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Lego: So will der Spielzeughersteller nachhaltiger werden

Foto: Maria Tuxen Hedegaard [email protected] www.mariahedegaard.dk
Der dänische Spielzeughersteller Lego will Teile seiner Nachhaltigkeitsstrategie nun schneller als geplant umsetzen. Der Grund: Die jüngsten Kund:innen machen Druck.

Etwa 100.000 Tonnen bunte Bausteine produziert Lego pro Jahr. Sie werden für die zahllosen Bausätze in Kunststofftütchen verpackt. Genutzt wird Einwegplastik, heißt: Müll ohne Ende. Folgerichtig, dass der im dänischen Billund beheimatete Konzern hier dringend eine nachhaltige Alternative braucht. So steht es auch im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens, das seine Umsätze trotz Pandemie steigern konnte.

Plastikfreie Verpackungen

Eigentlich sollen die Einwegverpackungen, so der Bericht, bis 2025 durch nachhaltiges Material ersetzt werden, zum Beispiel durch Recyclingpapier. Eine ganze Reihe von Alternativen seien dafür bereits in der Testphase bei Kindern und Eltern. Die Tests laufen aber wohl so gut, dass Konzernchef Niels B. Christiansen gegenüber dem Wirtschaftsdienst Bloomberg Green nun angekündigt hat, den nachhaltigen Verpackungstausch schneller als geplant hinzubekommen. Man sei mindestens im Zeitplan, obwohl es ein langer Prozess sei, insbesondere hinsichtlich der „Anpassungen vieler Maschinen in unseren Fabriken“.

Lego: Weitervererben statt wegwerfen

Und das ist die komplizierte Baustelle in der Zukunftsstrategie des Spielwarenherstellers. CO2-neutrale Produktion, Verpackungsreform, Wasserreduktion, soziales Engagement. Alles vorbildlich. Aber der Erfolg des 1932 gegründeten Unternehmens fußt seit den 1960er-Jahren besonders auf dem erdölbasierten Kunststoff Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS). Dabei war die Idee dahinter nachhaltig gedacht: weitervererben statt wegwerfen. ABS ist robust, flexibel und farbbeständig. Deswegen überstehen die Plastikteile Jahrzehnte.

Die konkreten Pläne, weg vom Erdöl und Kunststoff zu kommen, gibt es schon seit 2015. Ökologisch sauberen Ersatz mit ähnlichen Eigenschaften zu finden, ist allerdings schwierig. Eine Alternative sind Legosteine aus Zuckerrohr. Es kann als Basis für pflanzlichen Kunststoff dienen. Ein entsprechender Versuch mit einem kleinen Pflanzenset aus Zuckerrohr schaffte es unter dem Slogan „Plants for Plants“ sogar 2018 in die Läden. Heute sucht man im Onlineshop danach allerdings vergebens. Auch Versuche mit Mais oder Weizen waren nicht allzu erfolgreich. Es haperte an Festigkeit und Farbbeständigkeit. Welche pflanzlichen Rohstoffe tatsächlich nachhaltiger sind, muss sich ohnehin noch erweisen. Denn die Umweltbilanz muss über die gesamte Produktionskette hinweg stimmen.

Immerhin: Die Investitionen in wirklich nachhaltiges Spielzeug zeigen, dass es die Dän:innen ernst meinen. 400 Millionen Euro fließen zwischen 2020 und 2023 in entsprechende Projekte. Hundert Mitarbeitende umfasst derzeit nach eigenen Angaben das Team für „Green Toys“.

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