Rewe und Penny gehen beim Tierschutz voran

Ferkel
Foto: "Pig" von Nick Saltmarsh unter CC-BY-2.0

Die Verantwortung der großen Supermarktketten für das Tierwohl ist enorm. Daher sind die aktuellen Initiativen von Rewe und Penny besonders erfreulich. Sie werden viel Tierleid verhindern und sind trotzdem nur ein kleiner Schritt zu einer artgerechteren Haltung.

Rewe kündigte letzte Woche an, dass seine Eigenmarken ab 2017 kein Frischfleisch von betäubungslos kastrierten Schweinen mehr verkaufen werden. Laut Rewe werden derzeit jedes Jahr in Deutschland etwa 20 Millionen männliche Ferkel bereits wenige Tage nach nach ihrer Geburt ohne Betäubung kastriert. Die extrem schmerzhafte Praxis dient lediglich dazu, den unangenehmen Ebergeruch zu verhindern. Das passe „einfach nicht mehr in die heutige Zeit“, hieß es bei Rewe.

Auch Aldi Nord und Süd wollen die betäubungslose Kastration bei ihren Lieferanten ab 2017 nicht mehr zulassen. Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet das Verfahren ab 2019 für die gesamte Branche.

Penny-Hühner dürfen ihre Schnäbel behalten

Ab kommendem Jahr räumt die Lebensmittelbranche noch mit einer weiteren fragwürdigen Praxis auf: dem Schnabelkürzen bei Legehennen. Das hatte die Geflügelwirtschaft in einer freiwilligen Vereinbarung mit dem Landwirtschaftsministerium beschlossen. Auch das Schnabelkürzen wird als schmerzhaft für die Tiere kritisiert. Es soll Kannibalismus unter den Hühnern verhindern.

Seit Anfang Februar verkauft Penny bereits in sämtlichen Filialen Eier aus Bodenhaltung von Hennen mit intakten Schnäbeln. Marius Tünte, Pressesprecher des Deutschen Tierschutzbundes, appelliert daher an die gesamte Branche, „dem Weg von Penny zu folgen und ebenfalls bundesweit solche Eier zu listen“. Der Verzicht auf Schnabelkürzen sei allein aber noch keine nachhaltige Lösung: Es sei jetzt wichtig, die Haltung insgesamt tiergerechter zu gestalten.

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