Motorroller-Sharing in Hamburg: Jaano

Motor-Roller-Sharing mit Jaano
Foto: Jaano

Nach Carsharing kommt nun bald Motorroller-Sharing: In Hamburg gibt es das schon, beim Projekt Jaano.

Beim Carsharing teilen sich mehrere Personen ein Auto, beim Motorroller-Sharing eben eine Vespa – das Prinzip ist das gleiche. Man spart sich Staus und Parkplatz-Stress und hat trotzdem mehr Flexibilität, wenn man sie mal braucht. Um das Motorroller-Sharing zu nutzen, meldet man sich auf Jaano.de an (Mindestalter: 21 Jahre, Führerschein B/AM/M/A1/A2 seit 12 Monaten, Girokonto, Smartphone nötig). Danach kann man auf der Stadtkarte einer Web-App (app.jaano.de) einfach den nächstgelegenen Jaano-Roller wählen und per App die Miete starten.

Abgerechnet wird das Motorroller-Sharing im Minutentakt: 19 Cent pro Minute kostet die Fahrt (11,40€/h), 11 Cent pro Minute das Parken (etwa beim Einkaufen). Man kann Roller auch tageweise mieten und zahlt dann 36 Euro pro Tag. Die „Rückgabe“ erfolgt so einfach wie das Ausleihen per Smartphone, wie bei einigen Leihrädern gibt es keine Stützpunkte, man kann den Roller einfach stehen lassen, wo man ist. Zwei Helme und Einweghauben befinden sich beim Motorroller, man kann also auch zu zweit fahren. Bezahlt wird direkt über die Girokonto-Verbindung. Die Roller haben eine Smartphone-Halterung  mit Ladegerät.

Bevor all das geht, muss man derzeit allerdings mindestens einen Termin für eine persönliche Vorstellung ausmachen. Preiswert ist das Alles auch nicht, selbst im Vergleich zu einem Mietwagen. Und derzeit ist das Motorroller-Sharing nur in einem kleinen Bereich der Stadt Hamburg möglich. Aber das Modell ist sinnvoll und könnte durchaus Schule machen – dabei sinnvollerweise auch Elektroroller einsetzen.

Derzeit gibt es 15 Roller, ein Flottenwachstum ist in Kürze geplant. „Jaano wird von den Hamburgern sehr gut angenommen und wir können mittlerweile auf einen breiten und bunten Kundenstamm blicken.“, freut sich Unternehmenssprecherin Linda Lartey. „Sei es der Geschäftsmann, der mit dem Jaano seine Meetings quer durch die Stadt flexibel und zeitsparend absolviert; die Freundinnen, die einen Tagesausflug an den Elbstrand unternehmen oder der ältere Genießer, der bereits mit 16 Jahren selbst eine Vespa besaß.“

 

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(2) Kommentare

  1. Es sollte nicht vergessen werden, dass Rollen zwei Hauptprobleme in Großstädtaen verschärfen: den Lärm und die Luftverschmutzung. Den weit über einem normalen PKW liegenden Lärm hört man auch bei einem 4-Takt-Roller ganz deutlich. Und die Luft verschmutzen darf der von Jaano genutzte und mit Schadstoffklasse EURO 2 ausgestattete Vespa Primavera 50 4T 4V im Vergleich mit einem modernen Diesel-PKW um das x-fache.

    Hier die Zulässigen Höchstmengen an Schadstoffen : https://de.wikipedia.org/wiki/Abgasnorm
    EURO6-Diesel-PKW (HC + NOx) 500 mg/km / CO 170 mg/km
    EURO2-Roller (HC + NOx) 1.200 mg/km / CO 1.000 mg/km

    Für Feinstaub gibt es für die Roller von Jaano laut dieser Liste überhaupt keine Begrenzung.

    Auch wenn ein Roller schneller einen Parkplatz findet als ein Auto, sieht es insgesamt nach einer schlechter Entwicklung für Hamburgs Wohnqualität aus

    • Sharing-Modelle versuchen vorrangig, den Besitz eines Gegenstandes überflüssig zu machen. Viele fahren mit ihrem Auto ja nur deswegen, weil es ja sonst rumsteht; während der Leihroller nur dann zum Einsatz kommt, wenn er benötigt wird. Sinnvoll sind hier aber natürlich fraglos Modelle mit Elektro-Rollern, die lokal via Ökostrom geladen werden.

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