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Ist Lüften bei Regen sinnvoll? Tipps gegen Schimmel

Foto: Pixabay/ CC0/ markusspiske

Um Schimmel im Winter zu vermeiden, sollten wir regelmäßig lüften. Denn so tauschen wir die feuchte Luft im Inneren mit trockener, frischer Luft aus. Aber funktioniert das auch bei schlechtem Wetter? Macht Lüften bei Regen Sinn?

Lüften ist aus vielen Gründen wichtig: Zum einen können wir uns in einem stickigen Zimmer weniger gut konzentrieren und werden schnell müde – davor warnt unter anderem die Verbraucherzentrale. Zum anderen reichern wir die Luft durchs Atmen mit Feuchtigkeit an. Diese kann vor allem im Winter zum Problem werden: In Räumen mit zu hoher Luftfeuchtigkeit kommt es bei niedrigen Temperaturen schnell zu Schimmel. Dagegen hilft: heizen und lüften.

Dieser Luftaustausch erscheint logisch, wenn es draußen trocken ist. Doch was ist bei Regen – macht Lüften dann Sinn?

Wieso du auch bei Regen lüften solltest

Ja, auch bei Regen solltest du das Lüften nicht vernachlässigen. Das hat folgende Gründe:

Beim Lüften tauscht du die Luft im Inneren eines Raums mit Außenluft aus. Hat die Außenluft eine hohe Luftfeuchtigkeit, kann auch die Luftfeuchtigkeit im Innenraum für kurze Zeit steigen. Allerdings ändert sich der Wert, wenn die kalte Außenluft im Inneren erwärmt wird. Luft, die bei 10 Grad Celsius völlig gesättigt ist (100 Prozent Luftfeuchtigkeit), hat bei 20 Grad Celsius eine relative Feuchte von nicht einmal 50 Prozent und ist dann vergleichsweise trocken.

Kurz gesagt: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Wenn du bei Regen lüftest und dabei feuchte Luft nach innen gelangt, wird die Luftfeuchtigkeit im Zimmer trotzdem sinken, sobald eine Heizung die kalte Luft erwärmt hat. Das gilt übrigens auch für Lüften bei Nebel und Lüften bei Schnee.

Übrigens: Nur weil es regnet, heißt das übrigens nicht automatisch, dass draußen eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Die relative Luftfeuchtigkeit hängt von mehreren Faktoren ab – wie oben beschrieben u.a. auch von der Temperatur. Die meisten Wetterberichte geben auch die relative Luftfeuchtigkeit an.

Schimmel vermeiden: Mit Lüften und Heizen

Beim Lüften am besten die Fester kurz ganz aufmachen und nicht in gekipptem Zustand Dauerlüften. (Foto: „CC0 Public Domain / Pixabay / pexels“)

Lüften macht also auch bei Regen Sinn. Mit einer Ausnahme:

Wenn es draußen etwa so kalt ist wie drinnen, wird das Lüften bei Regen eventuell nicht dazu beitragen, die Feuchtigkeit im Raum zu senken. Wer im Winter Schimmel vermeiden will, muss also nicht nur lüften, sondern auch heizen. Energieexperte Martin Brandis von der Verbraucherzentrale empfiehlt gegenüber Utopia, die Raumtemperatur möglichst nicht unter 16 Grad fallen zu lassen, um Schimmel vorzubeugen. Mehr Infos dazu kannst du in folgendem Beitrag nachlesen: Schlechte Energiespartipps: Davon rät ein Experte ab

Bei Regen lüften: Was du beachten solltest

  • Stoßlüften oder Querlüften ermöglicht einen effektiven Luftaustausch. Öffne dabei ein oder mehrere Fenster für einige Minuten komplett, damit die Luft schnell ausgetauscht wird.
  • Wie lange und wie häufig du lüften musst, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Am besten orientierst du dich an einem Hygrometer – das zeigt die relative Luftfeuchtigkeit in Räumen an und ist für wenige Euro im Baumarkt oder online erhältlich, zum Beispiel auf Amazon. So erkennst du, wann du lüften solltest – bei Regen, Sonnenschein oder jedem anderen Wetter.
  • Reicht Stoßlüften nicht aus, um die Feuchtigkeit zu senken, musst du die Fenster eventuell zusätzlich einige Zeit gekippt lassen. Die Fenster nur zu kippen, ist weniger effektiv. Außerdem kann der Bereich um das Fenster herum auskühlen. Dabei bildet sich oft Kondenswasser, dass zur Schimmelbildung beiträgt.
  • Wer sich tagsüber nicht in der Wohnung aufhält, sollte zumindest morgens und abends gründlich lüften.
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