Homo Oeconomicus: Eine einfache Definition

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Es gibt viele Modelle, um menschliches Handeln zu erklären. Der „Homo oeconomicus“ handelt rational und strebt danach, seinen eigenen Nutzen zu maximieren. Er ist der ideale Mensch in einer liberalen Wirtschaft.

Homo oeconomicus: Der ökonomische Mensch

Der Homo oeconomicus ist ein Modell eines idealen Menschen. Das Modell erklärt menschliches Handeln mit dem ökonomischen Prinzip:

Der Mensch strebt nach dem größtmöglichen eigenen Nutzen – bei möglichst geringem Aufwand. Dabei handelt der Homo oeconomicus rational. Sein Handeln folgt dem Ziel, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Das Modell stellt reale Menschen vereinfacht dar, um wirtschaftliche Abläufe verständlich zu machen.

Konzept der liberalen Wirtschaftstheorie

Als Produzent oder Konsument sorgt der Homo oeconomicus für wirtschaftliches Wachstum
Als Produzent oder Konsument sorgt der Homo oeconomicus für wirtschaftliches Wachstum (Foto: CC0 / Pixabay / geralt)

Das Konzept des Homo oeconomicus stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es wurde genutzt, um den ökonomischen Menschen von anderen Grundtypen abzugrenzen – darunter zum Beispiel der soziale, der theoretische und der religiöse Mensch.

Der Ökonom John Stuart Mill übertrug das Konzept in die klassische liberale Wirtschaftstheorie. Die liberalen Ökonomen gingen davon aus, dass eine komplett freie Wirtschaft von selbst – wie von „unsichtbarer Hand“ – eine Balance findet.

Der Homo oeconomicus passt gut in die liberale Wirtschaftstheorie. Sie sieht zwei Rollen für ihn vor:

  • Als Produzent, der seinen Gewinn maximiert oder
  • als Konsument, der seinen Nutzen maximiert,

sorgt der Homo oeconomicus für stetiges Angebot und Nachfrage.

Wie realistisch ist der Homo oeconomicus?

Jede gesellschaftliche Theorie hat eine Vorstellung von einem idealen Menschen. Der Homo oeconomicus ist stark vereinfacht und hat nicht den Anspruch, menschliche Komplexität abzubilden.

Das Modell stellt besonders Eigenschaften in den Mittelpunkt, die gut in die liberale Wirtschaftstheorie passen. Diese Theorie prägte das reale Wirtschaftssystem weltweit – starke Modelle und Theorien können sich auch auf die Wirklichkeit auswirken.

Für unsere Wirtschaft sind unbefriedigte Bedürfnisse gut. Sie bedeuten Konsum und Wachstum. Allerdings werden nicht nur Bedürfnisse befriedigt – durch Werbung werden konkrete Wünsche zum Konsum geschaffen, um Gewinne zu maximieren. Der Homo oeconomicus wird somit ständig neu geschaffen – als steter Konsument oder Produzent.

Homo cooperativus – die kooperative Alternative

Menschen können zusammen idealistische Ziele verfolgen – zum Beispiel Nachhaltigkeit
Menschen können zusammen idealistische Ziele verfolgen – zum Beispiel Nachhaltigkeit (Foto: CC0 / Pixabay / filmbetrachterin)

Andere Modelle des Menschen durchbrechen diese ökonomische Logik. So zum Beispiel der Homo cooperativus: Er handelt manchmal aus Eigennutz – aber nicht nur. Empathie, Liebe und soziale Überlegungen lassen ihn kooperativ handeln. Neben rationalen und ökonomischen Faktoren beeinflussen ihn gesellschaftliche Normen, Wünsche, Ängste und idealistische Ziele. In der Gesellschaft stehen ihm somit viele Rollen offen.

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