Jamie Olivers neue Show zu Billiggerichten empört

"Zynisch": Jamie Olivers Billiggerichte-Show löst Empörung aus
Foto: “Jamie Oliver cooking at Scandic" von Scandic Hotels unter CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons, zugeschnitten

Der britische Fernsehkoch Jamie Oliver stellt in seiner neuen Show Gerichte vor, die nur 1 Pfund pro Portion kosten. Online erntete die Show allerdings viel Kritik. Diese bezog sich teils auf die Zutaten und teils auf Olivers Glaubwürdigkeit.

Promi-Koch Jamie Oliver hat schon allerlei komplizierte Gerichte vor der Kamera zubereitet. Die Rezepte, die er in seiner neuen Show nachkocht, sollen vor allem eins sein: günstig. „Jamie Oliver’s £1 Wonders“ wird auf dem britischen Sender Channel 4 ausgestrahlt. Das Konzept der Sendung: Eine Portion soll nur ein britisches Pfund kosten – das entspricht ungefähr 1,16 Euro.

Genau wie in Deutschland sind Energie- und Lebensmittelkosten in Großbritannien gerade ein großes Thema – die Preise sind dort in den vergangenen Monaten so stark gestiegen, wie in den letzten 40 Jahren nicht mehr. Die Inflation liegt bei über 10 Prozent. Das hat große Auswirkungen auf die Bevölkerung: Die Tagesschau berichtete bereits Anfang September von einer Studie, laut der jede:r fünfte Brit:in bald von Armut betroffen sein könnte.

Jamie Olivers neue Show kommt trotzdem bei vielen Zuschauer:innen nicht gut an. Gleich nach der ersten Folge beschwerten sich Twitter-User:innen online, dass die Sendung „zynisch“ sei. Olivers Kostenrechnung wird auseinandergenommen – und seine Tipps zum „günstig Kochen“ können viele dem erfolgreichen und daher wohlhabenden Starkoch nicht richtig abnehmen.  

Kritik für „Jamie Oliver’s £1 Wonders“: Zutaten deutlich teurer

Der britischen Zeitung Daily Mail zufolge verfügt der britische Fernsehkoch Jamie Oliver über ein Vermögen von 240 Millionen Pfund, also etwa 279 Millionen Euro. In seiner neuen Show dreht sich alles um das Kochen mit wenig Geld – doch das nehmen seine Zuschauer:innen dem Promikoch nicht so richtig ab. „Ich liebe die Show“, schreibt zum Beispiel eine Userin auf Twitter, „aber ein Millionär, der mir sagt, dass gefrorener Brokkoli günstiger ist, das klingt ein bisschen schräg.

Kritik gab es auch dafür, dass die Zutaten, die man fürs Kochen benötigt, doch recht kostspielig seien. Oliver hatte in der Sendung erklärt, dass er bei der Berechnung der Kosten in Höhe von einem Pfund pro Portion von dem Durchschnittspreis in britischen Supermärkten ausgehe. Nur Salz, Pfeffer und Öl würden nicht eingepreist.  

Ein Nutzer zitiert ein Rezept, bei dem 50 Gramm Käse benötigt werden – mit veranschlagten Kosten von 33 Pence. „Ja, Jamie, aber man muss den ganzen Block Käse kaufen. Wenn Leute finanzielle Probleme haben, dann müssen die die Kosten des ganzen Artikels berücksichtigen. Und dann muss man sicherstellen, dass man auch alles aufbraucht, damit sich der Kauf lohnt.“ Ein anderer Nutzer fragte sich, woher er Hähnchenschenkel für 1,89 Pfund bekommen sollte – und um was für Fleisch es sich dabei handelt.

Doch es gibt auch Fans, die das Konzept der Show auf Twitter verteidigen. Eine Userin erklärt: „Natürlich kann man nicht einfach eine Prise Gewürz oder eine Scheibe Käse kaufen, aber wenn man [den Rest] in anderen Rezepten verwendet, funktioniert es!“

Ein-Pfund-Gericht wird in 300-Pfund-Geräten zubereitet

Ein Post, den die Daily Mail in ihrer Berichterstattung zitiert, lässt sich darüber aus, dass Jamie Oliver seine „typischen Kneipengerichte“ zubereitet, aber mit einem „zynischen Armutsdreh“. Auch die geräumige Küche mit Highend-Geräten, in der der Promikoch Gerichte wie Hackbraten oder Curry für die Show vorbereitet, wurde kommentiert. So eine Ausstattung steht vielen Leuten nämlich nicht zur Verfügung.

Ein User amüsierte sich, dass Oliver sein „1-Pfund-Wunder in Kochgeschirr kocht, das 300 Pfund kostet.“ Energiespartipps wie den Topf mit Deckel zu benutzen, welche der Fernsehstar während der Show einstreute, kamen ebenfalls nicht gut an.

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