Lohnt sich eine Holzpelletheizung?

Pelletheizung
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Gaskessel, Fernwärme, elektrische Wärmepumpe – wer seine alte Öl- oder Gasheizung ersetzen will hat, viele Möglichkeiten. Utopia zeigt, wie eine Holzpelletheizung in punkto Umweltschutz, Kosten und Effizienz abschneidet.

Pelletheizung ist ursprünglich umweltfreundlich, aber nicht immer ökologisch sinnvoll

Die Brennstoffgewinnung für eine Pelletheizung ist eigentlich extrem umweltfreundlich: Holzpellets wurden ursprünglich aus Holzabfällen (Sägespänen) gepresst. Es handelte sich also um ein Abfallprodukt eines regionalen und nachwachsenden Rohstoffs. Seit einiger Zeit steigt aber die Nachfrage nach Holzpellets stark an. Gleichzeitig fallen in Deutschland weniger Holzabfälle an, weil viele geschlagene Bäume in Länder wie China exportiert werden. Das führt wiederum dazu, dass Pellets aus den USA, Kanada oder aus Osteuropa importiert werden. Hinter der Umweltfreundlichkeit solcher Holzpellets steht aufgrund der langen Transportwege ein großes Fragezeichen. Zudem wird nun auch Holz zur Produktion von Pellets verwendet, bei dem es sich nicht um Abfallprodukte handelt.

Pelletheizung ist klimaneutral, aber schadstoffreich

Eine Holzpelletheizung hat die beste Umweltbilanz aller Heizsysteme. Die Pellets setzen nur so viel CO2 frei wie der Baum beim Wachsen aus der Atmosphäre gebunden hat. Abgesehen von der Herstellung und vom Transport ist also der reine Betrieb einer Pelletheizung nahezu klimaneutral. Allerdings stoßen Pelletkessel als Feststoffverbrenner mehr Feinstaub und andere Luftschadstoffe aus als Heizöl- oder Gas-Brennwertkessel – aber noch lange nicht so viel wie ein Holzofen. Zur Schadstoffreduzierung ist daher ein Pufferspeicher empfehlenswert.

Anschaffung einer Holzpelletheizung ist teuer

Wer sich eine Holzpelletheizung anschafft, muss laut dem Deutschen Energie Pellet Verband mit ungefähr 20.000 Euro samt Lager- und Fülltechnik und inklusive Montage rechnen. Die Kosten für den Ausbau und die Entsorgung des alten Öl-Brennwertkessels sind dabei noch nicht berücksichtigt. Damit sind Holzpelletheizungen in der Anschaffung etwa doppelt so teuer als beispielsweise ein neuer Öl- oder Gaskessel.

Holzpellets sind günstiger und machen unabhängig von den Ölkonzernen

Die Preise für Holzpellets haben sich in den letzten Jahren zwischen 4,5 und 5 Cent/kWh eingependelt. Der Ölpreis schwankt enorm und liegt derzeit bei etwas über 8 Cent/kWh, Gas bei etwas unter 7 Cent/kWh. Die jährlichen Betriebskosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus, das mit Öl oder Gas heizt, liegen damit bei rund 1.500 Euro. Eine Pelletheizung ist deutlich günstiger: etwa 600 bis 1.000 Euro pro Jahr. Wie sich die Preise für die jeweiligen Brennstoffe in Zukunft entwickeln werden, ist nicht vorhersehbar – damit ist auch der Betriebskostenvergleich eine Momentaufnahme. Die Unabhängigkeit von den großen Ölkonzernen und deren Machenschaften bleibt dennoch bestehen.

Holzpelletheizungen werden staatlich gefördert

Wer eine bestehende Heizung durch eine Pelletheizung ersetzt, erhält eine Förderung vom Staat. Vorrausetzungen sind: ein Haus, das nach 2009 gebaut wurde und ein Pelletkessel mit 5 bis 66.6 Kilowatt Leistung. Pauschal werden mindestens 2.400 Euro gezahlt. Die Fördersumme erhöht sich mit weiteren energiesparenden Komponenten wie Speicher für Heiz- und Warmwasser. Mehr zur staatlichen Förderung von umweltfreundlichen Heizungen findest du auf der Internetseite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Pelletheizung ist etwas weniger effizient als Brennwertkessel

Brennwertkessel für Öl oder Gas nutzen auch die im Abgas enthaltene Kondensationswärme und verwerten damit die im Brennstoff enthaltene Energie zu 97 Prozent. Der Wirkungsgrad von Pelletkesseln ist mit 92 Prozent nur wenig geringer.

Holzpellets brauchen Platz

Die Lagerung von Pellets braucht in etwa den gleichen Platz wie eine Ölheizung. Der Lagerraum für ein Einfamilienhaus benötigt eine Grundfläche von etwa 5 Quadratmetern.Wer wenig Platz zur Verfügung hat, kann auf Lagervorrichtungen wie zum Beispiel Erdtanks zurückgreifen. Diese werden im Garten unterirdisch eingelagert und die Pellets über eine Versorgungsleitung zum Brenner geführt. Auch alte Öltanks können zum Pelletlager umgerüstet werden. Am komfortabelsten ist die Lagerung in einem Extra-Raum wie zum Beispiel einem trockenem Keller.

Pelletheizung: Fazit

Eine Holzpelletheizung ist eine umweltfreundliche Alternative zu Öl- und Gasheizungen, weil sie nahezu klimaneutral und mit einem nachwachsenden Brennstoff läuft. Die steigende Nachfrage nach Pellets hat in den letzten Jahren allerdings zu einem steigenden Import aus dem Ausland geführt – Pellets aus den USA, Kanada oder Osteuropa sind im Gegensatz zu Pellets aus Deutschland ökologisch fragwürdig.

Um die Feinstaubbelastung möglichst gering zu halten, ist ein Pufferspeicher empfehlenswert. Genau wie Ölheizungen brauchen Pelletheizungen viel Platz. Pelletheizungen sind in der Anschaffung teuer, im Betrieb aber günstiger als Öl- oder Gasheizungen. Die hohen Investitionen am Anfang rechnen sich darum über die Jahre, vor allem wenn der Preis für Pellets im Gegensatz zu Öl und Gas stabil bleiben sollte

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