Alternative Suchmaschinen: Was ist die beste Google-Alternative?

Alternative Suchmaschinen: Utopia, Ecosia, Goodjobs, goodsearch, DuckDuckGo
Bild: Utopia, Ecosia, Goodjobs, goodsearch, DuckDuckGo

Alternative Suchmaschinen bedienen vor allem spezielle Interessen wie die Suche nach grünen Produkten, nach Öko-Informationen, aber auch nach mehr Privatsphäre, und empfehlen sich so als Google-Alternativen. Utopia stellt grüne Suchmaschinen, Öko-Suchmaschinen, Privatsphäre-Suchmaschinen von Ecosia bis DuckDuckGo vor. 

Nach Google-Angaben verbrauchen 100 Suchanfragen etwa so viel Strom wie das Bügeln eines Hemdes. Es könnte wahrlich schlimmer sein, denn 33 Prozent seines Stroms bezieht der Marktführer bereits aus erneuerbaren Energien, der Rest wird durch Emissionsausgleich neutralisiert. So gesehen sucht Google schon ziemlich „grün“, verglichen etwa mit Microsoft Bing, die von Greenpeace noch 2014 bei der Nutzung von reichlich schmutzigem Strom ertappt wurden (siehe „Clicking Clean“ 2015, 2014).

Alternative Suchmaschinen mal auszuprobieren lohnt sich trotzdem: Öko-Suchmaschinen wie Ecosia oder Benefind, aber auch sichere Suchmaschinen wie DuckDuckGo, Ixquick oder MetaGer empfehlen sich als Google-Alternative, WeGreen oder Goodjobs als grüne Suchmaschinen für spezielle Suchbedürfnisse. Wir stellen sie in dieser Suchmaschinen-Liste vor:

Ecosia.org: spannende Google-Alternative

Ecosia: Google-Alternative
Pflanzt Bäume (Screenshot: Ecosia.org)

Die „grüne Suchmaschine“ Ecosia www.ecosia.org arbeitet nicht nur CO2-neutral, auch gehen 80 Prozent des Einnahmeüberschusses aus Werbung plus Prozente aus Shopping-Einnahmen an ein Regenwaldprojekt. Trotz geringem Marktanteil reicht der Erlös, um beinahe im Minutentakt einen Baum in Brasilien zu pflanzen. Ecosia ist außerdem eine B-Corporation, das ist eine neue, gemeinwohlorientierte Unternehmensform.

Unter der grünen Haube nutzt Ecosia natürlich ebenfalls normale Suchmaschinen. Vorgabe ist Microsoft Bing als Suchmaschine, optional kann man aber mit wenig Aufwand auch eine Google-Suche verwenden, die dann aber direkt via Google arbeitet (Menü „Mehr“). Beides kann man kritisieren und für irgendwie inkonsequent halten, aber die Wahrheit ist nun mal, dass man eine Suchmaschine nicht aus dem Nichts entwickelt.

Die Suchmaschine Ecosia.org kann inzwischen für sich in Anspruch nehmen, fast 4,3 Millionen Bäume gepflanzt zu haben – die Alternative ist, Bing und Google direkt zu nutzen und keinen Baum zu pflanzen. Ecosia gibt es auch als App für iOS, Android, Windows mobile; sie funktioniert auch auf dem Fairphone 2.

umlu.de: alternative Öko-Suchmaschine

Umlu: Google-Alternative
Bevorzugt grüne Ergebnisse (Screenshot: Umlu.de)

Die CO2-neutral betriebene Umwelt-Lupe Umlu www.umlu.de verwendet im Hintergrund Google, gewichtet die Ergebnisse aber anders: Umlu bevorzugt grünere und nachhaltigere Links. Besonders transparent ist nicht, welche da nun genau und aus welchen Gründen bevorzugt werden, aber die Unterschiede sind durchaus sichtbar. Das Suchergebnis von Umlu.de überzeugt je nach Suchbegriff mal mehr, mal weniger, ist aber in jedem Fall mal einen Versuch wert.

Alternative Reiseziel-Suchmaschinen

Wie findet man grüne Urlaubsziele? Drei Plattformen haben sich hier inzwischen auf dem Markt eingefunden: Good Travel, Treeday und Ecobnb. Sie helfen dir, grüne Locations und Anbieter zu finden. Mehr im Beitrag Good Travel vs. Treeday vs. Ecobnb – wo reist du am grünsten? 

Spezielle Google-Alternativen

wegreen.de: grüne Produkte suchen

Wegreen alternative suchmaschinen & google alternative
Sucht grüne Produkte (Logo: wegreen)

Wegreen wegreen.de ist eine reine Produkt-Suchmaschine, also mit normalen Suchmaschinen nicht zu vergleichen. Die Besonderheit: Alle Produkte werden mit einer Nachhaltigkeitsampel etikettiert: Grün ist gut, gelb mittelmäßig, rot schlecht. Ein ziemlich interessantes Ampelsystem, dessen Urteil aber zuweilen arg vereinfachend wirkt: So kommt etwa der WC-Reiniger Domestos noch immer auf einen grünen Wert von 2,3.

Goodjobs.eu: grüne Jobs finden

goodjobs.eu Logo Google alternative Suchmaschine für Jobs
Findet bessere Jobs (Logo: goodjobs.eu)

Wenn es um eine Jobsuchmaschine geht, möchten wir euch mal ganz unneutral die Seite unseres Kooperationspartners Good Jobs empfehlen: utopia.de/nachhaltige-stellenangebote. Im Beitrag Grüne Jobs: die besten Jobbörsen für nachhaltige Berufe stellen wir dir aber auch viele weitere Jobsuchmaschinen vor. Lies auch: Studiengänge Nachhaltigkeit, Weiterbildung Nachhaltigkeit.

Codecheck.info: Öko-Suchmaschine für Inhaltsstoffe

Was steckt eigentlich an Zusatzstoffen in diesem Joghurt? Welche Inhaltsstoffe für Kosmetik enthält diese Tube? Ist das Produkt vegan, enthält es Mikroplastik? Diese und viele andere Fragen beantwortet die Produktsuchmaschine Codecheck. Bedenkliche Inhaltsstoffe sind ist rot markiert, unbedenkliches grün. Eine Nährwert-Ampel warnt vor Fett und Zucker. Passend dazu gibt es die Codecheck-App.

benefind.de: soziale Google-Alternative

benefind.de Google-Alternative
Spendet beim Suchen (Logo: benefind.de)

Auch Benefind www.benefind.de arbeitet zumindest auf dem Webserver CO2-neutral mit Ökostrom und nutzt im Hintergrund die Suchdienste von Yahoo. Allerdings ist Benefind weniger eine grüne als vielmehr eine soziale Suchmaschine: Mit jeder zweiten Suche spendest du 1 Cent an eine von vielen Aktionen und Organisationen – von Greenpeace bis Sea Sheperds. Bei der Shopsuche gehen 70% der Provisionen an die unterstützten Organisationen. So richtig grün ist Benefind darüber hinaus allerdings nicht.

Weitere Suchhilfen

Es gibt noch weitere alternative Suchmaschinen, etwa im internationalen Raum ecosearch.org (nutzt Google, spendet u.a. an Rainforest Alliance) und goodsearch.com (nutzt Yahoo, ist ein Charity-Shopping-System wie Amazon Smile). Die Suchmaschine greenya.de ist eher eine Art grünes Branchenbuch, bietet aber einfach noch zu wenig Einträge, anders als Ecoshopper.de, eher ein klassisches Webverzeichnis für Öko-Shops und Dienstleister, aber mit vielen Einträgen.

Alternative Suchmaschinen in „schwarzem Design“

Suchmaschinen wie darkoogle.com oder blackle.com verwenden einen schwarzen Bildschirmhintergrund. Das basiert auf der Idee, dass die hellen Pixel am Bildschirm mehr Strom verbrauchen würden als die dunklen. Bei den meisten Flachbildschirmen ist das leider Unsinn: Displays sind per se immer hell, die Pixel werden stattdessen durch Flüssigkristalle abgedunkelt. Als alternative Suchmaschinen taugen sie daher nichts.

Sichere Suchmaschinen: Google-Alternativen mit Privatsphäre

Wer nach alternativen Suchmaschinen sucht, hat oft auch einfach mehr Privatsphäre im Sinn. Das gibt es bei diesen Alternativen zu Google:

MetaGer

Die deutsche Meta-Suchmaschine metager.de wird vom SUMA-EV Verein für freien Wissenszugang betrieben und arbeitet nicht gewinnorientiert. Die Server stehen in Deutschland und werden vom Provider Hetzner mit 100% Ökostrom betrieben (leider nur von EnBW-Tochter NaturEnergie AG). MetaGer bietet viele Privatsphäre-Funktionen: Es speichert keine IP-Adressen, die Verbindung ist verschlüsselt, ein Proxy-Server anonymisiert auf Wunsch. Die integrierte Produktsuche durchsucht auch nachhaltigere Anbieter wie Fairmondo oder Ecoshopper. Zu bedenken ist, dass jede Suchanfrage gleich mehrere Abfragen erzeugt – wobei MetaGer hier anbietet, deren Zahl zu reduzieren (via „anpassen„).

DuckDuckGo

Die US-Suchmaschine duckduckgo.com erfreut mit einem lustigen Enten-Logo. DuckDuckGo beteuert, keine IPs zu speichern und verwendet eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung. Die Server stehen aber halt doch in USA und eine grüne Suchmaschinen-Alternative ist auch DuckDuckGo nicht. Dennoch spannend für Google-Vermeider.

Ixquick/Startpage

Die niederländische Suchmaschine ixquick.de (auch startpage.com) speichert keine IP-Adressen, auch gibt es einen Proxy-Server für den anonymisierten Aufruf von Suchergebnisseiten. Alternative Suchmaschinen gelten oft als Datenstaubsauger, ixquick/Startpage hat als einzige eine offizielle Datenschutz-Zertifizierung. Aber: Grüne Feature gibt es auch hier keine.

Unbubble

Wie MetaGer ist unbubble.eu eine Meta-Suchmaschine, die mehrere andere Suchmaschinen abfragt. Als Google-Alternative verspricht Unbubble vor allem mehr Privatsphäre. Die Server stehen in Deutschland und Unbubble beteuert, keine Cloud-Dienste außerhalb Europas zu nutzen. Gut: Gehostet wird mit erneuerbaren Energien.

Weitere Google-Alternativen mit Fokus auf Sicherheit gibts zum Beispiel hier.

Fazit: nutzt Google-Alternativen!

Diese und viele weitere grüne Google-Alternativen sind in den vergangenen Jahren gestartet, doch viele sind gescheitert (Afroo, Forestle, Green Maven, Truvert) und nur wenige haben es wie Ecosia, Umlu oder auch DuckDuckGo und Ixquick geschafft, sich zu halten. Insofern sollte man sich weniger mit ihrer Kritik aufhalten als damit, sie zu unterstützen – also auch zu nutzen. Klar machen sollte man sich aber auch: Die gesamte Elektronik des Internets, vom Server bis zu Smartphone und PC, ist derzeit alles andere als nachhaltig.

Habt ihr weitere alternative Suchmaschinen gefunden, die ihr gut findet? Schreibt uns in den Kommentaren, welche Google-Alternative ihr empfehlt, ob ihr DuckDuckGo oder Ecosia nutzt und wie zufrieden ihr damit seid!

Besucht auch die Bestenliste alternative Suchmaschinen – und bewertet sie! Damit helft ihr anderen Utopisten!  

Weiterlesen auf Utopia.de:

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(10) Kommentare

  1. „Fazit: nutzt Google-Alternativen!“….
    schön, dass – wenn es nicht (wie von mir) geblockt wird – z.B. genau auf dieser utopia-Seite aktuell drei Google-Tracker mein Surf-Verhalten versuchen zu analysieren:

    Google-AdServices, Google AJAX Search API, Google Tag Manager.
    Warum eigentlich ausgerechnet diese google-Dienste?

    Fehlt nur noch ein eingebettetes youtube-Video

    Nichts für Ungut 🙂
    jak

  2. CENTIL-Europe will Google die Marktmacht in Europa streitig machen, indem der Suchdienst bessere Resultate liefert. Offensichtlich sind die Betreiber auf dem besten Weg dorthin. Bereits die letzten Monate wurde ein enormer Anstieg der Suchanfragen festgestellt. Aktuell seien 640’000 Suchanfragen im letzten Monat verarbeitet worden. Bei einem aktuellen Datenbestand von 5.2 Millionen indexierten Websites. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vormonat um über 20%.
    Für Europa währe dies aus vielerlei Hinsicht nützlich, da die Wertschöpfung und der Kapitalfluss, in Europa blieben und die Datenmengen, welche zu Google und co. fliessen, etwas reduzier werden könnten.
    http://www.centil-europe.de

  3. Liebes Utopia-Team,

    ich habe meine Suchmaschine von google auf ecosia umgestellt, möchte aber weiterhin google statt dem voreingestellten Bing benutzten. Sie schreiben:

    „Unter der grünen Haube nutzt Ecosia natürlich ebenfalls normale Suchmaschinen. Vorgabe ist Microsoft Bing als Suchmaschine, optional kann man aber mit wenig Aufwand auch eine Google-Suche verwenden.“

    Nach über 10 minütigem Probieren und „googeln“ habe ich keine Funktion gefunden, wo ich die Umstellung von bing auf google vornehmen kann. Wie ist denn die Umstellung mit „wenig Aufwand“, wie Sie schreiben, vorzunehemen? Vielen Dank!

    Beste Grüße

    Peggy

    • Das würde mich auch interessieren, wo das gehen soll.
      Aber noch mehr würde mich interessieren, warum ihr Google mit Umweg über Ecosia nutzen wollt?
      Ecosia spendet nur, wenn Ihr auf kostenpflichtige Anzeigen klickt.
      Eine reine Suche nützt dem Regenwald gar nichts.
      Deswegen benutze ich lieber direkt Google, weil das weniger Energie kostet, als der Umweg über Ecosia-Server.

  4. CLIQZ – Der anonymere Browser mit anonymerer Suche ist noch ganz wichtig.
    Ökologisch kann nämlich auch heißen, zusätzliche und werbende Suchergebnisse zu meiden oder ganz wegzuschalten! Tracker adé!

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