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Mobilfunk, Fahrradmitnahme, Hygiene: Das kann der neue Schnellzug ICE 3 Neo

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Im Fernverkehr setzt die Deutsche Bahn weiter auf Siemens-Züge. Die neueste Version des Klassikers ICE 3 ging in Frankfurt auf die erste planmäßige Fahrt. Die Verbesserungen stecken im Detail. So sieht der ICE 3 Neo aus.

Die Deutsche Bahn hat ihren neuesten ICE-Schnellzug auf die Strecke geschickt. Am Montag startete der erste ICE 3 Neo erstmals mit zahlenden Fahrgästen an Bord von Frankfurt nach Köln. Äußerlich ähnelt der von Siemens gebaute Zug stark dem seit dem Jahr 2000 wohlbekannten ICE 3. Die Verbesserungen stecken eher im Inneren: Ein neues Lichtkonzept, mobilfunktransparente Scheiben, eine schnelle Hubplattform für Rollstuhlfahrer und Platz für acht Fahrräder sollen den Komfort für die Fahrgäste heben.

Insgesamt 73 ICE 3 Neo mit zusammen 30.000 Sitzen hat die Deutsche Bahn bei Siemens bestellt, vier Züge sind bereits ausgeliefert. Ab Zug Nummer 17 sollen zudem Sitze und Inneneinrichtungen in einem neuen Design ausgestattet sein. Bis 2029 soll der letzte Zug ausgeliefert sein. Rund 2,5 Milliarden Euro zahlt der bundeseigene Konzern dafür.

ICE 3 Neo: 320 Kilometern pro Stunde auf der Rennstrecke

Die Züge würden dringend benötigt, erklärte DB-Personenfernverkehrs-Vorstand Michael Peterson. „Um die Verlässlichkeit ist es bei der Deutschen Bahn aktuell nicht gut bestellt. Leider wird es auch für einen gewissen Zeitraum so bleiben, denn wir arbeiten mit Hochdruck daran, unser Schienensystem zu modernisieren.“

Neu ist der größere Bereich für acht Fahrräder an einer der Stirnseiten des Zuges. (Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Die Züge werden nach Bahn-Angaben mit ihrer Spitzengeschwindigkeit von 320 Kilometern pro Stunde vor allem auf den sogenannten Rennstrecken unterwegs sein, zunächst zwischen Dortmund, Köln, Stuttgart und München. 2024 folgen Verbindungen nach Brüssel und Amsterdam. In der Mitte ist der Frankfurter Flughafen erreichbar, damit möglichst viele Inlandsflüge überflüssig werden.

Hinter der Fassade hat sich manches getan

Zwar sieht der ICE 3 Neo fast genauso aus wie sein Vorgänger ICE 3, der schon seit vielen Jahren unterwegs ist. Doch hinter der Fassade hat sich manches getan. Insbesondere durch eine Modulbauweise können einzelne Bauteile schneller ausgetauscht und repariert werden. Das gilt – und das betonen die Technik-Fachleute besonders – auch für die Kaffee- und Spülmaschinen im Bordbistro.  

Die Koffein-Versorgung der Fahrgäste dürfte also stabiler laufen. Weitere Verbesserungen verspricht Michael Peterson, Konzernvorstand für den Personenfernverkehr: „Dazu gehört das Lichtkonzept, dazu gehören aber auch die mobilfunktransparenten Scheiben“, sagt er. Die Fensterscheiben im neuen ICE sind so konstruiert, dass sie das Mobilfunksignal deutlich besser durchlassen als die bisherigen Fernzüge. Bislang wird das Signal über sogenannte Repeater ins Innere der Wagen geleitet – oft bleibt der Empfang dabei auf der Strecke.

Neu ist auch ein Halter für Handys und Tablets an den Sitzen in der 1. Klasse. (Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

„Wir haben einen verbesserten und vergrößerten Familien- und Kleinkinderbereich. Wir haben mehr Fahrradstellplätze als in anderen Zügen und wir haben auf den Toiletten neue sensorgesteuerte Wasserhähne, so dass wir auch den neuen Hygieneanforderungen gerecht werden“, so Peterson im September.

Im Video: Der neue ICE Neo 3

Auch ICE 4 wird ausgeliefert

Neben dem ICE 3 Neo läuft die Auslieferung von insgesamt fast 140 etwas langsameren ICE 4, die ebenfalls von Siemens kommen. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen laut Peterson mehr als 450 ICE im Netz unterwegs sein – etwa Hundert mehr als aktuell. Die Regierung will bis 2030 rund doppelt so viele Fahrgäste auf die Schiene bringen

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