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Fleecejacken aus Holz

holzjacken
Foto © Vaude

Immer mehr Forschungsprojekte widmen sich der Suche nach plastikfreien Alternativen – ob für die Kosmetik-, die Verpackungs- oder auch die Textilindustrie, so wie im Fall von „TextileMission“.

Fleecejacken sind vielleicht nicht das modische It-Piece der Saison, aber vor allem bei Menschen, die viel Zeit im Freien verbringen und Tragekomfort auch einmal über Stilfragen stellen, sind sie trotzdem ein beliebtes Kleidungsstück. Sie sind leicht, atmungsaktiv, flauschig-weich und halten auch bei frostigen Temperaturen warm. Dabei wissen viele Outdoor-Begeisterte, Wanderer und Naturfreunde vielleicht gar nicht, dass ihre praktischen Fleecejacken und -pullover der Umwelt schaden, spätestens wenn sie in der Waschmaschine landen.

Fleece ist ein Polyester-Gestrick, das nach dem Strickprozesse geschoren und aufgeraut wird. Dadurch entsteht der weiche Faserflor, der den Stoff so angenehm macht. Allerdings werden bei dem Rauen und Schären des Stoff auf Faserbruchstücke freigesetzt, welche sich beim Waschen lösen und in den globalen Wasserkeislauf gelangen können. Da sie nicht biologisch abbaubar sind, leiden Flüsse und Meere unter der langfristigen Verschmutzung durch das Mikroplastik. Statt sich aufzulösen, wird es Teil der Nahrungskette und richtet so gravierende Schäden an.

Wer trotzdem nicht auf den Komfort einer Fleecejacke verzichten möchte, kann bald auf eine umweltfreundliche Alternative zurückgreifen, die vom Outdoor-Ausrüster Vaude auf den Markt gebracht wird. Vaude hat gemeinsam mit dem Unternehmen „Lenzing“ eine spezielle Faser aus Holz entwickelt und stellt diese gemeinsam mit dem italienischen Produzenten Pontetorto her. Die sogenannte Tencel Faser ersetzt das Polyester des herkömmlichen Fleecestoffs und ist dabei biologisch abbaubar und darum keine Gefahr für die Gewässer und seine Bewohner.

Die Holzfaser entstand im Rahmen eines Forschungsprojekt, das den Namen „TextileMission“ trägt. Die Mission lautet: aktiv nach Lösungen suchen, um Mikroplastik in der Umwelt zu vermeiden. Vaude ist nur einer von vielen Projektpartnern, die sich zusammengetan haben, um in einem Zeitraum von drei Jahren diesem Ziel näher zu kommen. Mit beteiligt sind außerdem mehrere Hochschulen, der WWF Deutschland, die Waschmaschinen- und Waschmittelhersteller Miele und Henkel, Adidas sowie der Fleeceproduzent Polartec.

Mikroplastik: Forschung bei Wäsche und Kläranlagen

Neben der Entwicklung von biobasierten und biologisch abbaubaren Textilfasern arbeitet die Gruppe aber noch an weiteren Projekten, beispielsweise an einer Wäsche-Analyse. Im Rahmen von TextileMission soll ein möglichst genauer Wert darüber erhoben werden, wie viel Mikroplastik deutschlandweit durchs Wäschewaschen in den Wasserkreislauf gelangt.

Um das Problem weiter zu bekämpfen, soll zudem untersucht werden, wie Kläranlagen mehr und besser Plastikpartikel aus dem Abwasser filtern können. Derzeit seien es zwischen 65 und 99 Prozent, in den meisten Fällen allerdings unter 95 Prozent. Auch wenn das nach viel klingt, gelangt mehr Mikroplastik in Flüsse und Meere, als uns lieb sein kann.

Mit der Entwicklung des biologisch abbaubaren Fleece-Ersatzes hat TextileMissions jedenfalls schon einen ersten Erfolg erzielt. Die Textilie wurde bereits in einer Kollektion weiterverarbeitet, die den Namen „Green Shape Collection“ trägt. Vaude hat diese erst kürzlich auf der Ethical Fashion Week in Berlin vorgestellt. Die Kleidungsstücke bestehen demnach zu 90 Prozent aus biobasierten, recycelten oder reinen Naturmaterialien. Neben den erwähnten, neuartigen Holzfasern kommen auch Kuhmilch oder Rizinusöl zum Einsatz. Ab August kann sich dann jeder selbst eine Meinung zu der grünen Kollektion bilden – dann ist sie nämlich offiziell im Sportfachhandel erhältlich.

Vaude Produkte kannst du z.B. bei** Bergfreunde, Avocado Store oder Amazon kaufen.

GASTBEITRAG aus enorm
Text: Pia Wagner

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