Schutz vor Zecken: So vermeidest du Stiche

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Schutz vor Zecken ist wichtig, denn: Ein Zeckenstich kann gefährliche Krankheiten wie Borreliose übertragen. Erfahre hier, wie du dich vor Zecken am besten schützt.

Zeckenbiss oder Zeckenstich? Die richtige Kleidung schützt!

Entgegen der verbreiteten Meinung beißen Zecken nicht, sie stechen. Denn statt Ober- und Unterkiefer haben sie eine eine Art Saugapparat (Hypostom). Mit diesem saugen sie aus der zuvor mit ihren Mundwerkzeugen angeritzten Haut das Blut.

  • Fast alle Zecken lauern auf Kniehöhe im dichten Gras oder Geäst. Wenn du in die Natur gehst, solltest du deshalb auch an warmen Tagen immer eine lange Hose anziehen. Sie bietet Schutz davor, dass Zecken sich an deiner Haut festkrallen.
  • Noch besser ist es, wenn du die Hose in die Socken steckst. So können sich die Zecken beim Laufen nicht unter das hochgerutschte Hosenbein krallen.
  • Auch Sandalen und T-Shirts solltest du beim Spaziergang in der Natur vermeiden. Greife besser zu festem Schuhwerk.

Zeckenzeit beginnt bei milden Temperaturen ab Februar

Zeckenschutz-Tipp: Zieh lange Hosen an, wenn du in der Natur spazieren gehst.
Zeckenschutz-Tipp: Zieh lange Hosen an, wenn du in der Natur spazieren gehst. (Foto: CC0 / Pixabay / Valiphotos)

Während der Zeckensaison ist Schutz vor Zecken besonders wichtig. Sie dauert von Frühjahr bis Spätherbst. Sobald es im Frühling die ersten warmen Sonnenstrahlen gibt, kommen auch die Zecken aus der Erde hervor.

Weil aber die Winter in Deutschland immer milder werden, gehen die Insekten auch schon im Februar auf die Jagd. Bleiben die Temperaturen im Winter mild, können die Zecken sogar das ganze Jahr lang aktiv bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass du dich jederzeit gegen Zecken schützt.

Zecken übertragen FSME und Borreliose

Der Schutz vor Zecken dient vor allem dazu, zwei Krankheiten vorzubeugen: Borreliose und Frühsommermeningoenzephalitis (FSME). Im Schnitt tritt in Deutschland und der Schweiz bei 2,6 bis 5,6 Prozent der Zeckenstiche eine Borrelieinfektion auf. Charakteristisch für einen Zeckenstich mit Borreliose-Erreger sind eine starke Rötung um die Einstichstelle. In diesem Fall solltest du sofort ärztliche Hilfe einholen. Denn bleibt die Borreliose unbehandelt, könnte dies zu dauerhaften Schäden im Nervensystem führen.

Tückischer ist eine Infizierung mit FSME, weil die meisten Opfer gar nichts davon merken und die Symptome nicht gleich auftreten. Es gibt zwei Phasen: Etwa zehn Tage nach dem Zeckenstich treten grippeähnliche Symptome auf und FSME lässt sich noch nicht nachweisen. Bei zehn bis 30 Prozent der Infizierten treten dann innerhalb von 20 Tagen erneut Symptome auf, jetzt kann die Infektion auch nachgewiesen werden. In seltenen Fällen endet sie tödlich – in den meisten Fällen kann FSME aber vollständig geheilt werden.

Besonders in Süddeutschland musst du dich vor Zecken schützen

Zecken lauern im kniehohen Gras.
Zecken lauern im kniehohen Gras. (Foto: CC0 / Pixabay / FelixMittermeier)

Zecken lieben warme, feuchte und dunkle Plätze. Sie sitzen auf Laub, Gras und Ästen und krallen sich dann an ihren Opfern fest. In ganz Deutschland kommen Zecken vor, die Zecken mit FSME-Viren aber hauptsächlich in Süddeutschland.

Zu den FSME-Risikogebieten gehören Bayern und Baden-Württemberg sowie einige Landkreise von Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Maßnahmen zum Schutz vor Zecken sind hier besonders wichtig, denn: In diesen Gebieten tragen bis zu fünf Prozent der Zecken den FSME-Erreger in sich. Zecken mit Borreliose-Bakterien kommen vor allem in Mittel- und Süddeutschland vor.

Zeckenstich entdecken

Nach jedem Spaziergang durch die Natur solltest du dich gründlich auf Zecken absuchen. Auf heller Kleidung erkennst du die schwarzen Parasiten besonders schnell. Aber es ist gut möglich, dass sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bereits auf der Haut sind. Zecken suchen sich besonders warme und feuchte Orte aus. Deshalb solltest du immer in den Achselhöhlen, Kniekehlen und Genitalbereich nach Zecken suchen.

Hast du eine gefunden, solltest du die Zecke schnell entfernen. Denn je länger die Zecke in der Haut steckt, umso höher ist das Risiko für Krankheiten. Pinzetten eignen sich vor allem bei kleinen Zecken nur bedingt, da das Tier damit leicht zerquetscht wird. Dies kann etwaige Borreliose-Erreger in die Wunde befördern. Die Zecke kannst du selbst mit** Zeckenhaken, einer Zeckenschlinge oder Zeckenzange herausziehen.

3 Zecken-Mythen, die gefährlich werden können

  1. Zecken mit Öl betäuben: Vor dem Herausziehen die Zecke mit Öl betäuben? Keine gute Idee, denn je nach Öl übergibt sich oder erstickt die Zecke und schüttet dabei Krankheitserreger aus.
  2. Zecken fallen von Bäumen: Zecken gehören zwar biologisch betrachtet zu den Spinnentieren, doch von Bäumen abseilen können sie sich nicht. Sie lauern im kniehohen Gras oder auf Ästen.
  3. Nach dem Impfen können mir Zecken nichts anhaben: Du kannst dich zwar gegen FSME impfen lassen, nicht aber gegen Borreliose. Deshalb solltest du dich trotz Impfung nach jedem Waldspaziergang auf Zecken absuchen und andere Maßnahmen zum Schutz vor Zecken ergreifen.
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