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Harald Lesch desillusioniert: „Weiß nicht, ob eine Gesellschaft das aushält“

Harald Lesch
Foto: Jörg Carstensen/dpa

Anhänger:innen von Verschwörungserzählungen denken laut Harald Lesch nicht logisch. Dass er diese umstimmen kann, hält der TV-Experte deshalb für unwahrscheinlich. Er möchte stattdessen die Unentschlossenen überzeugen.

ZDF-Moderator Harald Lesch macht sich wenig Illusionen darüber, überzeugte Kritiker:innen der Wissenschaft noch bekehren zu können. „Die, die sich nicht mehr erreichen lassen, werde auch ich nicht mehr erreichen“, sagte der 63-jährige Journalist (Terra X Harald Lesch) in einem Interview des Mediendienstes DWDL. „Mich interessieren vor allem diejenigen, die in diesem Niemandsland dazwischen sind; die nicht so richtig wissen, was sie nun alles davon zu halten haben, die mir ihre Zweifel mailen und mich bitten, vieles noch einmal zu erklären. Da muss man auch die Erzählweise entsprechend verändern. Aber an diejenigen, die mir misstrauen, komme ich gar nicht mehr ran.“

Lesch: Computer und Verkehrsmittel sind auch Wissenschaft

Lesch weiter: „Ich weiß tatsächlich nicht, ob es eine Gesellschaft langfristig aushält, wenn so viele Menschen der Wissenschaft misstrauen.“ Der Moderator, sagte, er könne daher nur versuchen, originell, „teilweise auch mit einem guten Kalauer“, einen Gegenpunkt zu setzen. „Unser gesamtes Leben ist doch von Technik und Wissenschaft so durchdrungen, dass ich gar nicht nachvollziehen kann, wie die Leute mit all ihren Verschwörungserzählungen in den Spiegel schauen können. Sie alle haben einen Computer und benutzen Verkehrsmittel – das kommt doch alles nicht von irgendwo her.“ 

Wenn die wissenschaftlichen Errungenschaften, die in Technik gegossen wurden, nicht stimmen würden, dann würde das alles gar nicht funktionieren, sagte Lesch. „Stattdessen flüchten sich viele in blödsinnige Geschichten über Chemtrails, Außerirdische oder Reptiloide. Das einzige, das ich tun kann: Menschen auf ihre Widersprüche hinweisen und sie ermuntern, vielleicht doch noch einmal anders auf die Dinge zu schauen.“

Weitere Quelle: DWDL

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