Essbares Besteck gegen Plastikmüll

Foto: Youtube / BetterIndia

Kein anderes Land verbraucht so viel Einweggeschirr wie Indien: 120 Milliarden Plastiklöffel und -gabeln pro Jahr. Das vergrößert die ohnehin schon gigantischen Mengen an Plastikmüll, die dort drastische Umweltprobleme verursachen. Ein Unternehmer hat eine müllfreie Alternative erfunden, die sogar gut schmecken soll.

In Indien ist das Problem mit dem Plastikmüll noch akuter als beispielsweise in Deutschland. Absurd hohe Mengen – allein die 60 größten Städte des Landes produzieren über 15.000 Tonnen Plastikmüll pro Tag – lassen dort Abwasserkanäle zu Müllhalden werden und verstopfen diese. Immer wieder sind Überflutungen die Folge.

Einweggeschirr trägt einen ernstzunehmenden Teil zum Plastik-Problem bei. Denn Plastiklöffel und Co. sind in Indien in weit mehr Situationen üblich als wir es aus Deutschland oder Europa gewohnt sind.

Der Unternehmer Narayana Peesapathy möchte das ändern: „Warum benutzen wir so viel Plastikbesteck?“, fragt er im Video. „Weil es keine Alternative gibt. Jetzt gibt es eine“. Mit seiner Firma Bakeys stellt er essbares Besteck her.

Die essbaren Löffel bestehen aus Hirse, Reis und Weizen. Hirse ist die Hauptzutat, da das Getreide 60 mal weniger Wasser beim Anbau benötigt als Reis. Außerdem ist das Besteck frei von Farb- und Konservierungsstoffen und trotzdem drei Jahre haltbar.

Essbares Besteck: eine virale Idee

Damit das essbare Besteck tatsächlich auch gegessen statt weggeworfen wird, hat es Geschmack: mit Zucker gesüßt, scharf mit Ingwer und Knoblauch oder schwarzem Pfeffer. Falls es doch mal auf dem Müll landet, soll es sich innerhalb einer Woche zersetzen – Plastik dagegen kann dazu Jahrhunderte brauchen. Trotzdem würden sich die essbaren Löffel nach Angaben des Herstellers auch für flüssige Lebensmittel wie Suppe oder Tee eigenen.

Essbare Löffel aus Getreide – das klingt eigentlich nicht sonderlich spektakulär. Für eine Welt, in der wir es gewohnt sind, ständig Dinge wegzuwerfen, auch wenn man sie nur einmal benutzt hat, sind sie aber eine geniale Erfindung. Das meint auch das Netz: Schon fast 5.000.000 Menschen haben das Video auf Facebook angesehen.

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(7) Kommentare

  1. pGerade für Inhaber von Imbissbuden oder Veranstalter ist das eine super Alternative zu Plastiksachen. Gibt es schon Kontakte nach Deutschland/Europa?

    Wenn es eine Möglichkeit gäbe, würde ich sie gerne mal selbst ausprobieren.

  2. Gute Idee, für überall. Aber schon komisch, dass es gerade in Indien so ein großes Problem ist. Als ich vor etwa 10 Jahren in Süd- und Westindien war, wurde dort das meiste mit der rechten Hand gegessen, ohne Besteck…

  3. Erfreuliche Umsetzung! Was mich allerdings wundert: warum werden die so umweltfreundlichen Löffel dann in Plastikfolie verteilt?! Siehe Video Minute 2:05. Das sollte doch anders gehen und erinnert mich ein wenig an Bio-Gemüse/Obst in Plastikpackung! Dass es dort noch kaum Protest gibt macht mir Sorge!

  4. „warum werden die so umweltfreundlichen Löffel dann in Plastikfolie verteilt“
    Gute Frage…
    Vermutlich mal wieder eine EU-Hygieneauflage.
    Immer noch besser, als wenn Plastiklöffel in Plastik verpackt werden.

    Genauso wie es Auflage ist, Bio-Gemüse in Plastik zu verpacken, wenn ein Händler Bio und konventionell nebeneinander verkauft.
    Da hilft nicht protestieren, sondern dort einkaufen, wo nur Bio – und zwar lose – verkauft wird. Markt, Naturkostladen, Reformhaus, Ökokiste, Hofladen…

  5. Es gibt eine Firma, welche hoch transparenten kompostierbaren Bioplastik für die Verpackung von Lebensmitteln anbietet. Ich wundere mich, dass sich dieser nicht schon lange durchgesetzt hat. unipack-films.com kann man das den Besteckproduzenten weiter leiten?

  6. Keine schlechte Idee! Nur gibt es zur Herstellung keine geeignete Technologie (!) dazu (wie ersichtlich vorwiegend Handarbeit!) – deshalb wird es auch nicht so schnell auf den EU-Markt kommen!
    Ich weiß, wovon ich rede: wir selbst haben vor vielen Jahren aus ökologischen Gründen und vor allem aus dem Bedarf im eigenen Cateringunternehmen „essbare Schalen“ entwickelt – inklusive (!) der dazu notwendigen Backtechnologie! Vorhandene Backtechnik ist zur Herstellung unserer knusprig gebackenen Schalen nämlich nicht nutzbar – das heißt, wir haben innerhalb eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes nach der Grundlagenforschung eine 1. Pilotanlage bauen lassen. Auf dieser Anlage backen wir nun schon mehrere Jahre und bieten das Produkt ausschließlich dem (gast) gewerblichen Kunden über http://www.fuellett.de an.
    Unsere Zielstellung, einen weitsichtigen Lizenznehmer („backaffin“ da wir ja keine „Verpackung“ sondern eine „Backware“ herstellen!!) für die 2. Projektstufe, d. h. für eine effektive Serienfertigung auf einem neu zu entwickelnden Backautomaten (2. Pilotanlage) einzubinden, scheiterte bisher in Deutschland an fehlender Weitsicht, Bedenkenträgertum ( …“na, ja wir wissen auch nicht“, „…geht das denn überhaupt, wird das denn gebraucht“, … usw.). Dabei haben wir in der Vergangenheit mehrere unterschiedliche Produktkonzepte entwickelt (u. a. http://www.snacklett.de) sowie anhand eines repräsentativen B2B- Kundenklientels den Bedarf und die Akzeptanz des Füllett nachgewiesen – und das trotz eines derzeit auf Grund der geringen Produktionskapazität noch nicht wirklich marktfähigen Verkaufspreises!
    Was ich damit sagen will: WIR haben ein weltweites Alleinstellungsmerkmal da unsere Verfahrenstechnologie patentiert ist – trotzdem treten wir aus verschiedenen, hier nicht näher zu erläuternden Gründen auf der Stelle. Kapitalgeber für Projekte in der Lebensmitteltechnologie sind äußerst schwer zu finden und potenzielle branchenaffine Beteiligungspartner bekommen auf Grund des hohen technischen Know-how schnell „kalte Füße“ (denen geht es hier in Deutschland derzeit allen einfach, zumindest noch, zu gut – lieber bleibt man beim „herkömmlichen“, ja kein Risiko eingehen …).
    Das heißt: wirkliche (!) Innovationen, und wenn noch so „grün und öko“, haben es vor allem in Deutschland sehr schwer– hier haben viel mehr die „Bedenkenträger“ , ob aus der Industrie, beim Handel (der erstmal gewillt sein muss derartige Produkte einzulisten) oder bei Kapitalgebern, das Sagen !!

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