Frankreich will berüchtigtes Monsanto-Pestizid verbannen

Glyphosat
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Frankreichs Umweltministerium hat Gartencenter aufgefordert, „Roundup“ aus dem Verkauf zunehmen. Millionen Bauern und Privatleute versprühen das Pestizid, obwohl es als krebserregend gilt.

Frankreichs Landwirtschaftsministerin Ségolène Royal hat ein Verkaufsverbot für das Unkrautvernichtungsmittel „Roundup“ in Gartenzentren verkündet. Frankreich müsse beim Stopp von Pestiziden „in die Offensive gehen“, sagte die Ministerin am Sonntag dem TV-Sender France 3.

Roundup ist das meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel der Welt und wird sowohl von Landwirten und Städten als auch von Privatleuten verwendet. Es wirkt mit der umstrittenen Chemikalie Glyphosat. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Tochterorganisation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hatte den Stoff im März als „wahrscheinlich“ krebserregend eingestuft. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hingegen hatte noch 2014 keine Hinweise darauf gefunden, dass Glyphosat krebserregend sein könnte.

Roundup bleibt in Deutschland weiterhin erlaubt

Für ein Verbot von Glyphosat in Deutschland fehlt laut Tageschau.de derzeit die Rechtsgrundlage. Die Verbraucherschutzminister in Deutschland hatten die Bundesregierung im Mai zu einem Verbot von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Glyphosat aufgefordert. Derzeit laufe ein Bewertungsverfahren durch die Europäische Union, das abgewartet werden müsse.

Nach einem Aufruf der Grünen im Bundestag haben jedoch einige Unternehmen erklärt, freiwillig auf den Verkauf von Glyphosat Produkten zu verzichten, darunter die Baumarktkette“ toom“.

Utopia meint: Das geplante Verbot von Roundup in Frankreich ist erfreulich – aber nicht nur weil es den potentiell krebserregenden Stoff Glyphosat enthält. Monsantos Produkt ist ein Breitbandherbizid, das praktische jede Pflanze vernichtet, mit der es in Kontakt kommt – es sei denn, sie wurde gentechnisch so verändert, dass sie den Herbizid-Einsatz überlebt.

Roundup hat weder im Garten noch auf unseren Äckern etwas zu suchen! Das volle Zerstörungspotential von Roundup nämlich wird erst sichtbar, wenn man über den eigenen Garten hinaus denkt.

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(3) Kommentare

  1. Das Verkaufsverbot ist natürlich zu unterstützen. Allerdings sehe ich hier nur ein Verkaufsverbot für den Privatmarkt (Gartenmärkte etc.), nicht aber ein Verbot auch für die Landwirtschaft. Ich kenne leider keine Zahlen, aber ich stelle mir durchaus vor, dass Bauern in der Landwirtschaft ein Vielfaches dessen an Glyphosat ausbringen, das Privatleute in ihrem Garten versprühen.

  2. Sehr erfreuliche Nachricht! Hoffentlich finden Schritte in dieselbe Richtung endlich auch in Deutschland statt!
    Skurril und fast schon grotesk finde ich die Werbung von Edeka mit dem WWF Panda Maskottchen auf der derselben Seite, wo doch spätestens seit dem ARD Beitrag „Der Pakt mit dem Panda“ von vor 3-4 Jahren bekannt sein müsste, dass der WWF eine – gelinde gesagt – mafiöse Rolle als Pseudo-Hilfsorganisation spielt und mit Monsanto gemeinsame Sache macht. Sehr makaber!

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