The Street Store: Die clevere Kleiderspende auf der Straße

© The Street Store

Mit einfachen Mitteln sorgt das weltweite Open-Source-Projekt dafür, dass gespendete Kleidung dort ankommt, wo sie gebraucht wird: bei Bedürftigen vor Ort.

Die Idee ist genial einfach. Mithilfe von Plakaten verwandelt man öffentlichen Raum in einen kostenlosen Kleiderladen und fordert die Leute damit auf, Kleider und Schuhe zu spenden, die sie nicht mehr tragen. Bedürftige können sich dann im „Street Store“ bedienen.

Entwickelt wurde das Konzept von Max Pazak und Kayli Vee Levitan, die für eine Werbeagentur in Kapstadt (Südafrika) arbeiten. Beide wollten etwas tun, um den vielen Obdachlosen zu helfen, mit denen man dort permanent konfrontiert ist. Die typische Geldspende war ihnen aber zu kompliziert: von wem sollte man das Geld sammeln und wie kommt es tatsächlich bei den Bedürftigen an?

So kam ihnen die Idee, überschüssige Kleidung einzusammeln und direkt an Obdachlose weiterzugeben. Dafür haben die Designer fünf kluge Poster-Motive für einen „Pop-Up- Store“ entwickelt: drei davon machen Passanten klar, worum es geht, eines dient als Kleiderbügel und ein weiteres für die Spende von Schuhen und Accessoires.

Mit 5 Plakaten steht der Street Store

Der Aufwand für die Kleiderspender ist klein, sie müssen nicht mehr tun als ihre Spende zum Street Store zu bringen. Bei den Bedürftigen vermeidet diese Art der Spende laut Pazak, das Gefühl, dass mit alten Kleidern nach ihnen geworfen wird – sie haben eine Wahl.

Der erste „Street Store“ fand im Januar 2014 statt, das Konzept kam so gut an, dass es Pazak und Levitan zusammen mit einer Hilfsorganisation zum Open-Source-Projekt machten, das schon in Städten auf der ganzen Welt umgesetzt wurde. USA, Kanada, Brasilien, Israel, Griechenland, England – Armut und den Bedarf nach Kleidung gibt es überall.

Street Store

Wann kommt der erste Street Store in Deutschland?

In Deutschland hat bisher noch kein Street Store stattgefunden. Ob das Konzept hier funktionieren würde, ist eine gute Frage. Von hiesigen Hilfsorganisationen hört man oft das Argument, dass wir eine Überversorgung mit gespendeter Kleidung haben – und darum wird die meiste ins Ausland gebracht.

Andererseits würde die direkte Kleiderspende auf Straße ein vollkommen anderes Verhältnis zwischen Spendern und Bedürftigen herstellen als die gängige anonyme Spende am Container. Vielleicht würde das auch den ein oder anderen Konsumenten dazu bringen, seinen Kleiderkonsum zu überdenken: Fast jeder von uns hat seinen Kleiderschrank schon voll und trotzdem kaufen wir immer mehr neue Klamotten.

Einen Versuch wäre es wert: The Street Store ist wie gesagt Open-Source. Jeder, der möchte, kann einen organisieren. Dazu kann man sich auf der Webseite die Motive für Poster herunterladen, nachdem man sich registriert und einigen Rahmenbedingungen zugestimmt hat – z.B. der Kooperation mit einer lokalen Hilfsorganstation für Obdachlose.

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(1) Kommentar

  1. Ich gebe meine Kleider bei Kashka in Karlsruhe ab. Das ist ein Second-Hand Kaufhaus.
    Ich kaufe dort auch schon mal Kleidung. Die dort nicht verkaufbare Ware wird dann an bedürftige abgegeben.
    Markenware stelle ich auch bei Kleiderkreisel und ebay ein, damit diese einen zweiten Liebhaber findet.

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