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Sexistische Werbung: Werberat rügt sechs Motive

Sexistische Werbung
Foto: Deutscher Werberat

Der Deutsche Werberat spricht zum zweiten Mal in diesem Jahr sechs öffentliche Rügen wegen sexistischer Werbung aus. Vor allem kleinere Handwerks- oder Dienstleistungsbetriebe sind uneinsichtig und setzen weiterhin auf „sex sells“. Das Absurde daran: Meist haben die Inhalte der Werbung nichts mit dem Produkt zu tun.

Leider sieht man sie immer wieder und überall: sexistische Werbung. Sie ist kein Einzelfall und es kommt – wie auch schon in der Vergangenheit – vermehrt zu Rügen des Deutschen Werberats, wie in aktuell sechs Fällen. Dabei handelt es sich um frauenherabwürdigende Motive, drei davon auf Fahrzeugen, die übrigen drei sexistischen Motive befinden sich auf einem Plakat, in einer Anzeige sowie in einer In-App-Werbung abgebildet. Oft zeigen sich eher kleinere Handwerks- oder Dienstleistungsbetriebe uneinsichtig und ändern oder stoppen ihre vom Werberat beanstandete Werbung nicht.

Das Dekolleté einer Frau hat nichts mit Gartengestaltung zu tun

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Schlimm genug, dass die Werbung sexistisch ist. Aber noch dazu macht diese Werbung keinen Sinn. (Foto: Deutscher Werberat)

Ein aktuelles Beispiel ist die Werbung der Firma Garten- und Landschaftsgestaltung aus Frankfurt (Oder) in Brandenburg. Diese wirbt auf ihrem Fahrzeugheck mit dem vollflächigen Dekolleté einer nur in Dessous gekleideten Frau und dem Slogan „Wir erfüllen Ihre Träume!“. Was das mit Garten- und Landschaftsgestaltung zu tun haben soll, ist fraglich. Nach Ansicht des Werberats dient die Abbildung allein als Blickfang und steht in keinem Zusammenhang zu den angebotenen Dienstleistungen. Zudem reduziert diese Werbung Frauen auf ihren Körper und würdigt sie damit herab, wie der Werberat in seiner Pressemitteilung beanstandet.

Aufreizendes Comic-Schwein führt wiederholt zu Beschwerden

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Viehtransporte und Leidenschaft sind schwerlich miteinander zu verbinden. Und sexy ist daran erst recht nichts. (Foto: Deutscher Werberat)

Der Deutsche Werberat hat sich nach 2017 erneut mit der Fahrzeugwerbung eines Viehtransportunternehmens aus Düsseldorf befasst. Das gezeichnete weibliche Schwein wird in aufreizender Kleidung und Pose menschlich dargestellt. Zusammen mit dem Werbeslogan „Transport mit Leidenschaft“ führt dies zu einer Herabwürdigung von Frauen. Das Werbemotiv war im Jahr 2017 bereits Gegenstand eines Verfahrens vor dem Deutschen Werberat, der sich damals gegen eine Beanstandung ausgesprochen hatte. Erneute Beschwerden, die eine stärkere Sensibilisierung und Betroffenheit der Bürger:innen zum Ausdruck bringen, haben den Werberat dazu veranlasst, den Fall wieder aufzugreifen.

„Alt und verbraucht?“ – Frauen herabwürdigende Werbung gehört in den Müll!

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Von Respekt für Frauen und gutem Geschmack fehlt hier jede Spur. Werbung wie diese hat längst ausgedient. (Foto: Deutscher Werberat)

Die Fahrzeugwerbung der Rohstoff-Recycling GmbH aus Zittau in Sachsen stuft das Gremium des Werberats ebenfalls als frauenherabwürdigend ein. Auf der Rückseite des Fahrzeugs ist eine Frau in Dessous und Hut abgebildet, die sich mit einer Zigarette in der Hand auf einer Couch räkelt und lasziv in die Kamera blickt. Der zugehörige Werbeslogan lautet: „Zu alt? Zu verbraucht? Zu abgeledert? – Wir entsorgen fast alles – auch Ihre ALTE (Couch:-)“. Das Wortspiel verstärkt den herabwürdigenden Eindruck und auch hier besteht kein Zusammenhang zur beworbenen Dienstleistung.

Nicht ganz sauber! Große Brüste als Werbemittel für Autowäsche

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Pink Power setzt auf peinliche Werbung mit Comic-Figur. (Foto: Deutscher Werberat)

Die Clever & Clean GmbH und Co. KG aus dem nordrhein-westfälischen Titz wirbt für ihre Autowäsche auf einem Plakat mit der Comiczeichnung einer im Bikini posierenden Frau. Insbesondere durch die in Übergröße gezeichneten Brüste, die aufreizende Darstellung sowie ihre knappe Bekleidung werde die Frau laut Werberatsgremium auf ihre Sexualität reduziert und damit herabgewürdigt. Auch hier besteht zudem kein Zusammenhang zur beworbenen Dienstleistung.

Hohl: „Holz vor der Hütte“

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Abgedroschen und sexistisch: die Werbung für einen Brennholzservice ist einfach nur hohl. (Foto: Deutscher Werberat)

In der Anzeigenwerbung der Firma für Brennholzservice aus Reddelich in Mecklenburg-Vorpommern ist eine nackte Frau abgebildet, die sich zwei Holzscheite vor ihre Brüste hält. Das Motiv wird durch den Werbespruch „Wir sorgen für HOLZ vor Ihrer Hütte!“ ergänzt. Der Werberat bewertet dies als eine Reduzierung der abgebildeten Frau auf ihre sexuellen Reize, die hier allein als Blickfang ohne Bezug zum beworbenen Produkt eingesetzt wird.

Nichts außer Gewehr – nichts als Unsinn!

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Absolut absurd: Was die nackte Frau mit einem Gewehr mit Wärmebildkamera macht, das weiß wohl niemand. (Foto: Deutscher Werberat)

Die Gremiumsmitglieder beurteilen die Werbung in einer App für Jagdwetter aus Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt ähnlich: Das Werbemotiv zeigt eine sitzende, nackte Frau, die mit einem Gewehr, an dem die beworbene Wärmebildkamera befestigt ist, ihre Brüste verdeckt. Der Werberat stuft auch diese Werbung als frauenherabwürdigend ein, auch hier besteht zudem kein Zusammenhang zum beworbenen Produkt.

Utopia meint: Es ist allgemein bekannt, dass „sex sells“. Aber deshalb ist es nicht minder daneben. Keine:r braucht sexistische Werbung, schon gar nicht, wenn Menschen oder ganze Personengruppen, wie z. B. Frauen, herabgewürdigt und beleidigt werden.

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