Frankreich verbietet Supermärkten Lebensmittel wegzuwerfen

Gegen Lebensmittelverschwendung
Foto: "Fresh Food In Garbage" von USDA unter CC-BY-SA

In Frankreich dürfen Supermärkte keine Lebensmittel mehr in den Müll werfen. Stattdessen muss der Lebensmittelhandel unverkaufte Ware kostenlos abgeben.

Jetzt ist es amtlich: Frankreichs Senat hat einem Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung zugestimmt, das schon letztes Frühjahr im Gespräch war: Supermärkte müssen alle nicht verkauften oder unverkäuflichen Lebensmittel entweder für wohltätige Zwecke spenden oder als Tierfutter bzw. als Kompost der Landwirtschaft zur Verfügung stellen. Ab einer Größe von 400 Quadratmetern sind die Supermärkte verpflichtet, für Lebensmittelspenden Kooperationen mit gemeinnützigen Organisationen einzugehen.

Das Wegwerf-Verbot für Supermärkte ist Teil eines Plans der französischen Regierung, der vorsieht, die Menge der Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2025 zu halbieren. Allerdings bezweifelt der Handel die Wirksamkeit des Verbots, da er für lediglich rund fünf Prozent der Lebensmittelverschwendung verantwortlich sei.

Utopia meint: Lebensmittelverschwendung einzudämmen ist wichtig und der Schritt der französischen Regierung setzt ein deutliches Zeichen. Essbare Lebensmittel sollten auf keinen Fall im Müll landen – das betrifft Erzeuger und Verbraucher aber genauso wie Händler. Es bedarf weltweit neuer Strategien und Aufklärungsarbeit um auch diese beiden Enden der Produktionskette zu mehr Wertschätzung zu bewegen.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(8) Kommentare

  1. Dazu gehören immer 2. Derjenige, der das abgelaufene Zeugs nicht mehr wegwirft, und derjenige, der das abgelaufene Zeugs KAUFT. Grundsätzlich ist gegen die Idee nix einzuwenden (auch wir essen noch Lebensmittel die schon abgelaufen sind) nur ist in den Köpfen der Konsumenten das MHD festgefahren. Und sobald irgendjemand auf die Idee kommt, dass man ja (sollte man sich mal „unwohl“ fühlen – aus welchem Grund auch immer) den Supermarkt verklagen könnte, weil das Produkt ja abgelaufen war. Wie gesagt, die Idee ist sehr gut und ich begrüße sie auch, aber lange wird die EU da nicht zuschauen und per Gesetz einen Riegel vorschieben LEIDER.

  2. Der Handel ist da ja nicht allein schuld, sondern auch die Verbraucher, die z. B. lieber halbreife Bananen kaufen, als solche, auf denen sich auch nur ein kleiner brauner Fleck befindet.

  3. In unseren Köpfen muß wirklich ein Umdenken stattfinden,unsere Regierung sollte es den Franzosen gleich tun.Es gibt viele Menschen, die sich keine 1A-Ware leisten können und froh wären,sich etwas umsonst mitnehmen zu können.

  4. Das ist sehr lobenswert!
    Allerdings hilft es nur wenig, wenn z.B. Palmöl , Rapsöl und Cocosöl und andere Lebensmittel in Kerzen und Feuerstartern verbrannt werden. Da ist das Lebensmittel sozusagen schon in dem Ladenregal als Müll beziffert. –> und noch marketingtechnisch als ökologisch genutzt.
    „Bio und unmenschlich – Kaufen Sie bei uns im Bio-unmenschlich-Supermarkt“

  5. Ich als alter Lebensmittel Marktleiter sehe da folgendes Problem, daß Einrichtungen wie Die Tafel und Co die meisten Lebensmittel garnicht mitnehmen weil sie schon im MHD sind, sondern nur kurz vor ablauf. Sie sagen das dürfen sie vom Gesetztgeber nicht. Auch Umverpackungen und so weiter werden nicht mitgenommen, Kühlware nur mit großen auflagen. Es sollte erst einmal vernünftig gesetzlich geregelt werden, bevor man anfängt solche Auflagen zu machen. Ich habe mir am ende lieber Schweinebauern gesucht, die haben wenigstens alles ohne Kompromiss mitgenommen. Wichtig finde ich auch eine gesetzliche Regelung zur Kostenübernahme für Entsorgung der Hilfseinrichtungen. Wir als Lebensmitteleinzelhandel freuen uns schon über eine reduzierung des Abfalls. Wenn ich alleine bedenke das man z.B für eine RE-FOOD Tonne auch noch richtig viel Geld bezahlen soll, obwohl die davon Bio-Gas herstellen und damit eigentlich die Kosten wieder raus hätten. Für staatliche Auflagen ist es in unserem Land einfach noch zu früh.

  6. Es ist ein Anfang. Unbd bekanntlich ist aller Anfang schwer. Aber das zeichen das hier gesetzt wird ist richtig. Lebensmittel gehören nicht in den Müll.
    Wir können über alle möglichen Hindernisse in Deutschland meckern, aber immer mit dem Finger auf andere zeigen und sagen „geht nicht“ bringt keine positive Veränderung zu Stande. Wir sollten uns alle an die eigene Nase fassen und in diesem fall der französischen Regierung für den Denkanstoß danken und bei uns zu Hause dies Nachmachen. Meine Familie und ich tun dies bereits seit einigen Jahren. Klein Anfangen und machen, nur so kommt eine Veränderung für alle in Gang.

  7. Bisher konnte mir noch niemand sagen, was das bringen soll.
    In Deutschland schaffen es die Tafeln und Foodsharing nicht einmal
    1 Promille! der zu rettenden Lebensmittel abzuholen.
    Und was heisst recyceln von Lebensmitteln? Das haben wir doch sowieso schon,
    allerdings ist diese recyceln äussert verlustreich. In den Tonnen der Supermärkte
    sind ausser Lebensmitteln auch Verpackungen aller Art. Die müssten schonmal verboten werden.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.