Schwedische Studie: Männer leben klimaschädlicher als Frauen

Shopping, Einkaufen, Geschäft
Foto: CC0 / Pixabay / kc0uvb

Eine schwedische Studie vergleicht das Konsumverhalten von Männern und Frauen und kommt zum Schluss: Männer schaden dem Klima mehr durch ihr Konsumverhalten als Frauen. Das liegt auch daran, wofür Männer in der Regel Geld ausgeben.

Die Studie der Firma Ecoloop vergleicht den Konsum von Alltagsgütern, wie er von alleinstehenden „Durchschnittsmännern“ oder „Durchschnittsfrauen“ erfolgt. Zudem konzentriert sich die Studie im Einzelnen auf die Bereiche ‚Lebensmittel‘, ‚Urlaub‘ und ‚Einrichtung‘. Diese sind besonders erfolgsversprechend, um beim eigenen Konsum Treibhausgas-Emissionen einzusparen, so die Studie.

Die Wissenschaftler:innen berechneten mittels einer Umweltanalyse-Software die CO2-Emissionen für ausgewählte Produkte und Dienstleistungen. Die Daten zu Konsumgewohnheiten und Ausgaben der schwedischen Frauen und Männer stellte das Statische Zentralamt in Schweden (SCB) zur Verfügung.

Wo liegen die Unterschiede?

Der größte Unterschied im Konsumverhalten von Männern und Frauen liegt – der Studie zufolge – darin, dass Männer wesentlich mehr Geld für Diesel und Benzin ausgeben als Frauen. Dabei wurden ausschließlich die Ausgaben für Diesel und Benzin für die private Nutzung, nicht aber für Arbeitsfahrzeuge berücksichtigt.

CO2 Bepreisung
Kraftstoffe wie Diesel und Benzin sind besonders für die Umwelt und das Klima problematisch. (Foto: CC0 / Pixabay / IADE-Michoko)

Laut Studie verursachen Männer durch ihr Kaufverhalten im Schnitt 18 Prozent mehr klimawirksame Emissionen von CO2 als Frauen. In Summe sind die Ausgaben von Frauen und Männern aber ungefähr gleich hoch. Jedoch unterscheiden sich die Konsumbereiche.

Folgende 11 Kategorien für Konsumgüter und Dienstleistungen wurden in der Studie untersucht:

  • Tabak
  • Kleidung und Schuhe
  • Lebensmittel und Getränke (inkl. Alkohol und Restaurantbesuche)
  • Einrichtung (inkl. Dekoration und Pflege)
  • Wohnung
  • Gesundheit
  • Kommunikation
  • Andere Produkte und Dienstleistungen
  • Freizeit und Kultur
  • Urlaub
  • Transport bzw. öffentliche Verkehrsmittel

Die Wissenschaftler:innen stellten dabei fest: Während Frauen ihr Geld eher in Gesundheit, Kleidung oder Wohnung bzw. Dekoration investieren, geben Männer vergleichsweise mehr Geld für Autos, Alkohol und Tabak sowie für Restaurantbesuche aus.

Klimafreundlicher Konsum: Was kannst du tun?

Eines der zentralen Ergebnisse der Studie lautet: Die eigenen Ausgaben – statt auf Kraftstoffe fürs Auto – vermehrt auf Lebensmittel, Urlaub und Einrichtung zu richten, kann dem Klima zugute kommen.

Eine effektive Stellschraube, die in der Studie genannt wird, ist der Wechsel von einer omnivoren zu einer pflanzlichen Ernährung. Aber auch Urlaubsreisen mit dem Zug statt mit dem Auto oder Flugzeug sind gut, um den eigenen CO2-Fußabdruck zu minimieren. Die Wissenschaftler:innen gehen in der Studie sogar davon aus, dass so die CO2-Emissionen einzelner Personen um bis zu 40 Prozent verringert werden können.

Wochenmärkte sind eine gute Anlaufstelle für saisonales, regionales und plastikfreies Einkaufen.
Wochenmärkte sind eine gute Anlaufstelle für saisonales, regionales und plastikfreies Einkaufen. Das ist auch für’s Klima gut! (Foto: CC0 / Pixabay / brigwa)

Utopia meint: Das klingt toll: Geld für Urlaub, Essen und Einrichtung ausgeben und damit das Klima schützen? La Dolce Vita mit Hummer und Jet Set? So geht’s natürlich nicht. Wenn man auch in diesen Bereichen wenig nachhaltige Optionen wählt, zum Beispiel Langstreckenflüge, Möbel aus nicht nachhaltigen Rohstoffen oder eine Ernährungsweise, die dem Klima schadet, dann wird das auch mit der Verringerung des CO2-Ausstoßes durch Änderung des Konsumverhalten nichts.

Was aber hilft – auch ungeachtet einer Studie: sich seines eigenen Konsumverhaltens bewusst zu werden und aktiv zu versuchen, hier klimafreundlicher zu werden. Wenn eine Studie wie diese dazu führt, bei sich selbst anzusetzen, dann ist das also gut! Dennoch brauchen wir auch gesamtgesellschaftliche und politische Initiativen, um das Klima zu schützen.

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