Vegane Kleidung: Kork statt Leder

Kork statt Leder: bleed macht's vor
Foto: © bleed

Das vegane Streetwear-Label bleed hat aus Kork eine vollkommen neue Alternative zu Leder entwickelt – und könnte damit vegane Mode revolutionieren. Schon bald sollen Jacken, Gürtel und Portemonnaies aus solchem Kork in den Handel kommen.

Für Leder sterben Tiere – damit ist es alles andere als vegan. Doch echte Alternativen waren bisher rar. Kunstleder ist zwar weit verbreitet, doch kaum weniger problematisch als echtes Leder: es wird in der Regel aus synthetischen, erdölbasierten Fasern gewonnen, die nicht biologisch abbaubar sind. Zudem ist Kunstleder längst nicht so robust und langlebig wie echtes Leder.

Das neue Korkmaterial könnte sich zu einer echten Alternative entwickeln. „Frei von Tierleid, giftigen Chemikalien und ohne ausbeuterische Handelsstrukturen ist Kork das Leder des 21. Jahrhunderts“, schreibt das Label bleed.

Kork statt Leder ist vegan

Etwa zwei Jahre nahm die Entwicklung und Planung in Anspruch, eine Crowdfunding-Kampagne ist erfolgreich abgeschlossen, nun ist die „Montado Black Edition“ in Arbeit – und im bleed-Shop bereits vorbestellbar. Eine schwarze Korkjacke und ein T-Shirt mit Kork-Brusttasche gibt es jeweils als Damen- und als Herren-Modell, ein Gürtel und ein Portemonnaie gehören ebenfalls zur Kork-Kollektion.

Im Gegensatz zu herkömmlichem Leder und Kunstleder ist die Gewinnung von Kork relativ nachhaltig: Es stammt aus der Rinde von Korkeichen und ist damit ein nachwachsender, natürlicher Rohstoff. Das Kork für die Neuheiten von bleed wird aus der portugiesischen Montado-Region importiert und das gibt, so bleed, „den Portugiesischen Bauern der Montado Region wieder eine neue Perspektive zum Erhalt ihrer bedrohten Korkbiotope.“

Kork statt Leder: Kollektion von bleed
Lederjacke, T-Shirt, Gürtel, Portemonnaie: lederfrei bei bleed (Foto: © bleed)

Laut Hersteller hat Kork ähnlich positive Eigenschaften wie Leder: Es ist strapazierfähig, atmungsaktiv, spritzwasserdicht und hält warm. Gleichzeitig wiegt das für die Kleidung verwendete dünne Material relativ wenig.

Für alle Veganer, Tierfreunde, Modefreaks und Neugierige ist die neue nachhaltige Kork-Kleidung damit eine spannende, empfehlenswerte Alternative zu Leder.

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(9) Kommentare

  1. Ich plädiere für eine Kork Handtasche. Die aus Stoff sind weder regenfest noch halten sie wirklich lange und werden zudem schnell schmutzig. Plastik und Leder finde ich beide problematisch. Kork wäre wirklich schön. Am besten ganz schlicht und groß genug dass gerade noch Din A4 reinpasst und mit Trägern, die man auch als Rucksack umschnallen kann wenn man z.B. Fahrrad fährt.
    LG ~Anne
    _______________________
    http://grueneralltag.de

  2. Ich habe bereits den Kork-Gürtel von bleed, welcher jedoch nicht schwarz, sondern beige ist. Diesen Gürtel kann ich wärmstens weiterempfehlen, er ist robust und angenehm zu tragen!

  3. hey… müssen für die Herstellung die Bäume gefällt werden?? Denn auch wenn es prinzipiell eine gute Idee ist stellt sich immer die Frage wie weit wird es ausgereizt… Wie schnell wachsen die Bäume nacht??

  4. Hallo Sabrina,

    für Korkprodukte, egal ob es Korktaschen, Korkkleidung, Gürtel, Geldbeutel oder Accessoires aus Kork sind, muss kein einziger Baum gefällt werden!

    Korkeichen werden bis zu 350 Jahre alt und werden in dieser Zeit ca. 15 Mal geerntet. Ernten heißt in diesem Zusammenhang, dass lediglich die Rinde geschält, aber kein Baum gefällt wird. Die Rinde wiederum wächst im Rahmen eines natürlichen Kreislaufs nach.

    Mehr dazu kannst du auch bei uns auf der Seite lesen: https://www.korkallee.de/korkleder-korkstoff

    Ich hoffe ich konnte ein wenig für Aufklärung sorgen 🙂

    Liebe Grüße,

    Thomas

  5. Korken für Weinflaschen kommen langsam aus der Mode, weil es keinen wirklich guten Kork mehr gibt, der dicht ist. Das hängt damit zusammen, dass die Rinde nur von alten Bäumen gut ist und es davon nicht mehr genug gibt, bzw. die Rinde so schnell nicht nachwächst.
    Deshalb verstehe ich nicht, wo der Kork für Kleidung usw. herkommt und bezweifle dass die Gewinnung sehr nachhaltig ist

  6. @biowalli
    @bernd

    Es ist keineswegs so, dass die Qualität des Korks, die jungen Bäume oder das langsame Nachwachsen des Rohstoffes das Problem ist.

    Vielmehr ist es dem Umschwung der Flaschenindustrie auf „billigere Plastikkorken“ geschuldet, dass sich die Produktion von Kork für viele Korkbauern in Portugal nicht mehr lohnt.

    Dazu gerne auch ein Artikel des NABU: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/essen-und-trinken/07248.html

    Darüber hinaus wäre jeder gut beraten, wenn er mehr auf den natürlich Rohstoff Kork setzen würde. Denn Kork kommt ohne chemische Bindemittel aus und ich besonders im Lebensmittelbereich und in der Mode ein völlig unbedenklicher Stoff. Dafür werben sogar Abfall- und Recyclingunternehmen, wie man diesem Link entnehmen kann:

    http://www.stadt-kerpen.de/index.phtml?La=1&sNavID=1708.8&object=tx%7C1708.690.1&sub=0

    Im Gegensatz zu Plastik für Flaschenverschlüsse und synthetische Stoffen für Kleidung und Modeprodukte, sollten wir uns alle viel mehr für Korkstoff bzw. Korkleder als alternatives Material einsetzen, weil das Positive daraus Negatives um ein Vielfaches überwiegt!

    Liebe Grüße,

    Thomas
    von KorkAllee.de

    Mehr zu Kork, Korkstoff bzw. Korkleder und Produkten aus Kork auch gerne bei uns auf der Seite lesen: https://www.korkallee.de/korkleder-korkstoff

  7. Korkeichen müssen für die Korkernte nicht gefällt werden. Es wird nur alle paar Jahre die Rinde vom Hauptstamm geschält. Der Baum wächst weiter und bildet über die Jahre eine neue Rinde.

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