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„Die neue Häschenschule“: Anke Engelkes Kinderbuch löst Ärger aus

"Die neue Häschenschule": Anke Engelkes Kinderbuch löst Empörung aus
Fotos: Unsplash - Jack Blueberry / Cover: Thienemann-Esslinger Verlag

„Die Häschenschule“ ist ein Kinderbuchklassiker. Entertainerin Anke Engelke hat mit dem Thienemann-Esslinger Verlag eine neue Version kreiert. Doch „Die neue Häschenschule“ sorgt für mächtig Kritik – seitens Landwirt:innen und Leser:innen.

Schauspielerin und Comedian Anke Engelke hat mit ihrer Neuauflage des Kinderbuchklassikers „Die Häschenschule“ für Unverständnis gesorgt.

Der Grund: Die Geschichte greift neuerdings aktuelle Themen wie Veganismus sowie Umweltschutz auf – und macht Landwirt:innen zu Bösewichten, so interpretiert es unter anderem das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt.

„Die neue Häschenschule“ ruft empörte Reaktionen hervor

In „Die neue Häschenschule“ stehen sich diesmal ein Häschen und ein harmloser – weil veganer – Fuchs nicht gegenüber. Vielmehr rückt eine umweltschädliche Landwirtschaft in den Fokus: Pestizide und Mähdrescher.

Während das Original aus dem Jahr 1924 vor allem die Tugenden Fleiß und Umsicht den Leser:innen näherbringen möchte, betont die Neuauflage, wie wichtig es sei, dass Mensch und Tier in Einklang miteinander leben.

Glaubt man einigen Rezensionen von Leser:innen auf der Verkaufsplattform Amazon, ist das Engelke und dem Thienemann-Esslinger Verlag nicht gelungen. Die Kritik entzündet sich daran, dass die neue Version landwirtschaftliche Arbeit einseitig abbilden würde. „Gute“ Veganer:innen, „böse“ Bäuer:innen – und der Fuchs plötzlich ein Streicheltier statt Beutegreifer, wie ein:e Kommentator:in anmerkt.

Agrarheute wiederum verweist auf das generelle Problem des Mobbings von Kindern aus der Landwirtschaft, das durch solche Feindbilder befeuert werden könnte. In den sozialen Medien äußern sich auch Landwirt:innen kritisch zur Neuauflage der „Häschenschule“, darunter der in Kreisen bekannte landwirtschaftliche Lohnunternehmer Markus Wipperfürth.

Das sagte Anke Engelke im Vorfeld zum Buch

Anke Engelke selbst erklärte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung im Vorfeld, dass die Idee zur neuen Version „vom Verlag“ gekommen sei.

Engelke sagt, sie habe es „für die Geschichte in Kauf nehmen müssen“, den „Menschen zum Buhmann zu machen“. Dem Verlag sei es wichtig gewesen, dass es in der Neuversion „einen Konflikt oder eine Gefahr“ gebe. „Also haben wir entschieden, die frische Freundschaft von Hase und Fuchs ins Gefahrenzentrum zu packen. Der Schrecken ist jetzt eine große Mähmaschine.

Allerdings habe sie „sehr gehadert“, den Fuchs zum Freund der Häschen zu machen – und dass die Landwirt:innen nun die angebliche Bedrohung darstellen.

Quellen: Redaktion Bayerisches Landwirtschaftliche Wochenblatt, Agrarheute, Amazon, Markus Wipperführt Facebook, Süddeutsche Zeitung

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