Kartent: Das nachhaltige Festivalzelt aus Pappe

Foto: © Kartent

Das recycelbare Zelt von Kartent ist vor allem für Festivals eine praktische und umweltfreundliche Alternative. Und obwohl es aus Pappe ist, soll es bis zu drei Tage Regen aushalten.

Jeder Festivalbesucher hinterlässt im Schnitt fast 15 Kilo Müll, bei größeren Festivals kommen so schnell mal 600 Tonnen Abfall zusammen. Zwischen leeren Flaschen und defekten Gaskochern finden sich immer auch eine Menge Zelte – bei den einen waren die Besitzer zu faul zum Abbauen, die anderen sind kaputt. Und zudem leider aus Plastik.

Kartent Pappzelte sind für richtiges Camping nicht geeignet

Eine umweltfreundliche und voll recyclebare Alternative könnte diesen Jahr das Pappzelt von Kartent sein. In den Niederlanden wurde die Zelte im Sommer 2015 bei mehreren Festivals getestet, auch dieses Jahr haben schon mehrere holländische Festivalveranstalter ihr Interesse bekundet. Das Kartent hat den Test wohl bestanden.

Kartent: Das nachhaltige Festivalzelt
Der niederländische Hersteller beliefert bisher leider nur Veranstalter. (Foto: © Kartent)

Das Kartent ist vollständig aus Pappe und kann nach Laune bemalt oder bedruckt werden. Es bietet Platz für zwei Personen – mit einer Liegefläche von 150 auf 220 cm. Der große Pluspunkt des Kartent: Bei der Herstellung entsteht viel weniger CO2 als bei der Produktion eines normalen Zeltes – genau genommen, nur die Hälfte. Zur Herstellung braucht es nur Pappe, während herkömmliche Zelte aus bis zu 30 Materialien bestehen. Zudem ist es vollständig recycel- und damit wiederverwendbar.

Hobby-Camper werden mit dem Pappzelt wohl nicht glücklich, denn es ist längst nicht so langlebig wie ein herkömmliches Plastikzelt. Für einen einmaligen Festivalbesuch ist es allerdings genau das Richtige. Vor allem, wenn man sich das Zelt gegen eine Gebühr vor Ort ausleihen kann. Das ist auch die eigentliche Absicht von Kartent: Festivals beliefern, auf denen es die Zelter gibt, denn da sie nicht zusammen faltbar sind, ist der Transport für Einzelpersonen eher schwierig.

Das Pappzelt hält dem Regen stand

Da es auf Festivals gerne einmal regnet, ist die Frage nach der Witterungsbeständigkeit natürlich äußerst wichtig. Laut Herstellerangaben soll das Zelt bis zu drei Tage durchgängigem Regen standhalten. Und auch bei Feuer muss man sich nicht weniger Sorgen machen als bei einem Plastikzelt.

Außerdem sehr angenehm: In den Pappzelten bleibt es schön kühl. Und da Tür und Fenster ganz geschlossen werden können, auch am Morgen dunkel, so dass man bequem seinen Festivalkater ausschlafen kann.

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(6) Kommentare

  1. Preis von 0 bis 50 Euro, bei Sponsoring bzw. Kartenkauf inklusive, tolle Vermarktungsidee, das neue 4 Personen Modell sieht immerhin weniger nach Hundehütte aus.

    Gut für die Umwelt? Gut für die Veranstalter. Da lohnen sich wohl auch teure Wegwerf Zelte.

    Ob die Rechnung wirklich aufgeht? Wer entsorgt den Müll IM stehengelassenen Kartonzelt? Ob ein Karton mit Hinterlassenschaften dubioser Art tatsächlich recyclet werden kann … möge es funktionieren.

    Die Wasserdichtigkeit wird vermutlich durch die Kartonstärken erreicht, oder doch mit aufgetragener Chemie, einer Art Imprägnierung?

    150 cm Grundfläche nach oben enger verlaufend, 75 cm pro Person minus Dachschräge, vom Raumgefühl erinnert mich das an einen Raumbelegungsverfahrensplan bzw. Schlafkabuff bzw. -kajütte, die schlechte Hütte grün gestrichen?

    Im Grund ließe sich ein Schlafplatz auf dem Gelände sehr einfach und mehrwegorientiert einrichten: Plane aus dem Baumarkt, zwei Stangen, Schnurmaterial, Heringe. Tagsüber hoch gespannt für echtes Raumgefühl, nachts runtergespannt als Abschirmung. Wasserdicht genug von oben her, will man Abstand zum nassen Boden beschafft man sich Europaletten, die gehen nach Nutzung ebenfalls zurück in die Primärnutzung oder ggf. in die thermische Verwertung, das Festival wäre dann eine Zwischennutzung.

    Das Kartent erlaubt dagegen dichtes Aneinanderstapeln in Reihen. Sehe die kreativen Köpfe bereits in Gedanken Bienenwaben ähnliche Strukturen auf(!)einander stapeln: als Wohnwand. Fehlen nur Leitern. 😉

  2. an sich eine coole idee auch ohne festival dazu. geht man damit anständig um taugt es sicher auch für mehr als ein wochenende. ich fürchte freilich das man sich mit der idee trotz günstigem einkauf eine goldene nase verdient. ein billiges plastikzelt ist vermutlich doch günstiger für den eigenen geldbeutel obschon der recyclingschlafkarton auch kostentechnisch eine alternative sein könnte. die 4 personen version fände ich interessant.

  3. 3 Tage Dauerregen?
    Gut und schön aber was ist mit längeren Festivals?
    Sowas wie 6 Tage Wacken, wenn das Zelt teilweise halb im Schlamm steht.
    Oder bei Sturmwarnung? Hab ich alles schon erlebt.
    Da setzt man doch lieber auf was verlässliches und baut es danach ab. Immer reinigen und pflegen, dann hat man auch lange was davon und es entsteht kaum Müll. Unser ältestes Zelt ist jetzt schon seit über 20 Jahren wasserdicht.

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