Für den Meeresschutz: Friseur:innen sammeln abgeschnittene Haare

Für den Meeresschutz: Frisöre sammeln abgeschnittene Haare
Foto: CC0/pixabay/ engin_akyurt

Leider sind Ölteppiche auf Gewässern keine Seltenheit – für die Umwelt sind sie eine Katastophe. Ein Friseur aus Frankreich hat eine ungewöhnliche Idee, um zu helfen. Inzwischen unterstützen ihn Salons aus zahlreichen europäischen Ländern dabei – auch in Deutschland.

Abfall in Meeren ist ein riesiges Umweltproblem. Doch bestimmter Müll eignet sich vielleicht auch zum Schutz von Gewässern – zumindest gemäß der Idee von Thierry Gras. Der französische Friseur gründete 2015 den Verein „Coiffeures justes“ (auf deutsch „Faire Friseure“). Mitglieder sammeln abgeschnittene Haare in Beuteln, anstelle sie wegzuwerfen. Die Haare sollen später als Filtermaterial genutzt werden, um zum Beispiel Öl aus Gewässern aufzusaugen.

Coiffeures justes: Haareschneiden für die Umwelt

Ausgelaufenes Öl kann Meerestieren zum Verhängnis werden.
Ausgelaufenes Öl kann Meerestieren zum Verhängnis werden. (Foto: CC0/pixabay/ dennisflarsen)

Unsere Haare sind sehr saugfähig – und deshalb zu schade für die Tonne. Damit sie genutzt werden können, hat Thierry Gras folgendes System entwickelt:

  1. Die europäischen Friseursalons, die zu den „Coiffeures justes“ gehören, können auf der offiziellen Website Papierbeutel bestellen.
  2. Sobald die Beutel gefüllt sind, werden sie an eine zentrale Sammelstelle geschickt.
  3. Dort werden sie in überschüssige orthopädische Strümpfe gefüllt und zu Rollen verarbeitet.

Diese Rollen sollen besonders effektiv Fett aufsagen – weil sie aus menschlichem Haar bestehen. Wie das ZDF bereits 2020 berichtete, sollen sich die Rollen zudem bis zu acht Mal wiederverwenden lassen. Nach Benutzung werden sie in Wäschereien gereinigt.

Soweit die Theorie. Praktisch eingesetzt wurden die Haarfilter zum Beispiel im Rahmen eines Pilotprojekts am Hafenort Cavalaire-sur-Mer an der Côte d’Azur. In der Nähe einer Sportboot-Tankstelle dienten sie dazu, verschüttetes Öl und Benzin aus dem Meerwasser aufzusaugen. Ein Bild der Strümpfe im Einsatz gibt es auf Facebook zu sehen. Im August 2020 sandte Thierry Gras außerdem 20 Tonnen Haare nach Mauritius, wo ein verunglückter Frachter mehrere hundert Tonnen Öl verloren hatte.

Thierry sieht viele weitere Einsatzmöglichkeiten für Schnitthaare. Ein Werbefilm auf der Website stellt zum Beispiel vor, wie die Haare auch als Düngemittel oder Isolierungsmaterial verwendet werden können.

Welche Salons machen mit?  

Laut offizieller Website nehmen „tausende“ Friseursalons bereits an der Aktion teil. Eine Karte, auf der man teilnehmende Salons finden kann, zeigt an die 5000 Treffer. Der Großteil davon befindet sich in Frankreich, doch auch in größeren Städten in Deutschland gibt es Treffer.

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