die Linsen am frühen Morgen einweichst.
  6. Die Tellerlinsen werden besser bekömmlich, wenn du das Einweichwasser zwischendurch wechselst.

So kochst du Tellerlinsen

Koche die Tellerlinsen in ausreichend Wasser.
Koche die Tellerlinsen in ausreichend Wasser.
(Foto: CC0 / Pixabay / Arcaion)

Tellerlinsen enthalten schwer verdauliche Stoffe, die unter anderem Blähungen hervorrufen können. Insbesondere wenn du empfindlich auf Hülsenfrüchte reagierst, solltest du das Einweichwasser wegschütten und zum Kochen neues Wasser verwenden.

  1. Seihe die gequollenen Tellerlinsen ab und spüle sie noch einmal gründlich ab.
  2. Gib die Linsen in einen großen Topf und fülle ihn mit mindestens der dreifachen Menge Wasser.
  3. Du kannst das Wasser salzen, damit die Linsen weicher werden. Bei kalkhaltigem Wasser kannst du eine Prise Natron dazugeben.
  4. Koche die Tellerlinsen im abgedeckten Kochtopf, bis sie weich sind. Das dauert je nach Größe und Alter der Tellerlinsen bis zu 45 Minuten.
  5. Seihe die gegarten Tellerlinsen ab und füge sie dem gewünschten Rezept kurz vor Ende der Garzeit hinzu. 

Tipp: Du kannst die Garzeit von Tellerlinsen reduzieren, indem du einen Schnellkochtopf verwendest.

Rezeptideen für Tellerlinsen

Tellerlinsen kannst du auch zu Bratlingen verarbeiten.
Tellerlinsen kannst du auch zu Bratlingen verarbeiten.
(Foto: CC0 / Pixabay / MarCuesBo)

Tellerlinsen auf Vorrat

Tellerlinsen lassen sich sehr gut vorkochen. Im Kühlschrank gelagert, halten gekochte Tellerlinsen für mindestens drei Tage frisch.

Alternativ kannst du die gekochten Tellerlinsen auch portionsweise einfrieren:

  • Weiche eine größere Menge Tellerlinsen ein.
  • Koche sie anschließend weich.
  • Lasse die gekochten Linsen vollständig abkühlen.
  • Die gegarten Tellerlinsen kannst du dann portionsweise im Glas einfrieren.

Dadurch hast du rasch und unkompliziert fertig gegarte Linsen für deine Gerichte bereit und musst nicht mehr auf Konservendosen zurückgreifen. Das schont die Umwelt, weil viel weniger Müll anfällt.

Diese Linsenrezepte kannst du sehr gut mit Tellerlinsen zubereiten:

Tellerlinsen benötigen eine etwas längere Kochzeit als die meisten anderen Linsen. Dennoch kannst du sie für fast alle Linsengerichte verwenden. Damit die übrigen Zutaten nicht verkochen, empfehlen wir, die Tellerlinsen in einem gesonderten Topf zu garen. Füge die fertig gekochten Tellerlinsen den Speisen kurz vor Ende der Garzeit hinzu.

Tellerlinsen: Das solltest du wissen

Tellerlinsen kannst du auch zum Keimen bringen und als Sprossen verzehren.
Tellerlinsen kannst du auch zum Keimen bringen und als Sprossen verzehren.
(Foto: CC0 / Pixabay / rottonara)

Die Tellerlinse ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Sie wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 50 Zentimetern. Die Blütezeit reicht von April bis September. An der befruchteten Blüten entsteht eine rund 15 Millimeter lange Schote, die die Samen enthält. Getrocknete Tellerlinsen haben eine Dicke von ein bis zwei Millimetern und einen Durchmesser von rund sechs Millimetern. Sie sind beige bis bräunlich gefärbt.

Getrocknete Tellerlinsen sind auch einfach als „Linsen“ oder als „grüne“ beziehungsweise „braune Linsen“ bekannt. Du findest sie im Handel ganzjährig als Trockenware oder vorgegart in Konservendosen. Als Trockenware sind Tellerlinsen empfehlenswerter: Indem du sie kaufst, umgehst du die industrielle Verarbeitung und sparst nicht nur zusätzliche Transportwege, sondern auch Müll.

Lagere getrocknete Tellerlinsen an einem dunklen, trockenen Ort in einem luftdicht verschlossenen Glasbehälter. Fachgerecht gelagert sind Tellerlinsen mindestens ein Jahr haltbar. Zu lange gelagerte Tellerlinsen lassen sich auch durch ausreichend langes Einweichen nicht mehr weich kochen. Das kommt daher, dass die Schale der Tellerlinse mit der Dauer der Lagerung immer härter wird.

Tellerlinsen sind leichter verdaulich als Bohnen und haben einen hohen Eiweißanteil. Das preiswerte Lebensmittel hat daher einen hohen Stellenwert in der vegetarischen und veganen Ernährung. Da Tellerlinsen grundsätzlich ungeschält sind, lassen sie sich auch keimen und dann verarbeiten.

Verwende zum Kochen Tellerlinsen in Bio-Qualität: Sie sind frei von Pestiziden und du unterstützt so eine ökologisch verträgliche Landwirtschaft. Außerdem solltest du darauf achten, die Tellerlinsen möglichst aus regionalem Anbau zu kaufen. Regionale Produkte haben kürzere Transportwege und hinterlassen deshalb einen kleineren CO2-Fußabdruck.

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(2) Kommentare

  1. Tellerlinsen müssen nicht eingeweicht werden. Dasselbe gilt für das Salzen. Linsen dürfen sehr wohl zu Beginn des Kochens gesalzen werden. Die Kochzeit verlängert sich dadurch nicht. Es ist sogar von Vorteil am Anfang zu salzen, weil die Linsen das Salz viel besser aufnehmen und die Menge an Salz reduziert werden kann. Es ist schon erstaunlich, wie lange sich solche Mythen halten.

  2. Hallo captainarcher,
    durch das Einweichen verringert sich die Kochzeit. Das man das nicht muss, stimmt – wir haben es als Empfehlung jedoch im Artikel belassen. Danke auch für deinen Hinweis mit dem Salz.
    Beste Grüße aus Utopia,
    Klara