Endlich macht einer was gegen Öl-Konzerne, die den Klimawandel leugnen

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Klimawandel? Gibt’s nicht, sagen viele – trotz Extremwetter, Gletscherschmelze und Meeresspiegelanstieg. In den USA wird jetzt offenbar Exxon Mobil vor Gericht gestellt, weil sie 40 Jahre lang Klimawandelfolgen verschwiegen haben.

Laut New York Times hat man in den Vereinigten Staaten staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen Exxon Mobil aufgenommen. Der größte private Erdölkonzern der Welt soll Öffentlichkeit und Investoren belogen haben, was die möglichen Risiken und Folgen des Konzernhandelns für das Klima bedeuten. Offenbar gibt es eine Diskrepanz zwischen den Aussagen des Unternehmens und den internen, langjährigen Forschungsergebnissen.

Exxon Mobil soll laut Los Angeles Times schon seit 1977 wissen, dass fossile Brennstoffe und damit auch Erdöl zum Klimawandel beitragen. Das Unternehmen soll sich spätestens Ende der 80er Jahre entschlossen haben, bewusst Zweifel zur Aussagekraft wissenschaftlicher Schlussfolgerungen zum Treibhauseffekt zu säen und die Forschung in Frage zu stellen oder als ungesichert abzutun. Aufgeflogen ist der Schwindel, nachdem eine Gruppe Journalisten der Columbia University in den Archiven des Konzern relativ freimütige und unzensierte Aussagen und Memos zum Problem des Klimawandels aufstöberten. Exxon Mobil leugnet inzwischen, die Öffentlichkeit über den Klimawandel in die Irre geführt zu haben.

Utopia meint: Es ist keine neue, aber eine bittere Erkenntnis, dass Konzerne offenbar nicht anders können als die Öffentlichkeit zu belügen. US-Senatoren sind nun aufgewacht und fordern Antworten, auch eine Untersuchung durch die Börsenaufsicht ist im Gespräch. Ob das alles wirklich reicht, diesen und andere Konzerne in Sachen Klimawandel zum Umdenken zu bewegen, wird sich allerdings noch zweigen müssen.

Schöne Darstellung auf Deutsch beim Schweizer Fernsehen SRF. Lesenswerte (englische) Hintergründe dazu bei InsideClimate News. Was Exxon Mobil über die Arktisschmelze wusste, auf der Los Angeles Times, auch die sich wandelnde Konzernhaltung (vom Klimawandelwarner zum Klimawandelskeptiker) bei der LA Times, Details zu den Ermittlungen bei New York Times. Wie Exxon schon früher trickste, zeigt hier Greenpeace. 30 Millionen US-Dollar soll Exxon allein für Klimawandelskepsis-Think-Tanks ausgeben haben, so ScientificAmerican. Wie ExxonMobil die Sache sieht, zeigt der Konzern auf exxonmobilperspectives.com. Mehr zum Klimawandel hier.

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(3) Kommentare

  1. Klimawandel
    seit Jahrzehnten hat uns unsere Automobilindustrie mit falschen Verbrauchsdaten und CO² Werten betrogen und unsere Regierungen besonders CDU hat alle Auflagen und Einschränkungen im Auftrag der Automobil- Lobby verhindert und boykotiert!
    Gut das die Ammies endlich was unternehmen gegen die Klimasünder -Automobilindustrie-, die uns umweltfreundliche Autos mit niedrigem Verbrauch vorgegaukelt haben!
    Wer kommt eigentlich für die Gesundheitsschäden durch erhöhte Abgas- und Stickoxyde auf?
    Für die ca. 30000 Toten /Jahr, die Atemwegserkrankungen bei Erwachsenen und Kindern?
    Die Mitglieder der Krankenkassen und die Steuerzahler. Ebenso für die verursachten Umweltschäden an Natur, Lebewesen,Umwelt und Gebäuden zahlen die steuerzahler!
    Nicht die Speckulanten,Aktionäre, Vorstände,Manager die erhalten hohe Abfindungen oder können Steuern abschreiben.

  2. Na, wer soll schon für die Schäden aufkommen? Wir natürlich, durch unser Geld, unsere Gesundheit, unsere Lebensqualität.
    Und wer hat’s uns eingebrockt? Die Regierung(en) die wir seit Jahrzenten immer wieder treudoof an die Macht wählen. Wir haben genau das bekommen was wir bestellt haben, also Schluss mit dem Gejammere.

  3. Es sind nicht die Autos, die unser Klima killen – es sind die tausende von Ölkonzernen, die bei der Ölgewinnung das lästige Gas permanent verbrennen, über Jahrzehnte pausenlos mit 50 Metern und mehr hohen Flammen, die unser Klima heizen. Sie legen Ruß auf die Pole und dadurch erwärmen sich die Gletscher und schmelzen.
    Diese Konzerne müßten dazu gebracht werden, das Gas zu verwerten und die Länder somit Energie zu versorgen.Dann bräuchten wir auch keine Windkraftanlagen, welche die Eulen und Fledermäuse reduzieren.