Mieterstrom: Solarenergie direkt vom Vermieter

Mieterstrom
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Mieterstrom wird von der Bundesregierung mit bis zu 3,7 Cent pro Kilowattstunde bezuschusst. Das macht eine eigene Solaranlage auf dem Dach attraktiv für Vermieter und Mieter.

Wenn ein Immobilienbesitzer eine Solaranlage auf dem Dach hat, profitiert er schon seit Jahren vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Denn die Einspeisevergütung sichert auf 20 Jahre einen festen Abnahmepreis und noch höher ist die Rendite, wenn der Strom selbst verbraucht wird. Mit dem Modell des Mieterstroms sollen nun auch die Mieter von der Förderung der Solaranlage profitieren.

Mieterstrom – was steckt dahinter?

Öko-Test Ausgabe 02/2018
Details zu Mieterstrom in der Öko-Test Ausgabe 02/2018 (© Öko-Test)

Bei Solaranlagen auf Ein- und Zweifamilienhäuser profitieren die Besitzer doppelt: Bei solchen kleineren Anlagen müssen sie keine EEG-Umlage zahlen und die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung sichert langfristig einen Abnahmepreis für den nicht selbstverbrauchten Strom.

Auf großen Mehrfamilienhäusern gibt es allerdings nur selten eine Solaranlage: Hier fällt pro Kilowattstunde die EEG-Umlage von 6,8 Cent / KWh an, Netzentgelte, Konzessionsabgaben und weitere Steuern und Umlagen. Zudem bezuschuss der Staat den Mieterstrom mit 2,65 bis 3,7 Cent / KWh.

Mit Mieterstrom bekommen Hauseigentümer Anreize für eine Solaranlage: Von Netzentgelten, Konzessionsabgaben und einigen Steuern wird Mieterstrom befreit. Bedingung ist, dass der produzierte Strom direkt an die Mieter im Haus oder Nachbarhaus verkauft wird. Damit die Vermieter nicht selbst zum Energieversorger werden und zum Beispiel eine Stromversorgung bei Wolken sicherstellen müssen, springen oft Stromversorger ein.

Mieterstrom vom Stromversorger

Nicht immer scheint die Sonne und nicht immer wird im Sommer aller Strom gebraucht. Dann muss überschüssiger Strom ins Netz eingespeist bzw. fehlender Strom an der Strombörse gekauft werden. Für viele Eigentümer ist das zu aufwendig, sodass einige Stromversorger das Geschäft des Mietstromanbieters für sich entdeckt haben.

Sie pachten ein Dach mit einer Solaranlage und verkaufen den Strom dann an die Mieter im Haus. Das schmälert für den Besitzer zwar die Gewinnmarge, ist laut Öko-Test aber dennoch empfehlenswert. Gut vier Prozent Rendite seien noch möglich, heißt es in der Februar-Ausgabe 2018. Das macht etwa zwei bis drei Cent pro KWh.

Mieterstromanbieter bei Utopia im Überblick:

Was bedeutet Mieterstrom für die Mieter?

  • Als Mieter sind Sie nicht gezwungen, den Mieterstrom zu kaufen. Der Vermieter kann dies auch nicht zur Bedingung im Mietvertrag machen.
  • Allerdings liegen die Preise für diese Energieform meistens etwas unter dem marktüblichen Niveau. Zum einen muss der Vermieter konkurrenzfähig sein, zum anderen darf der Preis nicht mehr als 90 Prozent des Grundversorgerpreises vor Ort ausmachen.
  • Der Vertrag darf eine Laufzeit von max. einem Jahr haben. Gibt es dann einen günstigeren Anbieter, kann man als Mieter also schnell wechseln.

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Mit dem Modell sollen auch die Mieter an der Energiewende beteiligt werden. Grundsätzlich stehen Wohnungen im Vordergrund und keine Unternehmen, die Teile des Hauses mieten. Doch in Wohnhäusern mit bis zu 40 Prozent gewerblicher Fläche ist das Mietermodell ebenfalls erlaubt. Konkret bedeutet das:

  • Belegt ein Unternehmen mit hohem Energieverbrauch max. 40 Prozent der Fläche, zum Beispiel das Erdgeschoss, hat der Vermieter einen zuverlässigen Abnehmer für den Mieterstrom.
  • Auch Garagen, Werkstätten und Ladestationen für Elektroautos können damit beliefert werden.
  • Voraussetzung ist, dass das hauseigene Stromnetz verwendet wird und der Strom nicht durch das öffentliche Stromnetz läuft.

Kritik am Mieterstrom: Wer profitiert wirklich?

Der Chef des Bundesverbands für Energie- und Wasserwirtschaft, Stefan Kapferer, warnt davor, dass der Mieterstrom zu weniger Gerechtigkeit führe. Ihm zufolge finanzieren Mieter in anderen Häusern über die Mehrbelastung beim Strompreis den Mieterstrom mit. So profitieren nur die Solaranlagen-Besitzer und ihre Mieter. Auch Wissenschaftler kritisieren dies. Der Verband Haus & Grund erklärte gegenüber Öko-Test, er rechne mit mäßigem Interesse am Mieterstrom. Für viele Eigentümer sei die Abrechnung zu kompliziert.

  • Details zum Thema Mieterstrom im längeren Beitrag für nur 79 Cent auf www.oekotest.de

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