Nicht alle Zimmerpflanzen lieben es warm und sonnig. Wir stellen dir acht Zimmerpflanzen vor, die in kühlen Räumen besser gedeihen und erklären, wie du sie pflegst.
Viele Zimmerpflanzen stammen aus tropischen Regionen und benötigen Wärme, um zu wachsen. Doch nicht jeder Raum in deiner Wohnung ist immer gleich stark beheizt – besonders im Winter bleiben Schlafzimmer, Flure oder Gästezimmer oft kühler. Auch der Eingangsbereich im Treppenhaus ist meist eher kühl. Das bedeutet aber nicht, dass du an diesen Standorten auf Pflanzen verzichten musst.
Es gibt eine Vielzahl von Gewächsen, die auch bei Temperaturen zwischen zehn und 18 Grad Celsius gut gedeihen. Sie stammen aus gemäßigten oder kühleren Klimazonen und sind an wechselhafte Bedingungen gewöhnt. Dabei bringen sie nicht nur Leben in deinen Raum, sondern verbessern auch das Raumklima, indem sie die Luft filtern und für mehr Feuchtigkeit sorgen.
In diesem Artikel stellen wir die einige besonders robuste Pflanzen vor, die sich für kühle Räume eignen. Außerdem geben wir dir einige Tipps zur richtigen Pflege, damit deine grünen Mitbewohner auch in weniger warmen Ecken deines Zuhauses gesund und schön bleiben.
1. Glücksfeder
Die Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia) ist besonders pflegeleicht und verträgt auch kühlere Temperaturen sehr gut. Mit ihren saftig glänzenden Blättern sieht sie zudem wunderschön aus und verleiht dunklen und kühlen Räumen oder deinem Treppenhaus einen Hauch Gemütlichkeit. Besonders toll: Die Pflanze braucht kaum Pflege und kommt besonders bei kühlen Raumtemperaturen mit wenig Wasser aus. Denn sie kann Wasser speichern und verzeiht daher auch, wenn du das Gießen mal vergisst.
Standort: Die Glücksfedern kommt mit allen Standorten gut klar. Dunkle und kühle Räume sind also ebenso geeignet für das Gewächs wie hellere, wärmere Standorte. Unter zehn Grad Celsius wird es jedoch kritisch: Dann kann die Pflanze erfrieren.
Pflege: Bei einem kühlen Standort musst du die Glücksfeder nicht so oft gießen wie bei Wärme. Als Faustregel gilt – Schau dir die Erde an. Wenn sie noch feucht ist, gieße die Pflanze lieber nicht, denn Staunässe mag sie nicht. Wenn die Erde trocken ist, kannst du bei Wärme etwas mehr, bei Kälte etwas weniger gießen. Düngen kannst du die Glücksfeder bei Bedarf mit etwas Flüssigdünger.
2. Grünlilie
Die Grünlilie (Chlorophytum commosum) eignet sich ebenfalls für kühle Standorte. Wie die Glücksfeder gedeiht sie an so ziemlich allen Standorten. Bei Kälte wächst sie lediglich etwas langsamer als in warmen Räumen. Auch wenig Licht macht ihr nichts aus. Eine Grünlilie sticht besonders durch ihr schönes Blattmuster hervor und macht sich auch gut als Hängepflanze.
Standort: Die Grünlilie fühlt sich überall wohl. Dementsprechend eignet sie sich auch für kühle Räume. Erst bei unter zehn Grad Celsius wird es schwierig und die Pflanze kann erfrieren. Auch Lichtmangel ist kein Problem. Bei zu wenig Licht ist das ikonische Blattmuster allerdings weniger ausgeprägt.
Pflege: Gieße die Grünlilie nicht mehr als einmal pro Woche. Mit Trockenheit kommt sie nämlich besser klar als mit zu viel Nässe. Bei Staunässe kann es schnell zu Wurzelfäule kommen.
3. Nestfarn
Asplenium nidus, der Nestfarn, ist eine weitere tolle Option für kühle Räume. In Gegensatz zu anderen Farnen kommt der Nestfarn mit Temperaturen zwischen 10 und 16 Grad Celsius super klar. Die interessante Blattform macht das Gewächs zudem zu einem echten Hingucker.
Standort: Am liebsten mag der Nestfarn Halbschatten und Temperaturen zwischen zehn und 16 Grad Celsius. Viel kälter oder wärmer sollte es nicht sein und auch auf direkte Sonneneinstrahlung solltest du beim Nestfarn verzichten.
Pflege: Der Nestfarn mag es feucht und sollte deshalb oft und reichlich gegossen werden, besonders in der Wachstumsphase. Lass ihn nicht austrocknen und schau regelmäßig nach, ob die Erde noch feucht ist. Es empfiehlt sich auch, die Blätter der Pflanze regelmäßig mit Wasser zu besprühen. In der Wachstumszeit kannst du ihn einmal monatlich mit Rhododendrendünger düngen.
4. Efeututen
Die Efeutute (Epipremnum aureum) ist nicht nur eine perfekte Pflanze für Anfänger:innen, sondern auch über für kühle Standorte geeignet. Denn das Gewächs punktet neben der tollen Optik vor allem durch ihre pflegeleichte Natur. Bei Efeututen kannst du recht wenig falsch machen, sowohl beim Standort als auch bei der Pflege. Die Efeutute ist eine Kletterpflanze und kann bis zu 10 Meter lang werden. Neben diesen Eigenschaften ist sie vor allem wegen ihres Blattmusters beliebt. Die Blätter können weiß, gelb oder hellgrün gemustert sein.
Standort: Dunkle, kühle Räume sind kein Problem für die Efeutute. Wenn es besonders dunkel ist, prägt sich die Blattfärbung weniger stark aus, aber die Pflanze gedeiht dennoch gut. Nur direkte Sonneneinstrahlung oder Zugluft verträgt sie nicht so gut.
Pflege: Während der Wachstumszeit solltest du die Pflanze öfter und regelmäßig gießen, mindestens einmal pro Woche. Schau dabei immer darauf, dass die oberste Erdschicht schon trocken ist, bevor du wieder neue Feuchtigkeit auf die Pflanze gibst. Außerhalb der Wachstumsphase verzeiht die Efeutute es auch, wenn du das Gießen mal vergisst.
5. Schusterpalme
Die üppige Schusterpalme (Aspidistra elatior) fühlt sich an kühlen Standorten genauso wohl wie an warmen Plätzen. Ihre dunkelgrünen, lederartigen Blätter sind äußerst widerstandsfähig und vertragen auch Trockenperioden oder geringe Lichtverhältnisse. Sie wird bis zu 70 Zentimeter hoch und ist extrem pflegeleicht. Aber Achtung beim Kauf! Neuere Züchtungen der Schusterpalme sind weniger pflegeleicht als die Aspidistra elatior.
Standort: Die Schusterpalme mag dunkle Standorte. Vermeide also sonnige Stellplätze. Bei der Temperatur ist ihr alles zwischen sieben und 18 Grad recht. Sie kommt in kühlen Räumen also super klar.
Pflege: Am besten gedeiht die Schusterpalme, wenn du nicht zu viel machst. Sie braucht nur wenig Wasser und macht sich bei Überwässerung sogar bemerkbar, nämlich durch bräunliche Verfärbungen auf den Blättern.
6. Zierspargel
Der Zierspargel (Asparagus densiflorus) zählt dem Namen entsprechend zur Gattung der Spargelgewächse und ist neben seiner Optik besonders wegen seiner niedrigen Bedürfnisse beliebt. Zierspargel wird zwischen 30 Zentimeter und einem Meter hoch und macht sich optisch besonders als Auflockerung neben Pflanzen mit großen dichten Blättern sehr gut. Mit den feingliedrigen Auswüchsen wird der Zierspargel zum Beispiel auch von Florist:innen gerne als Bindegrün verwendet. Wenn du ihn gut pflegst, kann er auch kleine weiße Blüten ausbilden, das passiert jedoch nicht garantiert. Nach der Blütezeit kannst du am Zierspargel auch kleine rote Beeren entdecken, doch Vorsicht: Diese sind giftig! Halte die Beeren des Zierspargels daher unbedingt von Haustieren und Kindern fern.
Standort: Der Zierspargel mag es hell bis halbschattig und gerne warm. Alles zwischen zehn und 20 Grad Celsius ist aber kein Problem. Er eignet sich daher auch super für kühle Standorte.
Pflege: Der Zierspargel ist zwar beim Standort genügsam, bei Gießen solltest du aber Acht geben, denn mit Trockenheit kann er nicht gut umgehen. Gieße ihn daher regelmäßig, mindestens einmal in der Woche.
7. Philodendron
Der Philodendron, oder Baumfreund, sieht mit seinen großen Blättern einfach super aus und ist dazu auch noch recht pflegeleicht, wenn auch nicht ganz so genügsam wie andere Pflanzen auf dieser Liste. Außerdem reinigt er die Luft in deinem Zimmer. Kein Wunder also, dass der Philodendron immer beliebter wird. Lediglich für Tierfreunde:innen oder Menschen mit kleinen Kindern ist die Pflanze ungeeignet, denn all ihre Teile sind giftig.
Standort: Es sollte weder zu dunkel noch zu sonnig sein. Am besten gedeiht der Philodendron an hellen bis halbschattigen Plätzen fern der Mittagssonne. Denn bei dazu viel direkter Sonne kann die Pflanze Sonnenbrand bekommen. Am liebsten mag die Pflanze Zimmertemperatur, aber auch kühlere Temperaturen bis 15 Grad Celsius steckt sie gut weg und ist daher auch für kältere Standorte geeignet.
Pflege: Der Philodendron mag Feuchtigkeit, gieße ihn daher unbedingt ein- bis zweimal pro Woche. Im Winter oder an kühlen Standorten kann es aber gern auch etwas weniger Wasser sein. Gieße ihn erst dann, wenn die Erde nicht mehr allzu feucht ist. Denn wie viele Zimmerpflanzen mag auch der Philodendron Feuchtigkeit, aber keine Staunässe.
8. Zimmertanne
Die Zimmertanne (Araucaria heterophylla) ist ein immergrüner Nadelbaum und wird etwa 120 bis 200 Zentimeter hoch. Mit ihrer eleganten, immergrünen Optik und ihren weichen, symmetrisch wachsenden Nadeln erinnert sie an eine Miniatur-Tanne und bringt mit ihrer ansprechenden Wuchsform eine ruhige, naturnahe Atmosphäre in deine Wohnräume. Ursprünglich von der Norfolkinsel stammend, bevorzugt die Zimmertanne kühle Temperaturen zwischen zehn und 18 Grad Celsius und eine hohe Luftfeuchtigkeit.
Standort: Besonders wohl fühlt sich die Zimmertanne an einem hellen Standort ohne direkte Sonne. In ganz dunklen Ecken wächst sie schief. Bei den Temperaturen ist sie aber sehr anspruchslos. In kühlen Räumen gedeiht sie dabei besonders gut, aber auch bei bis zu 20 Grad hat sie keine Probleme.
Pflege: Wichtig ist eine gleichmäßige Wasserversorgung, aber dabei nicht zu viel gießen! Staunässe solltest du auch hier unbedingt vermeiden. Statt übermäßigem Gießen empfiehlt es sich für die Zimmertanne eher, ihre Nadeln regelmäßig mit Wasser zu besprühen.
Zimmerpflanzen für jede Gelegenheit
Egal ob viel Feuchtigkeit, Kälte oder wenig Licht: Für fast alle Raumgegebenheiten gibt es die richtige Zimmerpflanze, sodass niemand auf die Vorteile von etwas Grün im Zimmer verzichten muss. Hier findest du einige unserer Tipps zu Zimmerpflanzen für alle Bedingungen. Bestimmt ist auch für dich das passende dabei:
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