Ein romantisches Lagerfeuer im Garten mit Lagerfeuergeschichten und vielleicht Musik – doch was muss man dabei beachten? Damit es ein angenehmer Abend wird, haben wir in diesem Artikel ein paar Tipps für dich.
Beim Gedanken an ein Lagerfeuer im Garten denkst du wahrscheinlich an Marshmallows oder Stockbrot, Lagerfeuergeschichten und Gitarrenmusik an einem lauen Sommerabend. Damit du ohne Gefahr bei dir im Garten ein schönes Lagerfeuer machen kannst, haben wir ein paar Tipps für dich.
Das solltest du über Lagerfeuer wissen
Ein Lagerfeuer ist nicht nur eine praktische Möglichkeit, sich zu wärmen oder zu grillen, sondern schafft auch eine besondere Atmosphäre:
- Du hast die Wahl zwischen einer Feuerschale, einem Feuerkorb oder einer Feuerstelle. Informationen zur Rechtsgrundlage, die dir die Entscheidung erleichtern, folgen im nächsten Absatz.
- Eine Feuerstelle ist meistens eher eine langfristigere Sache, während die Feuerschale und der Feuerkorb sich leichter auf- und abbauen lassen.
- Die Feuerschale oder der Feuerkorb sollte aus einem soliden Material wie Edelstahl, Gusseisen oder Beton sein.
- Stelle deine Feuerschale kippsicher auf. Wichtig ist dafür ein ebener Untergrund.
Standort des Lagerfeuers
Der Standort des Lagerfeuers sollte gut gewählt werden, um Sicherheit zu gewährleisten:
- Wähle den Standort für deine Feuerschale oder das Lagerfeuer so, dass keine Brandgefahr für die Umgebung entstehen kann. Manchmal kann schon ein Funke oder ein Windstoß reichen, dass die Flammen höher schlagen und eine trockene Wiese entzünden. Entferne dich mindestens 100 Meter von einem Wald und stelle dich, wenn möglich, nah an einen Wasserzugang.
- Die Umgebung sollte nicht sehr trocken, also leicht entflammbar sein. Besser als die Feuerschale auf der Wiese aufzustellen wäre, sie auf einer gefliesten Terrasse zu platzieren.
- Solltest du keinen steinigen Untergrund finden, stich den Boden der Feuerstelle zehn bis 20 Zentimeter aus. So hast du kein leicht entflammbares Gras mehr, sondern Erde.
- Wenn du nicht dauerhaft eine Feuerstelle in deinem Garten haben möchtest, lagere die Boden– oder Rasenstücke an einem schattigen Platz und setze sie nach dem Lagerfeuer wieder ein.
- Entferne zusätzlich trockenes Gras oder Laub sowie andere brennbare Stoffe aus der Umgebung deines Lagerfeuers, um die Brandgefahr zu minimieren. Pflicht ist in Bayern zum Beispiel ein Abstand von mindestens fünf Metern.
Material für das Feuer
Für ein sicheres und effizientes Lagerfeuer ist die Wahl des richtigen Materials entscheidend:
- Verwende für dein Lagerfeuer am besten trockenes, abgelagertes Holz. Grillkohle geht auch, achte hier unbedingt auf nachhaltige Grillkohle.
- Achte darauf, dass das Holz unbehandelt ist, empfiehlt das Umweltbundesamt. Das bedeutet, dass es weder lackiert noch in Form von Spanplatten verarbeitet sein sollte. Holz, das mit Lacken oder Holzschutzmitteln behandelt wurde, kann beim Verbrennen hochgiftige Dioxine und Furane (“Seveso-Gifte”) freisetzen.
- Ein Lagerfeuer ist nicht immer die richtige Lösung, um schnell und einfach Holz zu entsorgen. Was es zu beachten gibt, erfährst du in folgendem Artikel: Holz entsorgen: Diese Möglichkeiten gibt es.
- Vermeide außerdem das Verbrennen von Gartenabfällen, da es in den meisten Gemeinden verboten ist. Dabei entstehen hohe Mengen an Staub, unangenehme Gerüche und gesundheitsschädliche Schadstoffe wie Polyzyklische Aromatische Kohlenstoffe (PAKs), die Umwelt und Gesundheit belasten.
- Zum Anzünden solltest du keine brennbaren Flüssigkeiten verwenden, außer sie sind vom Hersteller ausdrücklich dafür geeignet. Verwende nach Möglichkeit pflanzliche oder natürliche Anzündhilfen. Alternativ kannst du feste Anzünder für Lagerfeuer kaufen oder selbst welche herstellen: Grill- und Kaminanzünder selber machen – Mit Kerzenresten und Eierkartons.
- Setze niemals Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin ein. Diese Flüssigkeiten verdampfen schon bei niedrigen Temperaturen und können ein gefährliches, explosives Gemisch aus Gas und Luft bilden. Dies kann zu plötzlichen, gefährlichen Flammenausbrüchen führen, die umstehenden Menschen Schaden zufügen können.
Sicherheit beim Lagerfeuer
Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich ein Lagerfeuer im Garten sicher genießen:
- Neben deinem Lagerfeuer sollte auch immer ein Eimer Wasser oder Ähnliches zum Löschen im Notfall bereitstehen.
- Lass das Feuer nie unbeaufsichtigt. Kleine Kinder oder Haustiere sollten dem Lagerfeuer im Garten fernbleiben.
- Auf der Seite der Bayerischen Staatskanzlei findest du zusätzlich eine Liste brandgefährlicher Stoffe, die sich nicht in der Nähe deines Lagerfeuers befinden sollten.
- Kommt starker Wind auf, dann lösche das Feuer am besten. So vermeidest du, dass Funken aus Versehen etwas in Brand setzen.
- Stelle nach dem Lagerfeuerabend sicher, dass Feuer und Glut komplett erloschen sind. Laut dem Umweltbundesamt sollte die ausgekühlte Asche im Restmüll entsorgt werden. Sie gehört weder in den Garten noch auf den Kompost, da sich sonst Schwermetalle aus dem Holz sowie Schadstoffe aus der Verbrennung, wie PAKs, im Boden anreichern können.
- Auf der jeweiligen Seite des Landesfeuerverbandes deines Bundeslandes findest du zusätzlich mehr Informationen zur Brandverhütung und welche Nummer du bei einem Notfall wählen musst.
- Halte ausreichend Abstand zur Rauchfahne, auch wenn du bei wechselndem Wind deinen Platz am Feuer anpassen musst. Laut Umweltbundesamt enthält der Rauch eines Lagerfeuers selbst bei der Verwendung von geeignetem Brennholz gesundheitsschädliche Stoffe. Beim Verbrennen entstehen Ruß, Feinstaub und verschiedene Gase, die in die Luft und durch Einatmen in den Körper gelangen können. Aus Sicht des Umwelt- und Gesundheitsschutzes sind offene Feuer generell nicht empfehlenswert und sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
Rechtliche Grundlagen für ein Lagerfeuer im Garten
Neben den eben genannten Tipps solltest du am besten auch die Rechtsgrundlage im Blick haben. Die kann sich allerdings je nach Bundesland unterscheiden. Außerdem ist Lagerfeuer nicht gleich Lagerfeuer. Im Folgenden haben wir dir ein paar wichtige Punkte aufgelistet:
- Erkundige dich bei deiner Gemeinde, ob eine Genehmigung für ein Lagerfeuer nötig ist. Von Lagerfeuer spricht man, wenn es sich um ein offenes Feuer handelt, das nicht von einer Schale oder einem Korb umschlossen ist. Solltest du ohne notwendige Genehmigung ein Lagerfeuer machen, kann das zu hohen Bußgeldern führen.
- Die Genehmigungspflicht trifft nicht auf Feuerschalen oder Feuerkörbe zu, zumindest solange der Durchmesser davon kleiner als einen Meter ist. Dann gilt es als nicht genehmigungspflichtiges Wärme– oder Gemütlichkeitsfeuer.
- Verständige dich zusätzlich mit deinem Vermieter oder deiner Vermieterin, ob ein Lagerfeuer oder eine Feuerschale erlaubt ist.
- Informiere dich bei deinem örtlichen Umwelt– oder Ordnungsamt, ob du überhaupt ein Lagerfeuer machen darfst. Gerade in besonders warmen und trockenen Sommermonaten ist das oft verboten.
- Nimm Rücksicht auf deine Nachbar:innen. Ein Mindestabstand von zehn Metern zum anliegenden Grundstück wird empfohlen, um sie nicht zu sehr mit Rauch zu belästigen. Ab wann sich deine Nachbarn über Rauch und Gestank beschweren dürfen, findest du in den Immissionsschutzgesetzen deines Bundeslandes.
So schützt du Tiere vor deinem Lagerfeuer
Auch wenn man als erste Gefahr bei einem Lagerfeuer immer zuerst an Funkenflug oder unkontrolliertes Feuer denkt, darf man eine Sache nicht vergessen: die Tiere im eigenen Garten, gerade bei einer Feuerstelle direkt am Boden oder einem Lagerfeuer. Feuerschalen oder –körbe stellen hier keine so große Gefahr dar.
Bei Feuerstellen musst du allerdings darauf achten, dass du nicht vorher das Holz oder die Äste aufstapelst, dann liegen lässt und erst nach einer gewissen Zeit anzündest. In dieser Zeit könnten es sich beispielsweise Igel oder Vogelarten wie das Rotkehlchen und der Zaunkönig im Holz gemütlich gemacht haben. Vögel nutzen das Holz zum Beispiel gerne als Brutplatz und Igel, um sich tagsüber darin zu verstecken. Bei Lärm während des Anzündens verstecken sich Igel beispielsweise erst und warten ab, ob die Gefahr vorübergeht. Ist das Feuer dann angezündet, ist es meistens zu spät.
Um die Tiere also vor einem qualvollen Tod zu bewahren, ist gerade bei direkt im Boden gelegenen Lagerfeuern Umschichten sehr wichtig. Schau also immer gründlich nach, ob sich da nicht jemand zwischen dem Holz und den Ästen versteckt hat.
Überarbeitet von Melanie Grünauer
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