Ölheizung: Wissenswertes über Kosten, Nutzen und Funktion

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Die Ölheizung zählt zu den ältesten Heizungsarten in Deutschland und ist seit jeher immer weiterentwickelt worden. Günstig ist sie auch: Schon ab ca. 3.000 Euro sind Ölheizungen erhältlich.

Moderne Ölheizungen sind hocheffizient

Während früher Ölheizungen viel Wärme über die Abgase verloren haben, sind moderne Öl-Brennwertkessel deutlich effizienter. Sie nutzen auch die Wärme, die in den Abgasen enthalten sind.

Das Grundprinzip ist aber geblieben: Das Heizöl gelangt über eine Leitung in die Heizung, wird dort von einer Düse versprüht und verbrannt. Mit der Wärme, die beim Verbrennen des Heizöls entsteht, kann dann das Wasser für die Heizung erwärmt werden. Im Gegensatz zu einer Gasheizung brauchst du bei einer Ölheizung keine neue Leitung, allerdings einen Öltank. Er kann im Garten oder Keller stehen und an flexibel an den vorhandenen Platz angepasst werden.

Preise und Kosten für Ölheizungen

Ölheizung: Abhängigkeit von fossilem Brennstoff
Ölheizung: Abhängigkeit von fossilem Brennstoff (Foto: CC0 / Pixabay / geralt)

Für eine Ölheizung musst du folgende Kosten einkalkulieren:

  • Ölheizung: 3.000 bis 7.500 Euro (je nach Leistung und Hersteller)
  • Öltank: 1.500 bis 2.500 Euro
  • Wasserspeicher: 500 bis 1.500 Euro
  • Schornsteinsanierung: 500 bis 1.000 Euro
  • Montage: 2.000 bis 3.000 Euro.

Beachte, dass die Ölheizung jedes Jahr gewartet werden sollte. Viele Unternehmen bieten Wartungsverträge für 200 Euro im Jahr an, inklusive 24-Stunden-Notdienst. Auch der Heizölpreis kann stark variieren, je nach politischer und wirtschaftlicher Lage der Erdöl-exportierenden Staaten.

Ölheizung – wie nachhaltig sind sie?

Öl muss per Pipeline zu uns importiert werden.
Öl muss per Pipeline zu uns importiert werden. (Foto: CC0/Pixabay/12019)
  • Nachteil der Ölheizung ist die Abhängigkeit vom fossilen Brennstoff Öl. Da du eine knappe Ressource verheizt, greifst du besser zu Schwefelarmem Öko-Heizöl. Dieses enthält Biodiesel beigemischt und verursacht weniger Stickoxide.
  • Pro Liter verbranntem Heizöl entstehen 290g CO2 / kWh – nur ein Kohleofen pustet mehr CO2 in die Luft (die stehen aber inzwischen eher im Museum). Damit sind Ölheizungen echte Klimakiller. Neuere Modelle haben einen etwas niedrigeren CO2-Ausstoß.
  • Die Ölheizung kannst du auch in Kombination mit einer Solarthermie nutzen. Du brauchst dann nur Öl, wenn nicht genügend Sonne scheint und die Reservetanks (der Pufferspeicher) leer sind. Dafür sind die Investitionskosten um ca. 10.000 bis 15.000 Euro höher. Doch Öl für die Heizung brauchst du dann nur im Winter.

Da es umweltfreundlichere Alternativen zur Ölheizung gibt, raten wir von ihnen ab. Auch in Kombination mit einer Solarthermie sind Ölheizungen nicht die erste Wahl, da sie viel CO2 abgeben.

Ölheizung mit Wärmepumpe

Wärmepumpen sollen Ölheizungen ablösen.
Wärmepumpen sollen Ölheizungen ablösen. (Foto: CC0/Pixabay/globalenergysystems)

Nicht nur die Kombination mit einer Solarthermie ist möglich, auch mit einer Wärmepumpe kannst du die Ölheizung kombinieren. Laut der einflussreichen Denkfabrik Agora Energiewende sollen Ölheizungen bis 2030 abgeschafft und komplett durch Wärmepumpen ersetzt werden. Auch die Bundesregierung will auf ökologisches Heizen setzen, dazu gehören die Wärmepumpen.

Was du über die Kombination aus Ölheizung und Wärmepumpe wissen musst:

  • Entweder ist die Ölheizung die hauptsächliche Wärmequelle und die Wärmepumpe unterstützt nur, oder umgekehrt. Die Wärmepumpe kann eine Ölheizung auch vollständig ersetzen. Dafür musst du aber eine besonders leistungsstarke Wärmepumpe wählen.
  • Ölheizung und Wärmepumpe wechseln sich ab und springen immer dann ein, wenn sie aufgrund der Außentemperaturen gerade effizienter sind, als die andere Heizungsart.
  • Allerdings sind auch Wärmepumpen als Ergänzung zur Ölheizung nur das kleinere Übel. Besser ist, gleich ganz auf die Ölheizung zu verzichten.

Ölheizungen in Hochwasserregionen

In Hochwassergebieten sind Ölheizungen oft verboten. Das Risiko ist zu groß, dass bei einem Hochwasser ein Öltank auslaufen und ein Gewässer kontaminieren könnte. Es gibt aber hochwassersichere Tanks, die eine Ausnahme zulassen und in Hochwassergebieten verwendet werden dürfen.

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(3) Kommentare

  1. Das Vorhaben, dass man in Zukunft hauptsächlich mit Wärmepumpen heizt, finde ich super. Meine Frau und ich planen bereits seit längerem unseren heiß ersehnten Hausbau und haben uns da ebenfalls für eine Vaillant Wärmepumpe entschieden, weil es uns auch wichtig war, da eine umweltfreundliche Lösung zu finden. Wie im Artikel auch steht, gibt es da ja verschiedene Möglichkeiten und Varianten, wir werden wohl eine Luftwärmepumpe nehmen, das ist dann auch keine Kombination sondern ganz ohne Öl. Ist für uns eine ökologisch sinnvolle Alternative.

  2. Hallo, schön das Sie sich mit regenerativer Energieversorgung Ihres zukünftigen Zuhauses beschäftigen. Ihre Entscheidung eine Luftwärmepumpe hierfür zu verwenden, sollten Sie vor Beauftragung gut überlegen. Eine Luftwärmepumpe bietet den schlechtesten Wirkungsgrad unter den Wärmepumpen. Damit überhaupt etwas von der regenerativen Energie auch in Ihrem Geldbeutel spürbar wird, ist eine Flächenheizung zwingend nötig, wegen den benötigten niedrigen Heizungsvorlauftemperaturen; ca. 30 °C.
    Das Trinkwarmwasser sollten Sie zusätzlich mit Solarthermiekollektoren erwärmen, dann sparen Sie sich die hohen Stromkosten für den erhöhten Strombedarf der Wärmepumpe bei Heiztemperaturen über 45°C. Ab dieser Temperatur schaltet üblicherweise der Elektroheizstab der Wärmepumpe ein. Das ist auch bei Ökostrom nicht wirklich öko, da es das Stromnetz unnötig belastet. Die großen Stromversorger liefern Ihnen zur Entlastung dann sehr gerne Atom- und Kohlestrom und argumentieren diese schädliche Stromerzeugung mit der Notwendigkeit durch Ihren Anlagenbedarf. Vermeidung ist eben sinnvoller als Verbrauchen.
    Eine Luftwärmepumpe kann auch Ihre Nachbarn empfindlich stören, gerade in einem reinen Wohngebiet, da Außeneinheiten der Wärmepumpe häufig zu hohe Schallwerte am Aufstellort erzeugen. Denken Sie auch an Ihre Abhängigkeit mit Ihrem Stromerzeuger.
    Dennoch kann die Kombination mit Solarthermie und PV-Anlage bei gut dimensionierten Heizflächen zu einer zumindest rechnerisch 100% regenerativen Versorgung führen. Günstig ist das aber trotz der hohen Förderungen nicht und benötigt regelmäßig sehr gut informierte Planer und Installateure, wenn es gut werden soll. Aber nicht entmutigen lassen – Sie sind schon auf dem richtigen Weg. Alternativ zur Wärmepumpe ist eine Pelletanlage zu empfehlen.
    Viel Erfolg mit Ihrem Hausprojekt.

  3. Danke für die lange und informative Antwort! Ich bin mir durchaus bewusst, dass es einige Punkte zu beachten gibt aber wir haben uns wirklich gründlich informiert, wir waren bei einem Showroom von Vaillant und haben uns dort die verschiedenen Modelle angeschaut und die haben dort sehr moderne Pumpen, die auch leise sind. Ich kenne einige, die ebenfalls eine Luftwärmepumpe haben, auch einige im Bekanntenkreis, die eine neue Pumpe haben weil das Haus erst vor kurzem gebaut wurde und ich finde das Geräuschthema relativ unproblematisch. Vielleicht kann man sich vorher mit den Nachbarn absprechen, beziehungsweise gibt es vielleicht viele, die ebenfalls eine Pumpe haben (da relativ neues Wohngebiet). Eine PV-Anlage finden wir jedenfalls auch sehr sinnvoll, aber wir wissen noch nicht, ob wir die gleich dazubauen oder erst nachträglich. Vielen Dank!