Mythos oder Wahrheit: Ist unterdrücktes Niesen schädlich?

Mythos oder Wahrheit: Ist unterdrücktes Niesen schädlich?
Foto: CC0 / Pixabay / renateko

Unterdrücktes Niesen klingt harmlos, kann aber gefährlich sein. Erfahre, warum dein Körper überhaupt niest und weshalb du es besser nicht stoppen solltest.

Stell dir vor, du sitzt im leisen Kinosaal oder in einer Besprechung und plötzlich kündigt sich ein Niesen an. Aus Rücksicht versuchst du, es zurückzuhalten. Auch wenn das harmlos klingt, ist es das nicht unbedingt. Denn Niesen ist ein wichtiger Schutzmechanismus, den du deinem Körper nicht verwehren solltest.  

Warum wir niesen

Nutze am besten ein Papiertuch, statt das Niesen zu unterdrücken.
Nutze am besten ein Papiertuch, statt das Niesen zu unterdrücken. (Foto: CC0 / Pixabay / albertoadan)

Niesen passiert nicht zufällig, es ist laut AOK-Gesundheitsmagazin ein automatischer Reflex deines Körpers. Staub, Pollen oder Keime, die sich in der Nase festgesetzt haben, werden mit einem kräftigen Luftstoß wieder hinausbefördert.

Meist ist der Auslöser eine Reizung der Nasenschleimhäute, über die Nervenbahnen werden die Informationen dann blitzschnell an dein Gehirn weitergegeben. Dieses aktiviert die Atem- und Rumpfmuskulatur und die Luft entweicht explosionsartig. Sie verlässt den Körper mit einer Geschwindigkeit von über zehn Metern pro Sekunde und verhindert, dass Fremdstoffe tiefer in den Körper gelangen. 

Ist unterdrücktes Niesen schädlich?

Durch das Niesen werden Fremdkörper hinausbefördert.
Durch das Niesen werden Fremdkörper hinausbefördert. (Foto: CC0 / Pixabay / Myriams-Fotos)

Generell solltest du den Reflex des Niesens nicht unterdrücken. Beim Niesen baut sich ein großer Druck auf, um den Fremdkörper zu entfernen. Verhinderst du das, beispielsweise wenn du dir die Nase zuhältst, muss der Druck sich einen anderen Weg suchen, um zu entweichen.

„Zwar sind gesundheitliche Folgen selten, sie können aber dennoch vorkommen. Beispiele dafür sind: Ein geplatztes Trommelfell, Hörverlust oder sogar eine Hirnblutung“, so Dr. med. univ. Branka Zoric, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Pneumologie des Marien Hospital Witten.

Zudem können laut AOK feine Blutgefäße in der Nasenschleimhaut geschädigt werden und es kommt zum Nasenbluten. In seltenen Fällen können sogar Risse im Rachenraum entstehen. 

Auch geplatzte Äderchen im Auge sind mögliche Folgen des unterdrückten Niesens.

So niest du richtig

Hast du kein Taschentuch zur Hand, nutze deine Armbeuge.
Hast du kein Taschentuch zur Hand, nutze deine Armbeuge. (Foto: CC0 / Pixabay / sweetlouise)

Damit es erst gar nicht so weit kommt, befolge lieber diese Tipps, statt das Niesen zu unterdrücken: 

  • Taschentuch: Niese in ein Papiertaschentuch und entsorge dieses direkt im Anschluss. Leidest du nur an Heuschnupfen und keiner Erkältung, sind Stofftaschentücher die bessere Wahl, da du sie wiederverwenden kannst. Sie sollten bei Infekten allerdings nicht genutzt werden, da die Erreger im feuchten Milieu des Stofftuchs weiterleben und so beispielsweise nach einem Griff in die Hosentasche weitergegeben werden können. 
  • Armbeuge statt Hand: Wenn du kein Taschentuch griffbereit hast, niese in deine Ellenbeuge. Dies ist besser als die Hand, weil du so im Anschluss weniger Keime auf Oberflächen verteilst.
  • Hände waschen: Wasche dir nach jedem Niesen gründlich mit Wasser und Seife die Hände und nutze Desinfektionsmittel.
  • Kleidung wechseln: Niest du dir in den Ärmel und hast einen Infekt, gib die Kleidung so bald wie möglich in die Wäsche, um Viren oder Bakterien abzutöten. Auch wenn beim Wäschewaschen normalerweise eine Temperatur von 30 Grad ausreichend ist, solltest du Textilien mit Krankheitserregern bei  60 Grad waschen.
  • Abstand halten: Bleib auf Distanz zu anderen, wenn du erkältet bist. So schützt du sie vor einer Ansteckung.
  • Richtige Begrüßung: Vermeide bei einem Infekt wegen einer möglichen Tröpfcheninfektion Händeschütteln oder Begrüßungsküsschen. Ein freundliches Winken senkt das Risiko, Viren und Bakterien zu übertragen.

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

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