3-30-300-Regel beeinflusst Psyche: Wie viele Bäume stehen vor deinem Fenster?

Wie viele Bäume stehen vor deinem Fester? 3-30-300-Regel beeinflusst Psyche
Foto: CC0 Pulic Domain - Unsplash/ ittle Gabriel

Bessere Stimmung, weniger Stress: Wie nah müssen wir dem Grün sein, damit es wirklich wirkt? Forschende haben Antworten – und die 3-30-300-Regel.

Beim Blick aus dem Fenster: Siehst du da Bäume? Am besten große? Und wie weit ist es von deiner Arbeit oder deiner Wohnung bis zu einem Park, Wald oder ähnlichem? Und wieso ist das überhaupt wichtig?

Zum einen, weil es gut fürs Klima ist, zum anderen aber auch für unsere Gesundheit – und zwar auch die psychische. Natur tut uns gut, Grün hilft bei Stress und hat erwiesenermaßen eine positive Wirkung auf unsere Psyche.

Darauf zahlt auch die sogenannte 3-30-300-Regel ein, die vor einigen Jahren vom niederländischen Forstwissenschaftler Cecil Konijnendijk für die Städteplanung formuliert wurde.

Wie lautet die 3-30-300-Regel?

Jede:r sollte …

  • vom eigenen Zuhause aus mindestens 3 Bäume sehen können,
  • in der Nachbarschaft eine Baumkronenbedeckung von 30 Prozent haben,
  • in einem Umkreis von 300 Metern eine hochwertige Grünfläche erreichen können.
Wie viele Bäume stehen vor deinem Fester? 3-30-300-Regel beeinflusst Psyche
Die 3-30-300-Regel wurde für gesündere Städte entwickelt. (Foto: dpa-infografik/dpa-tmn)

In einer Studie des Barcelona Institute for Global Health stellten Wissenschaftler:innen fest, dass die vollständige Einhaltung der 3-30-300-Regel eindeutig mit einer besseren psychischen Gesundheit, einem geringeren Medikamentenkonsum und weniger Besuchen bei Psycholog:innen verbunden war. Und wer Grünflächen in der Nähe hatte, fühlte sich tatsächlich auch gesünder. 

So bringst du mehr Grün in dein Leben

Dein Wohnumfeld erfüllt die 3-30-300-Regel nicht? Die EU-Kommission hat kürzlich angekündigt, bis 2030 mindestens drei Milliarden Bäume zusätzlich zu pflanzen (noch mehr Dreien!), aber auch so und schon jetzt kann man mehr Grün ins Leben bringen und so etwas für seine psychische Gesundheit tun: 

Mehr Zeit in und mit der Natur verbringen: Ob auf dem Weg zur Arbeit, bei einem Spaziergang oder einer Wanderung – wenn wir bewusst in die Natur blicken, kann das unsere Stimmung signifikant verbessern, so Forschende der walisischen Bangor University. Sie hatten untersucht, ob es einen Einfluss auf die psychische Verfassung hat, ob man beim Spazierengehen vor allem graue Elemente, mehr grüne oder beides betrachtet:

Diejenigen, die sich mehr auf Grünes konzentrierten, berichteten von signifikanten Verbesserungen der Stimmung und zeigten nach dem Spaziergang ein höheres Maß an positiven Emotionen. Sie fühlten sich auch erholter. Dabei hatten Bäume übrigens offenbar den größten Wohlfühlfaktor. 

Auch zu Hause können wir es uns grüner machen. Mit Zimmer- und Balkonpflanzen, die gleichzeitig was fürs Wohnklima tun sowieso, aber auch mit Bildern: Ein Wald-Bild an der Wand könne ähnlich wirken wie ein tatsächlicher Waldbesuch, so die Berliner Psychologin und Coachin Suse Schumacher. Vor allem, wenn das Bild mit eigenen „echten“ Naturerlebnissen verbunden wird.

Utopia-Tipp: Nicht jeder hat ein Zuhause gemäß der 3-30-300-Regel. Willst du dir Zimmerpflanzen anschaffen, um deine Wohnung grüner zu machen, solltest du dabei genau überlegen, woher du die Pflanzen beziehst. Denn verbreitete Zierpflanzen sind eigentlich Exoten, die meist aus weit entfernten Ländern nach Deutschland importiert werden.

Damit gehen einige Probleme einher. NaBu Berlin nennt etwa den hohen Pestizideinsatz, der die Gesundheit von Arbeiter:innen beim Anbau gefährdet, und den hohen Energieaufwand beim Transport nach Europa. Auch lokal angebaute Pflanzen hätten keine gute Ökobilanz, da sie für den Anbau tropische Bedingungen benötigen – diese in Gewächshäusern zu simulieren, würde viel Energie kosten.

Alternativ kannst du nach Bio-Pflanzen Ausschau halten, diese sind aber nicht besonders verbreitet. Oder: Du fragst im Bekanntenkreis, ob dir jemand einen Steckling abgeben oder Ableger tauschen will. Zum Glück lassen sich die meisten Zimmerpflanzen leicht vermehren. Online kannst du dich auch zu Pflanzentauschbörsen in deiner Nähe erkunden.

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