Filmtipp: The True Cost – Die wahren Kosten der Billigmode

Foto © True Cost

Verschwiegene Konzerne, gigantischer Umsatz und unmenschliche Arbeit – endlich ein Film, der die Schattenseiten der modernen Modeproduktion dokumentiert.

Wie ist es möglich, dass man bei Modeketten wie H&M, C&A oder Primark Hosen für 10 Euro und T-Shirts für unter 5 Euro bekommt? Wer ein wenig darüber nachdenkt, kommt früher oder später darauf, dass den wahren Preis jemand anderes bezahlen muss. Und dieser jemand sind ArbeiterInnen auf Baumwollplantagen und NäherInnen in der Textilindustrie, die für einen Hungerlohn unter miserablen Bedingungen schuften.

Andrew Morgan hat nun die erste „große“ Dokumentation  zum Thema Billig-Mode gemacht. Er ist einmal um die ganze Welt gereist, hat Arbeiterinnen in Kambodscha und Bangladesch besucht, Baumwoll-Farmer in Texas getroffen und an den Hochglanz-Schauen in den Mode-Metropolen teilgenommen.

Dem Regisseur ist ein mitreißender Film gelungen, der glaubwürdig die Widersprüche des modernen Modekonsums porträtiert: Auf der einen Seite die Welt der Konzerne, die ihre Mode zu immer noch billigeren Preisen anbieten und sie uns in unschuldige, schöne Geschichten verpackt verkaufen. Auf der anderen Seite die Wirklichkeit der ArbeiterInnen, die schonungslos ausgebeutet werden.

Die Botschaft hinter dem Film macht Mut: Nutze deine Verbrauchermacht! Der FAZ sagte Morgan neulich in einem Interview: „Wenn wir Mode oder andere Dinge kaufen, machen wir natürlich Politik, jeden Tag. Damit können wir viel bewegen. Gerade auch damit, was wir eben nicht mehr kaufen. Da können Konzerne dann schnell etwas verändern, denn es geht um ihre Gewinne.“

The True Cost lief Anfang 2016 in den deutschen Kinos.
Der Film ist verfügbar bei Buch7
**, Amazon**Booklooker** oder iTunes**

Mehr auf Utopia.de

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(8) Kommentare

  1. H&M, C&A gebashe. Die Markenartikel sind doch die wahren Verbrecher. Die lassen Ihre Klamotten auch von den selben Leuten nähen, stopfen sich nur selbst die Taschen noch voller, anstatt faire löhne zu zahlen, obwohl sie es ohne Probleme können. Gibt auch Leute, die eben nicht mehr für Ihre Klamotten bezahlen können, auch wenn das Primark-Wegwerf Prinzip natürlich kritisch zu betrachten ist.

  2. Es geht nicht nur darum besser zu kaufen, sondern auch weniger. Denn auch das beste Produkt verschwendet Ressourcen wenn es nicht gebraucht wird. Würde mich interessieren ob das im Film auch angesprochen wird.
    LG ~Anne
    _______________________
    http://grueneralltag.de

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.