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Schwarzfahrender DB-Mitarbeiter offenbart Dringlichkeit des 49-Euro-Tickets

Foto: CC0 Public Domain / unsplash - Asimina Mitrothanasi ; Linked-in - Rald Gernhold

Der technische Leiter von DB Vertrieb wurde beim Schwarzfahren erwischt. Dabei hatte er den korrekten Preis bezahlt. Es entsteht der Eindruck, dass nicht einmal Fachpersonal bei den unterschiedlichen Ticket-Tarifen den Durchblick hat.

Ralf Gernhold – technischer Leiter von DB Vertrieb, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn – ist bei einer Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in München beim Schwarzfahren erwischt worden. Auf dem Karrierenetzwerk Linked-In schildert er den Vorfall. Er habe den korrekten Fahrpreis entrichtet und das Ticket vom Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) einwandfrei abgestempelt, sagt er. Dennoch hat es sich demnach nicht um das richtige Ticket für die Fahrt gehandelt. Aufgrund seines Erlebnisses hofft Gernhold nun auf die baldige Einführung des für 2023 geplanten 49-Euro-Tickets. Dieses gilt dann wie schon das 9-Euro-Ticket bundesweit einheitlich.

Wann kommt das 49-Euro-Ticket? DB-Leiter fährt in München schwarz

Gernhold wohnt in Frankfurt am Main und kennt sich seinen Schilderungen zufolge in München nicht aus. Er habe zwar ein Ticket im Wert von 3,90 Euro gekauft. Bei der Fahrkartenkontrolle stellte sich jedoch heraus, dass das Ticket für eine andere Zone galt. Daher musste er ein sogenanntes erhöhtes Beförderungsentgelt von 60 Euro zahlen. Dass er nicht illegal unterwegs war, konnte er der – wie er sie nennt – „sehr freundlichen Kontrolleurin“ auch klarmachen. Um das Bußgeld kam er dennoch nicht drum herum.

Da sich Gernhold als technischer Leiter des DB Vertrieb nach eigenen Angaben tagtäglich mit Fahrkarten, Ticketing und Preissystemen beschäftigt war das Schwarzfahren für ihn „augenöffnend“. Mit dem 49-Euro-Ticket wäre ihm die Situation womöglich nicht passiert. Daher freue er sich auf „eine bitte baldige Einführung eines einheitlichen und in allen Tarifzonen aller Orte in Deutschland gültigen Tickets!“

Bisher ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Darunter fallen zum einen der Scheinenpersonennahverkehr (SPNV), für den die Bundesländer zuständig sind, und zum anderen der öffentliche straßengebundene Personennahverkehr (ÖSPV), den die Kommunen – Landkreise und Städte – durch eigene Organisationen ausrichten. Daraus ergeben sich innerhalb Deutschlands Unterschiede bei Preisen, Tarifen und Tickets zwischen Städten.

49-Euro-Ticket soll nächstes Jahr kommen

Das bundesweit gültige Ticket der DB in Höhe von 49 Euro im Monat in einem monatlich kündbaren Abonnement ist grundsätzlich beschlossen. Das Ticket ist damit das Nachfolgemodell des 9-Euro-Tickets, das im Sommer 2022 millionenfach verkauft wurde. Bis jetzt ist noch offen, ab wann es das geplante 49-Euro-Ticket geben wird. Die entscheidende Finanzierungsfrage sei weiter ungeklärt, sagte ein Sprecher des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen am Mittwoch in Berlin. Momentan spricht der Verband vom 1. Mai als Einführungsdatum.

Utopia meint: Der ÖPNV ist eine umweltfreundliche Alternative zum eigenen Auto – zu mindest an den Orten Deutschlands, an denen er gut ausgebaut ist. Denn in manchen Regionen stellt der ÖPNV bisher keine echte Alternative dar. Eine bessere Infrastruktur ist also notwendig, damit mehr Menschen die Bahn anstatt das Auto wählen. Unterstützend wirkt hier ein einheitliches Ticketsystem, wie es mit dem 49-Euro-Abonnement geplant ist. Der ÖPNV muss zudem für mehr Menschen bezahlbar sein. Kritiker:innen werfen nämlich genau das dem 49-Euro-Ticket vor: Es schließe nicht genügend Bürger:innen mit ein.

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