Statt wegwerfen: Zalando testet Reparaturservice

Zalando testet Reparaturservice
Foto: CC0 / Pixabay / islandworks

Zalando bietet ab sofort einen Reparaturservice an. Mit dem Angebot möchte die Firma nachhaltiger werden und die Lebensdauer von Millionen Kleidungsstücken verlängern. Das steckt dahinter.

So funktioniert der Reparaturservice von Zalando

Zalando bietet in Zusammenarbeit mit dem Londoner Start-Up „Save Your Wardrobe“ vorerst in der Hauptstadt Berlin einen textilen Reparaturservice an. Die Modekette verfolgt ab sofort das Ziel, beschädigte Kleidungsstücke als besondere Serviceleistung zu überprüfen und diese anschließend an Schuster:innen oder Änderungsschneidereien abzugeben. Bei dem „Care and Repair“-Projekt tritt Zalando folglich als Vermittler auf: Es versendet die beschädigte Kleidung im Auftrag der Kund:innen an die jeweiligen Firmen weiter.

Ursprung des neuen Services ist eine Umfrage des Unternehmens. Dabei gab die Hälfte der Befragten an, dadurch nachhaltiger handeln zu wollen, indem es einen Service für Pflege und Reparatur von Kleidern gäbe. Das soll mit dem Reparaturservice jetzt in der Praxis getestet werden.

Nach eigenen Angaben möchte das Unternehmen bis 2023 mindestens 50 Millionen Kleidungsstücken ein neues Leben schenken. Sofern der Reparaturservice erfolglich verläuft, möchte Zalando diesen im nächsten Schritt auch in Düsseldorf anbieten.

Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit oder reine Marketingstrategie?

Zalando arbeitet im Rahmen des neuen Reparaturservices mit externen Schneider:innen und Schuster:innen zusammen.
Zalando arbeitet im Rahmen des neuen Reparaturservices mit externen Schneider:innen und Schuster:innen zusammen. (Foto: CC0 / Pixabay / pdrhenrique)

Bei dem von Zalando angebotenen Reparaturservice stellt sich die Frage, inwieweit sich dieser für Kund:innen und externe Firmen bezahlt macht. Grundsätzlich bleibt der Preis ein sensibles Thema, da die Reparatur nicht mehr kosten sollte als das Kleidungsstück selbst – so bewertet Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe den neuen Reparaturservice. Wer eine Notreparatur für Kleidung anbiete, dürfte diese nicht so teuer machen wie Neuware, „sonst macht es nämlich keiner“. Viel wichtiger sei es laut Fischer, „steuerliche Anreize“ zu schaffen, um Schneidereien und Schustereien wettbewerbsfähig zu halten. Zudem könnte sich der Service in Metropolen wie Berlin als überflüssig erweisen: Fischer weist darauf hin, dass ein solches Angebot etwa auf dem Land, wo die Menschen weitere Wege zurücklegen müssten, möglicherweise rentabler wäre.

Second Hand anstelle von Fast Fashion

Reparieren statt wegwerfen: Zunächst soll der Service in Berlin starten.
Reparieren statt wegwerfen: Zunächst soll der Service in Berlin starten. (Foto: CC0 / Pixabay / weinstock)

Utopia meint: Prinzipiell ist es ein gutes Zeichen, dass Unternehmen wie Zalando inzwischen über einen nachhaltigeren Umgang mit Mode nachdenken. Dies stellte der Modehändler bereits mit seinem Angebot für gebrauchte Kleidung unter Beweis, dessen Sortiment anwächst, allerdings auch zu Käufen nach „Fast-Fashion“-Mentalität verleiten könnte. Die Artikel werden beim neuen Reparaturservice verschickt – nachhaltiger wäre es in Berlin, diese selbst mit dem Fahrrad zur Schneiderei im eigenen Kiez zu bringen. Dennoch unternimmt Zalando mit dem neuen Reparaturservice einen Schritt in die richtige Richtung und bietet Kund:innen, wenn auch zunächst nur in Berlin, einen einfachen Einstieg darin, Kleidung reparieren zu lassen und sie somit länger zu benutzen.

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