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Corona-Mutation? Amtsärzte-Chef will EU-Testpflicht für Reisende aus China

China, Peking: Menschen mit Mund-Nasen-Schutz gehen während der Hauptverkehrszeit durch eine U-Bahn-Station.
Foto: Uncredited/kyodo/dpa

In China breitet sich das Coronavirus rasant aus. Expert:innen beobachten das mit Sorge vor möglichen Mutationen. Aus diesem Grund fordern die deutschen Amtsärzt:innen eine europaweite Testpflicht für alle Einreisenden aus dem Land. Wer sich mit Corona ansteckt, müsse in Isolation.

Expert:innen beobachten die Corona-Infektionswelle in China mit Sorge. „Bei einer explosionsartigen Ausbreitung wie derzeit in China muss man damit rechnen, dass das Virus mutiert“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Aus diesem Grund fordern die deutschen Amtsärzt:innen eine europaweite Testpflicht für alle Einreisenden aus dem Land. Man brauche „ein europaweit einheitliches Schutzkonzept“, heißt es.

„Jeder Reisende aus China sollte bei der Einreise in die EU per Schnelltest getestet werden“, sagte Nießen. Der Amtsärzte-Chef sagt: Bei einem positiven Testergebnis müsse ein PCR-Test folgen – wer sich infiziert habe, müsse dann in Isolation.

248 Millionen Menschen in China in den ersten Dezemberwochen mit Corona infiziert?

China hatte seine strikten Corona-Maßnahmen am 7. Dezember abrupt aufgehoben. Seitdem verbreitet sich das Virus rasant. Nach offiziell unbestätigten internen Schätzungen haben sich allein in den ersten drei Dezemberwochen 248 Millionen Menschen oder 18 Prozent der Bevölkerung infiziert.

Mehrere Staaten, darunter die USA und auch europäische Staaten wie Frankreich, Spanien und Großbritannien ordneten bereits eine Corona-Testpflicht für Reisende aus China an. Die Bundesregierung hat bislang keine Maßnahmen ergriffen; am Mittwoch wollen die EU-Staaten angesichts der Entwicklung über eine gemeinsame Strategie sprechen.

Überfüllte Krankenhäuser und überlastete Krematorien

Viele Metropolen in China gleichen zeitweise Geisterstädten, weil etliche Menschen krank sind und andere aus Angst vor einer Ansteckung kaum noch aus dem Haus gingen. Krankenhäuser sind überfüllt und viele Krematorien können die Leichen nicht mehr schnell genug einäschern.

Die Kehrtwende in der Corona-Politik wurde offiziell damit begründet, dass die Infektionen mit den neuen Omikron-Varianten nicht mehr so schwer verliefen. Doch sahen Expert:innen den Grund vor allem darin, dass die strikten Maßnahmen angesichts der explosionsartigen Ausbreitung und des zunehmenden Unmuts in der Bevölkerung nicht mehr durchgehalten werden konnten.

Mit Material der dpa

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