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Deutschlandticket wird teurer: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Das Deutschlandticket soll ab 2025 teurer werden.
Foto: Marcus Brandt/dpa

Es steht fest: Die Regierung wird den Preis von 49 Euro beim Deutschlandticket nicht mehr halten. Was bisher zu Preis, Zeitpunkt der Erhöhung und den Tickets für Studierende bekannt ist und was das für das Jobticket bedeutet.

Zuerst war es nur ein Gedanke, den Christian Lindner im Interview mit der Welt am Sonntag aufwarf, mittlerweile ist es sicher: Das Deutschlandticket wird bald teurer. Darauf haben sich die Verkehrsminister:innen der Länder geeinigt, wie NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) nach einer Sonderkonferenz in Düsseldorf bekannt gab. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema hier im Überblick:

Wie teuer soll das Deutschlandticket künftig werden?

Momentan kostet das Deutschlandticket 49 Euro, der künftige Preis steht aktuell noch nicht fest. Oliver Krischer kündigte gegenüber der Deutschen Presse Agentur (dpa) allerdings an: „Wir werden alles dafür tun, dass diese Erhöhung so moderat wie möglich ausfällt.“

Der Fahrgastverband Pro Bahn warnte vor zu starken Erhöhungen im kommenden Jahr. Vorsitzender Detlef Neuß sagte gegenüber der Rheinischen Post: „Eine Preiserhöhung von fünf Euro oder zehn Prozent sollte ausreichend sein“. Werde der Preis noch mehr erhöht, könne das vor allem Neukunden abschrecken. Mittelfristig könne er sich allerdings auch eine Erhöhung von zehn Euro vorstellen.

Wann wird über den Preis entschieden?

Alle Details wollen die Minister:innen auf der nächsten Verkehrsministerkonferenz im Oktober entscheiden, kündigte Oliver Krischer an.

Wann soll das Ticket teurer werden?

Die Verkehrsminister:innen einigten sich bei der Sonderkonferenz, den Preis für den Rest des Jahres bei 49 Euro zu belassen. Eine Änderung ist erst für 2025 vorgesehen. Allerdings müssten dafür laut der Zeit die übrigen finanziellen Mittel aus dem vergangenen Jahr ins aktuelle Jahr übertragen werden. Bundeskanzler Olaf Scholz stellte das zwar bereits in Aussicht, umgesetzt habe er sein Versprechen bisher nicht. Denn dafür sei auch eine Gesetzesänderung nötig. Erfolgt dies nicht, könnte das Deutschlandticket der Zeit zufolge nur bis Ende September diesen Jahres finanziert werden.

Betrifft die Erhöhung auch das Deutschlandticket für Studierende?

Das Studierendenwerk erklärt in einer Mitteilung: Wird der Preis für das Deutschlandticket erhöht, gilt das auch für das Deutschland-Semesterticket. Der Preis für dieses beträgt 60 Prozent des regulären Tickets. Das Werk rechnet vor: Steige der Preis auf 59 Euro, müssten Studierende rund sechs Euro mehr und damit 35 Euro im Monat zahlen. „Das ist eine zusätzliche finanzielle Belastung für Studierende in Anbetracht der niedrigen Budgets“, betont das Studierendenwerk in der Mitteilung.

Arbeitgeber:in zahlt Deutschlandticket – muss man nachverhandeln?

Viele Arbeitgeber:innen erstatten die Kosten des Deutschlandtickets mittlerweile in Teilen oder sogar vollständig zusätzlich zum Gehalt ihrer Angestellten. Ob das auch in Zukunft der Fall ist, kommt auf die individuelle Formulierung im Arbeitsvertrag an. Die Arbeitnehmer Hilfe e.V. betont auf Nachfrage von Utopia: Ist im Vertrag die Bezahlung des Deutschlandtickets festgehalten, spielt der Preis keine Rolle. Ist vertraglich allerdings ein bestimmter Betrag festgelegt, müssten Arbeitnehmer:innen nachverhandeln. Ansonsten gilt der vereinbarte Betrag.

Warum wird der Preis erhöht?

Bund und Länder subventionieren das Deutschlandticket derzeit mit je 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Mit dem Geld will die Regierung finanzielle Ausfälle der Verkehrsbetriebe kompensieren, die durch das Deutschlandticket entstehen, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Eine derart große Investition sei in Anbetracht der aktuellen finanziellen Lage der Regierung laut NRW-Verkehrsminister Krischer „nicht zu halten“. Allerdings sind noch Mittel aus dem vergangenen Jahr übrig, die nicht vollständig ausgeschöpft wurden. Dabei soll es sich laut der Zeit um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag handeln.

„Wenn man aber bedenkt, wie viele Milliarden in umweltfeindliche Subventionen gesteckt werden, ist für mich nicht nachvollziehbar, dass Bund und Länder über einen Zuschuss von 1,5 Milliarden Euro jammern“, sagte Pro-Bahn-Vorsitzender Detlef Neuß der Rheinischen Post. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schlug im Gespräch mit der Deutschen Presse Agentur (dpa) vor, lieber weniger Geld in die Straße zu investieren. „Der sicherste Weg, um Bröckelbrücken zu sanieren und das Deutschlandticket zu finanzieren, ist, den Bau weiterer Autobahnen zu stoppen“, sagte Greenpeace-Mobilitätsexpertin Marion Tiemann. „Dann können alle Ressourcen in die Sanierung fließen, und es wäre immer noch genug Geld für ein langfristig gesichertes Deutschlandticket da.“

Verwendete Quellen: Rheinische Post, dpa, Studierendenwerk, Süddeutsche Zeitung, Zeit, Nachfrage bei ArbeitnehmerHilfe e.V.

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