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Schummelt Coca-Cola bei Pfandflaschen? Verbraucherverband legt Beschwerde ein

Coca Cola Pfandflaschen
Foto: CC0 / Unsplash - Pavel Nekoranec

Ein Verbraucherverband bezichtigt Coca-Cola, Nestlé und Danone, irreführende Werbeaussagen zum Recycling-Anteil bei Plastikflaschen zu tätigen. Die Unternehmen wehren sich gegen die Vorwürfe.

Der europäische Verbraucherverband BEUC hat eine Beschwerde über Coca-Cola, Nestlé und Danone bei der EU-Kommission eingereicht. Alle drei Unternehmen verbreiteten „irreführende Werbeaussagen über die Recyclingfähigkeit ihrer Produkte“, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes. Gemeint seien angebliche Greenwashing-Aussagen auf Plastikflaschen, die in der EU vertrieben werden. Konkret handele es sich dabei um 14 Marken der drei Konzerne, darunter Evian (Danone), Vittel (Nestlé) und Bonaqua (Coca-Cola).

Die Vorwürfe der Verbraucherschützer:innen

Der BEUC stört sich unter anderem an der Formulierung „100% recycelt“. Diese impliziere, dass die ganze Flasche aus recyceltem Material bestünde. Doch nach geltendem EU-Recht dürfen allein schon die Flaschendeckel nicht aus solchem Material bestehen. Etiketten bestünden ebenfalls nur selten aus recycelten Stoffen. Auch sei es gängige Praktik, einen gewissen Anteil Neu-Plastik für den Flaschenkörper zu verwenden.

Auch die Aussage „100% recycelbar“ lasse sich nicht garantieren, da dies von vielen Faktoren abhänge, wie der benötigten Infrastruktur und der Wirksamkeit des Sortierverfahrens. In der EU betrage die Recycling-Rate von PET-Flaschenkörpern nur 55 Prozent. Die Chance, dass aus einer Flasche erneut eine Flasche werde, liege sogar nur bei 30 Prozent.

Als dritten und letzten Punkt kritisiert der BEUC die Verwendung „grüner Symbolik“. Grüne Logos, Naturbilder und bestimmte Symbole würden die falsche Idee vermitteln, dass die Flaschen einen positiven Effekt auf die Umwelt hätten.

Beschwerde bei der EU-Kommission

Der BEUC hat deshalb eigenen Angaben zufolge eine Beschwerde bei der EU-Kommission und dem europäischen Consumer Protection Cooperation Network eingereicht. „Wir fordern die Behörden auf, dafür zu sorgen, dass die Händler die Verbraucher nicht mehr mit solchen Behauptungen in die Irre führen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Tatsächlich will die EU-Kommission mit der sogenannten „Green Claims“-Richtline gegen Greenwashing-Aussagen vorgehen. Es werde jedoch noch einige Jahre dauern, bis die neuen Maßnahmen zum Einsatz kommen, befürchtet Ursula Pachl, stellvertretende Direktorin vom BEUC und fordert: „Wir dürfen keine Zeit verlieren, also erwarten wir, dass die Behörden schnell handeln.“

So reagieren Coca-Cola, Nestlé und Danone

Alle drei beschuldigten Unternehmen haben auf Anfrage der Lebensmittel Zeitung auf die Vorwürfe reagiert. Coca-Cola erklärte: „Wir kommunizieren auf unseren Verpackungen nur Botschaften, die belegt werden können“ und verwies darauf, dass in Deutschland alle PET-Einwegflaschen bis einschließlich 0,5 Liter bereits 2021 auf 100 Prozent recyceltes Material umgestellt worden seien.

Danone hingegen betonte: „Gerade in Deutschland sind wir ein Vorreiter für die Nutzung von recyceltem PET“. Die Rückgabequote von PET-Flaschen liege hierzulande bei über 98 Prozent.

Eine Sprecher von Nestlé antwortete, man bemühe sich, die Menge an Kunststoff zu reduzieren und investiere in die Kreislaufwirtschaft. „Wir sind auf Kurs, bis Ende 2025 ein Drittel weniger Neukunststoff zu nutzen“, so Nestlé.

Verwendete Quelle: BEUC, Lebensmittel Zeitung

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