Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Projekt der Outdoor-Marke Mammut

Foto: Mammut Sports Group AG

Bei nachhaltiger Outdoor-Mode denkt man vielleicht nicht sofort an den Schweizer Ausstatter Mammut. Macht aber nichts, denn was zählt, ist mehr Nachhaltigkeit im Outdoor-Sport. Und dafür müssen sich auch die großen Traditionsmarken bewegen. Mammut wurde dafür mit dem Deutschen Preis für Nachhaltigkeitsprojekte ausgezeichnet.

Gerade beim Outdoor-Sport ist die Diskrepanz von Naturverbundenheit und Umweltverschmutzung eine häufig diskutierte. Bergsportler:innen gehen in die Natur und die Berge, weil sie sie lieben. Die Unberührtheit und Schönheit der Natur ist emotionales Moment der meisten Marketing-Kampagnen – Kampagnen für Produkte aus High-Tech-Stoffen, produziert aus umweltschädlichen Chemikalien. Passt nicht wirklich zusammen. Die Branche arbeitet an Lösungen.

„Close the Loop“: T-Shirts aus alten Kletterseilen

Mammut stellt Ausrüstung und Kleidung für Bergsportler:innen her. Dabei machen Seile laut eigenen Angaben 13 Prozent des globalen CO2-Fussabdrucks von Mammut aus. Ausrangierte Kletterseile werden gesammelt, recycelt und erhalten als T-Shirts ein neues Leben – der Kreislauf schließt sich. Jenes Kreislaufwirtschaftsprojekt „Close the Loop“ erhält nun den „Deutschen Preis für Nachhaltigkeitsprojekte 2021“ in der Kategorie „Prozess – Recycling“. Die Auszeichnung wird für den besonderen Einsatz im Bereich nachhaltige Projekte verliehen.

Das Projekt zeigt, dass Modelle der Kreislaufwirtschaft auch in der Outdoor-Industrie umsetzbar sind. Im Vergleich zu herkömmlich produzierten T-Shirts konnten beim Close the Loop-T-Shirt 67 Prozent der CO2 Emissionen eingespart werden – hochgerechnet sparte das Projekt bis jetzt 5,41 Tonnen CO2 ein.

Richtig gut: Das ursprüngliche Pilot Projekt, dass in der Schweiz zusammen mit Protect our Winters Schweiz (POW) umgesetzt wurde, soll nun auch global ausgerollt werden. Bis Sommer 2023 soll das Projekt in 14 EU Ländern implementiert sein.

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Die Outdoor-Marke Mammut bietet nachhaltige Mode für den Bergsport. (Foto: Mammut Sports Group AG Thomas Senf)

Nachhaltigkeitsstrategie von Mammut

Das Unternehmen gibt es bereits seit 160 Jahren – Zeit genug, die Auswirkungen des Klimawandels am eigenen Leib zu spüren. Immerhin hat sich die Durchschnittstemperatur in den Alpen seither um 2 Grad erhöht. Mammut setzt daher als etablierte Marke auf Veränderungen in der Branche. Die Ambitionen der „We CARE“ Strategie der letzten Jahre sind vielfältig und die für die Zukunft gesetzten Ziele erstrebenswert:

  • Clean Production: Seit 2011 ist Mammut Systempartner für Chemiemanagement mit dem bluesign® Zertifikat – heute sind bereits über 50 Prozent aller Mammut Produkte bluesign® zertifiziert. Bis 2025 sollen mindestens 95 Prozent zertifizierte Stoffe und Komponenten verwendet werden und dabei komplett auf PFC-basierten Stoffe verzichtet werden. Das kommunizierte Ziel: „PFC Phase-out bis 2023, d.h. für die Produkte der Kollektion Sommer 2025.“
  • Animal Welfare: 2014 und 2015 wurde auf 100 Prozent RDS (Responsible Down Standards) Federn und Daunen umgestellt und durch eine Partnerschaft mit Terra Care / Heinen Leder wird vollständig und zurückverfolgbares Leder im Gold Standard eingesetzt. Überdies wird derzeit der Responsible Wool Standard (RWS) in der globalen Lieferkette implementiert. Die Zielsetzung sieht eine 100-prozentige Abdeckung mit RWS-zertifizierter Wolle bis 2025 vor.
  • Reduced Foodprint: In 2018 wurde Mammut Mitglied der Arbeitsgruppe No Single Use Plastic (EOG), sowie der Sustainable Apparel Coalition / Einführen HIGG-Index und hat die UN Fashion Industry Charter for Climate Action unterzeichnet. Bei Baumwollprodukten setzt Mammut bevorzugt Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau ein. Bis 2025 verpflichtet sich Mammut 95 Prozent der verwendeten Stoffe aus recycelten Materialien zu gewinnen und ausschließlich zertifizierte Bio-Baumwolle einzusetzen. In der Kollektion für Sommer 2020 sind 58 Prozent  aller Produkte mit Baumwolle aus biologischem Anbau und 11 Prozent  der verwendeten Stoffe aus recycelten Materialien gewonnen.
  • Ethical production: Mammut ist 2008 als erste Outdoor-Marke Mitglied der Fair Wear Foundation beigetreten. Dabei verpflichtet sich das Label den weltweit strengsten Standards für faire Arbeitsbedingungen bei der Herstellung sämtlicher Produktelinien.

Utopia meint: Auch wenn Mammut vielleicht nicht die bekannteste Outdoor-Marke ist, an die nachhaltige Bergsportler:innen denken, so ist es eine Marke, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist. Unternehmen, die erkennen, dass sie einen Beitrag leisten müssen und können – und das dann auch tun – dürfen und sollen anerkannt werden. Wir sind gespannt, wo die Reise von Mammut hingehen und ob sie ihre ambitionierten Ziele erreichen werden.

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