„Wenn wir heute nicht agieren, wird es zu einer Öko-Diktatur kommen“

Einmal mehr warnt die Transformationsforscherin Maja Göpel vor der Unumkehrbarkeit schwerer Klimafolgen.
Foto: Screenshot ZDF Markus Lanz

Einmal mehr warnt die Transformationsforscherin Maja Göpel vor der Unumkehrbarkeit schwerer Klimafolgen. In der ZDF-Talkrunde bei Markus Lanz macht sie deutlich: Wir seien gezwungen umzudenken und zu handeln.

Bei Markus Lanz war am Donnerstagabend Maja Göpel zu Gast. Die Transformationsforscherin warnt im ZDF-Talk einmal mehr vor der Irreversibilität, sprich Unumkehrbarkeit, schwerer Klimafolgen. Göpel appelliert daher an ein fundamentales Umdenken und Handeln in der Gesellschaft.

Oft werde das Argument vorgebracht, so Göpel, man könne Menschen im Kampf gegen den Klimawandel gewisse Umstellungen nicht zumuten. Stichwort: Verzicht. Gleichzeitig werde die Natur infolge der Erderwärmung die Lebensqualität der Menschen beschneiden – insbesondere, wenn es bei unzureichenden Klimamaßnahmen bliebe, so die Politökonomin.

Niemand habe die Intention, „jemandem die Welt schlecht zu reden“

Göpel sagt: „Wenn wir heute nicht agieren, wird es später zu einer Öko-Diktatur kommen.“ Klimaforscher:innen hätten schließlich nicht die Intention, „jemandem die Welt schlecht zu reden“. Vielmehr wollen Wissenschaftler:innen mit ihren Daten und Prognosen vorbeugen.

Göpel verweist auf das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, das den Menschen die Auswirkungen der Krise konkret deutlich machen will. Etwa in Form folgender Berechnungen: „Ein Grad mehr bedeutet: minus fünf Prozent Bruttoinlandsprodukt.“ Das Argument aus Wirtschaft, Industrie und Politik, man könne sich Klimaschutz nicht leisten, funktioniere Göpel zufolge nur, weil genau diese Bilanzen „blind gehalten werden“.

Göpel: Kreislaufwirtschaft als das Gebot der Stunde

Deshalb, so die Expertin, müsse das „Wettrennen um die bleibenden Ressourcen“ aufhören – und stattdessen ein Weg gefunden werden, diesbezügliche Abhängigkeiten zu reduzieren. „Wir haben derzeit 1,7 Erden in Benutzung, um das aktuelle Wirtschaftsmodell global zu füttern.“ Da es aber nun mal nur Ressourcen einer Erde gibt, ist es zwingend notwendig, das Erodieren des Planeten zu verhindern. In der Wirtschaft und Industrie sieht die Transformationsforscherin zirkuläres Wirtschaften als das Gebot der Stunde. Vereinfach gesagt bedeutet das: Stoffe und Ressourcen gehen bei Herstellungs- sowie Wegwerfprozessen weitestgehend nicht verloren. Aus Alt wird Neu. So bedarf es in Summe weniger neue Ressourcen.

Mehr dazu: Kreislaufwirtschaft: Das steckt dahinter

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