Dach dämmen: Diese Dämmstoffe gibt es

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Richtig dämmen heißt: ökologische Kosten sowie Geld einsparen. Nun gibt es unterschiedliche Dämmstoffe für dein Dach. Wir haben die Wichtigsten zusammengefasst.

Dach dämmen: Wieso, weshalb, warum?

Ein gut gedämmtes Dach spart Energie und sorgt für eine angenehme Luftzirkulation im Haus. Es hält Hitze ebenso ab wie Kälte und sorgt zu jeder Jahreszeit für ein gutes Klima in den vier Wänden. Dies ist nicht nur für den Geldbeutel ein Vorteil, sondern auch für die Umwelt. Denn Heizen bedeutet Ressourcenverbrauch und damit verbunden CO2-Ausstoß. Um die Heizintensität gering zu halten, ist es also notwendig, ein gut und richtig gedämmtes Dach zu haben.

Ein Dach sollte aber auch gedämmt sein, wenn im Dachgeschoss niemand wohnt – aus Energiespargründen

Kunststoffe als Dachdämmung: Polystyrol und Polyurethan

Polyurethan kann Giftstoffe freisetzen.(Foto: CC0 / Pixabay / justynkalp)
Polyurethan kann Giftstoffe freisetzen.

Zu den Dämmstoffen aus Kunststoff zählen Polystyrol, also Styropor, und Polyurethan. Es handelt sich hier meist um Kunststoffplatten aus Hartschaum. Der Rohstoff dieses Dämm-Materials ist Erdöl

Das spricht für die Dämmung mit Kunststoffen: 

  • gute Dämmwirkung
  • hoher Schallschutz
  • witterungsbeständig gegenüber Feuchtigkeit
  • leicht
  • druckfest
  • günstig

Das spricht gegen eine Dämmung mit Kunststoff:

  • Rohstoff Erdöl
  • niedriger Schmelzpunkt (240 Grad): Im Falle eines Brandes entwickelt sich starker Qualm. 
  • Bei Brand können Gefahrenstoffe freigesetzt werden (Es gibt hierfür besondere Richtlinien!).
  • Unbeständig ggü. UV-Strahlung (Styropor wird spröde)
  • Frage der Recyclebarkeit 

Mit der hohen Dämmwirkung argumentieren Hersteller, wenn es um den Nutzen für Mensch und Umwelt geht. Tatsächlich werden Heizkosten gesenkt – und damit der Energieverbrauch. Allerdings bestehen die Platten aus synthetischen Stoffen und Erdöl.

Das Problem: Öl aus der Erde zu pumpen ist riskant, oft mit Umweltschäden verbunden und die weltweiten Erdölreserven sind begrenzt. Wenn der Kunststoff mal ausgedient hat, bleibt außerdem das Müllproblem. Kunststoffe brauchen teilweise hunderte Jahre bis sie sich abbauen, manche sind auch gar nicht abbaubar. Zwar werden sie auch recycelt, die Recycling-Quote ist jedoch vergleichsweise niedrig. 

Aber auch mit dem geringen Schmelzpunkt der Kunststoff-Dämmung und den Giftstoffen ist es fraglich, ob Dämmplatten aus Kunststoff geeignet für nachhaltiges Wohnen sind.

Dämmung fürs Dach: Anorganisch

Eine mögliche Alternative: Anorganische Dämmmaterialien wie Mineralwolle. Dazu zählen auch Steinwolle und Glaswolle. Sie unterscheiden sich lediglich in der Zusammensetzung der Grundstoffe und sind als Platten oder Rollen erhältlich. Mineralwoll-Platten zählen zu den Klassikern der Dämmung für Dächer.

Vorteile von Mineralwollen:

  • leicht
  • einfach verlegbar
  • hohe Dämmkraft
  • schwer entzündbar
  • gute Schalldämmung
  • kann recycelt werden
  • günstig

Nachteile von Mineralwollen:

  • Während sie verbaut werden, können sich Partikel lösen, die Augen, Haut und Schleimhäute reizen (Schutzkleidung ist also obligatorisch).
  • keine hohe Feuchtigkeitsbelastung 

Glaswolle ist leichter als Steinwolle und lässt sich besser verlegen, weshalb sie für Steildächer geeigneter ist. Steinwolle hat eine bessere Energiebilanz als Glaswolle, sowohl in der Herstellung als auch in der Dämmung.

Natürliche Dämmstoffe: Hanf, Holz, Altpapier und Seegras

Dämmung mit Seegras ist eine besonders ursprüngliche Methode.(Foto: CC0 / Pixabay / Hugo_ob)
Dämmung mit Seegras ist eine besonders ursprüngliche Methode.

Zu natürlichen Dämmstoffen zählen beispielsweise Holzfasern, Zellulose, Hanf oder Seegras

1. Bei der Dämmung mit Seegras wird unterschieden zwischen Seegras von Ostseestränden, welches von Hand in jede Ecke gestopft werden kann, und sogenannten Neptunkugeln, meist aus dem Mittelmeerraum. Neptunkugeln bestehen aus abgestorbenen Blattrippen und Blattscheiden, die durch die Wellen zu kleinen Kugeln geformt werden. Die Kugeln werden vom Sand befreit und gehäkselt.

In ihren Eigenschaften unterscheiden sich die beiden Seegras-Dämmarten kaum. Osteeseegras eignet sich mehr für die Stopfdämmung in Altbauten und Neptunkugeln für Dämmungen in oberen Geschossen.

Vorteile von Seegrasdämmung:

  • nicht brennbar
  • gute Wärmedämmung
  • feuchtigkeitsresistent
  • schwer verrottbar, schimmelresistent
  • resistent gegen Schädlinge
  • schadstofffrei
  • kompostierbar
  • leicht
  • Ostseeseegras: regional 
  • geringer Primärenergieaufwand für Herstellung und Co.

Nachteile von Seegras:

  • relativ teuer

2. Du kannst dein Dach auch mit Zellulose dämmen. Zellulose besteht im Prinzip aus Altpapier, was die Platten in der Ökobilanz sowie im Recycling punkten lässt.

Weitere Vorteile von Zelluloseplatten

  • gute Wärmedämmung
  • recyclebar
  • keine chemischen Zusatzstoffe
  • schimmelresistent
  • guter Schallschutz
  • günstig

Nachteile von Zelluloseplatten:

  • ein Fachmann wird gebraucht (Einblasdämmung: Durch ein kleines Loch in der Wand wird das Dämmmaterial eingeblasen, welches sich nach und nach zwischen Innen- und Außenwand absenkt und seine Dämmwirkung entfaltet)
  • Gefahr von Einblasdämmungen: Wenn zu wenig Material eingeblasen wird oder ein anderer Fehler passiert, werden die Hohlräume nicht ausreichend gefüllt. Die Zellulose rieselt dann in die Hohlräume. 

3. Ein weiteres Naturprodukt zur Dach-Dämmung ist Hanf. Hanf ist vielseitig einsetzbar und ein wahrer Alleskönner. Hanffasern sind langlebig, stark und natürlich.

Vorteile von Hanf-Platten:

  • hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit
  • guter Schallschutz
  • resistent ggü. Schimmel und Schädlingen
  • gute Dämmeigenschaft
  • im Vergleich: gute Ökobilanz aufgrund geringem Primärenergieaufwand

Nachteile der Hanf-Dämmung:

  • normal entflammbar 
  • beschränkte Einsatzgebiete aufgrund Brandschutzverordnungen, ungeeignet für die Außendämmung (Wärmedämmverbundsysteme)

4. Dach-Dämmungen mit Holzfasern sind, im Vergleich zu Dämmungen mit Seegras, Hanf oder Zellulose, relativ gängig. Die Holzfaserplatten bestehen meist aus Holzbrei aus Nadelholz, beziehungsweise Resthölzern.

Vorteile von Holzfaserplatten:

  • natürliches Produkt: frei von chemischen Zusätzen (vorausgesetzt es wurde im Nassverfahren hergestellt und somit der holzeigene Bindestoff Lignin aktiviert – statt schädlicher Kleber)
  • kompostierbar
  • günstig 
  • gute Wärmeeigenschaft
  • Schallschutz
  • gute Feuchtigkeitsabsorbierung 
  • flexibel und druckfest

Nachteile von Holzfaserplatten:

  • normal entflammbar
  • Verarbeiten teilweise schwierig: Schutzkleidung!

Weitere Dämmstoffe sind: Kokosfasern, Flachs oder Schafwolle.

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