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Reisetrend Coolcation: Was das ist – und Tipps dafür

Coolcation
Foto: CC0 / Pixabay / Pexels

Immer mehr Tourist:innen zieht es in die Kälte statt an die warme Sonne. Wir erklären dir, was es mit dem Reisetrend Coolcation auf sich hat.

Während die meisten Deutschen ihren Urlaub noch immer gern im Süden verbringen, wird aktuell ein anderer Reisetrend immer beliebter: Reisen in kühlere Gebiete. “Coolcation”, zusammengesetzt aus den Worten “cool” (zu Deutsch “kalt”) und “vacation” (“Urlaub”), heißt dieser neue Reisetrend, bei dem Menschen auf der Suche nach Abkühlung lieber Urlaub in den skandinavischen Ländern statt in der Südsee machen. Wir haben den Reisetrend für dich unter die Lupe genommen und geben dir Tipps, wie du deine eigene Coolcation planen kannst.

Coolcation: Woher kommt der Trend?

Weg von der Hitze und rein ins kühle Abenteuer: Immer mehr Menschen zieht es in den Urlaub in gemäßigte Klimazonen.
Weg von der Hitze und rein ins kühle Abenteuer: Immer mehr Menschen zieht es in den Urlaub in gemäßigte Klimazonen. (Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Aufgrund des Klimawandels kommt es zu immer neuen Temperaturrekorden in Ländern wie Italien und Griechenland. Die hohen Temperaturen bewegen viele deutsche Urlauber dazu, bei der Urlaubsplanung umzudenken und lieber eine Reise in die gemäßigten Klimazonen zu planen. In Ländern wie Spanien sei es immer heißer geworden und sie halte es dort “einfach nicht mehr aus”, sagt eine deutsche Norwegen-Urlauberin in einer Reportage der Tagesschau. Am Mittelmeer sei es geradezu “abartig warm” und man habe bei der Hitze einfach keinen Spaß mehr, sagt eine andere Touristin. 

Die skandinavischen Länder Norwegen, Finnland und Schweden haben sich bereits darauf eingestellt und machen sogar gezielt Werbung für den Tourismus durch Menschen, die vor der Hitze fliehen wollen. 

Laut einem Bericht des WDR kamen im Jahr 2023 etwa 22 Prozent mehr Tourist:innen aus dem Ausland nach Norwegen. Schweden verzeichnete einen Anstieg der Besuchendenzahlen um 11 Prozent. Der WDR verweist angesichts dieser hohen Zahlen auf eine Umfrage des Tourismusverbands Visit Sweden. Hier kam heraus, dass ein Drittel der Deutschen die eigenen Reisegewohnheiten überdenken will – aufgrund der steigenden Temperaturen in den klassischen südeuropäischen Urlaubsländern werden Coolcations offenbar attraktiver. 

Die beliebtesten Coolcation-Ziele

Angenehme Temperaturen sind das, was Touristen bei einer Coolcation suchen.
Angenehme Temperaturen sind das, was Touristen bei einer Coolcation suchen. (Foto: CC0 / Pixabay / elenawe)

Beliebte Reiseziele für eine Coolcation sind Länder und Gebiete in kühlen und gemäßigten Klimazonen. Typische Reiseziele sind daher vor allem:

  • Osteuropa 
  • Norwegen
  • Schweden 
  • Finnland 
  • Estland
  • nördliche Teile der Vereinigten Staaten 

Das Geschäft mit dem kühlen Wetter

Angenehmes Klima und vielfältige Natur – besonders Schweden ist ein beliebtes Ziel für Coolcations.
Angenehmes Klima und vielfältige Natur – besonders Schweden ist ein beliebtes Ziel für Coolcations. (Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Besonders Schweden steht beim Marketing der Coolcation hoch im Kurs. Die staatliche schwedische Tourismusagentur “Visit Sweden” bemüht sich aktiv darum, den Trend Coolcation zu vermarkten. Bei internationalen Suchanfragen zum Begriff “Coolcation” sei die Agentur daher die Nummer eins, so Unternehmenschefin Susanne Andersson. Auch auf der deutschen Website der Agentur gibt es zahlreiche Reisetipps rund um die Coolcation, darunter die Vorzüge einer Coolcation in Schweden:

  • angenehme Sommertemperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius in Südschweden 
  • deutlich längere Sommertage als in Deutschland, aufgrund des hohen Breitengrades, auf dem das Land liegt
  • vielfältige Natur und zahlreiche Möglichkeiten für Outdoor-Liebhabende
  • viele Optionen für nachhaltiges Reisen und achtsame Urlaubserlebnisse 

Bei diesem Angebot ist es nicht verwunderlich, dass der Trend der Coolcation stetig an Beliebtheit gewinnt.

Weiter steigende Touristenzahlen erwartet

Coolcation wird immer beliebter.
Coolcation wird immer beliebter. (Foto: CC0 / Pixabay / rottonara)

Der Trend der Coolcation wird in den kommenden Jahren wohl noch beliebter werden. In einer Studie der Europäischen Union aus dem Jahr 2023 wurden Daten aus 269 europäische Regionen gesammelt und ausgewertet. Es galt zu ermitteln, wie sich die aktuellen Klimabedingungen auf die Tourist:innenströme auswirken. Das Ergebnis: “Wir stellen ein klares Nord-Süd-Muster bei den Veränderungen der Tourismusnachfrage fest. Die nördlichen Regionen profitieren vom Klimawandel, während die südlichen Regionen mit erheblichen Rückgängen der Tourismusnachfrage konfrontiert sind”.

Es ist also zu erwarten, dass immer mehr Urlauber:innen zukünftig für eine Coolcation in die gemäßigten Klimazonen reisen werden, während der Tourismus in den südlichen Ländern abnehmen wird. Das bleibt für beide Seiten nicht ohne Folgen.

Das Problem mit dem Klimatourismus

Die steigenden Touristenzahlen in Skandinavien bleiben nicht ohne Folgen für das Klima.
Die steigenden Touristenzahlen in Skandinavien bleiben nicht ohne Folgen für das Klima. (Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Einige Regionen Skandinaviens freuen sich über den steigenden Zulauf von Klimatourist:innen, also Menschen, die extra wegen des gemäßigten Klimas dort Urlaub machen. Im WDR berichtet Reisejournalistin Bernadette Olderdisse, dass man sich zumindest in einigen Gebieten sogar aktiv um neue Urlaubende bemühe und der Coolcation-Tourismus stetig weiter ausgebaut werde. Unter den Einheimischen gebe es dabei keine Bedenken, sagt sie. Denn wer in Skandinavien Urlaub mache, sehne sich weniger nach Partys und mehr nach einer Rückkehr in die Natur. 

Auf der anderen Seite hat der florierende Tourismus in Skandinavien aber auch einige Nachteile:

Viele Urlauber:innen kommen mit dem Flugzeug und beschleunigen dadurch den Klimawandel, auch in den nördlichen Ländern. In der Tagesschau berichtet Bergführer Bruheim aus Norwegen von dem Einfluss des Tourismus auf die Gletscher: ” wollen die Gletscher sehen, bevor sie verschwinden. Doch wenn immer mehr mit dem Flieger kommen, wird der Einfluss auf den Klimawandel größer. Und damit auch die Bedrohung des Gletschers.” Bruheim animiert deshalb die zuständigen Stellen, das Marketing für Reisen zu den Gletschern einzuschränken, obwohl er selbst von den steigenden Touristenzahlen profitiert.

In Schweden wird bereits diskutiert, ob es überhaupt vertretbar ist, durch Förderung von Coolcations Profit aus dem Klimawandel zu schlagen, so heißt es in der Tagesschau. Denn schon jetzt ist der große Zulauf an Urlauber:innen eine Belastung für einige Regionen, besonders zur Ferienzeit im Sommer. Ein ungebremster Anstieg der Klimatourist:innen könnte in Zukunft fatale Folgen für das Klima Skandinaviens haben.

So planst du eine nachhaltige Coolcation

Coolcation, aber nachhaltig? Kein Problem!
Coolcation, aber nachhaltig? Kein Problem! (Foto: CC0 / Pixabay / taf78)

Wenn du bei deiner Urlaubsplanung Wert auf Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Reisen legst, musst du trotzdem nicht auf eine Coolcation verzichten. Hier kommen einige Tipps, wie du eine nachhaltige Coolcation planen kannst:

  1. Informiere dich über nachhaltige Reiseveranstalter: Wenn du deinen Urlaub über Reiseunternehmen buchst, kannst du dich vorher informieren, welche Unternehmen auf nachhaltige Reisen setzen. Schau dir für mehr Tipps zur nachhaltigen Reiseplanung zum Beispiel diesen Artikel an: Ökologisch reisen: Die besten Anbieter für nachhaltigen Urlaub.
  2. Nutze öffentliche Verkehrsmittel: In den meisten beliebten Urlaubsregionen Skandinaviens gibt es ein gutes Netz öffentlicher Verkehrsmittel. Indem du Bus oder Bahn fährst, reist du klimafreundlicher und oft auch günstiger als mit dem Auto. Nach Skandinavien gelangst du ganz einfach mit einer der vielen guten Fährverbindungen. Es muss also nicht unbedingt das Flugzeug sein. 
  3. Wähle nachhaltige Unterkünfte: Viele Regionen in Schweden legen besonderen Wert auf Ökotourismus. Umweltfreundliche Ferienunterkünfte und Hotels sind daher meist gut erkennbar als solche ausgeschrieben, lies dabei nach, was deren nachhaltige Praktiken umfasst.
  4. Unterstütze lokale Händler:innen: Indem du darauf achtest, lokale Spezialitäten ohne lange Transportwege zu konsumieren, unterstützt du die Wirtschaft deines Urlaubslandes und schränkst deinen ökologischen Fußabdruck ein.
  5. Vermeide Abfall: Lass deinen Abfall im Urlaub nicht einfach liegen. Achte darauf, alles angemessen zu entsorgen und vermeide möglichst Plastikmüll. Einwegplastik kannst du ganz einfach reduzieren, indem du wiederverwendbare Taschen, Flaschen und Behälter mitbringst.
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