Fünf Buchtipps für mehr Tierwohl und weniger Fleischkonsum

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Massentierhaltung, Essverhalten und vegetarische Ernährung – diese Bücher decken die Missstände der Fleischindustrie auf und regen zu einem bewussterem Umgang mit unserem Essen an.

Unwürdige Massentierhandlung, Gammelfleisch, Überzüchtung und übertriebener Einsatz von Medikamenten und Chemie – ständig werden neue Skandale in der Lebensmittelindustrie aufgedeckt. Die Empörung ist meist groß. Doch um auch etwas daran zu ändern, ist es wichtig, sich auch mit dem Thema auseinander zu setzen und sich zu informieren. Diese von Ecobookstore empfohlenen Bücher beschäftigen sich mit Fleischkonsum, Fleischverzicht und den Verhältnissen in der deutschen Landwirtschaft:

„Sauerei!“

Jonathan Safran Foer "Tiere essen"

Bauer Willi Kremer-Schillings gibt in seiner polarisierenden Streitschrift der wegen Pestiziden, Überdüngung, steigender Preise, Monokulturen und Massentierhaltung stark in die Kritik geratenen Landwirtschaft eine Stimme. Er berichtet als „Bauer aus Leidenschaft und Wutbürger aus Vernunft“ über Lebensmittelskandale, EU-Subventionen und Massentierhaltung. Humorvoll, pointiert und kritisch beschreibt Bauer Willi die Welt aus seiner Sicht. Es geht dabei um Vorurteile, gesundes Essen, Wirtschaftlichkeit und faire Preise.

Da die Wege für Lebensmittel vom Bauern bis zum Endverbraucher immer länger und damit unübersichtlicher werden, wendet sich der Autor mit seinem Buch direkt an den Verbraucher. Er vermittelt, was den Beruf des Landwirts ausmacht und wie der Verbraucher durch sein Konsumverhalten Einfluss auf den Lebensmittelmarkt nehmen kann. So richtet er sich an den mündigen Bürger und bemerkt: „Wer ein Hähnchen für 2,79 Euro kauft, gibt an der Supermarktkasse das Recht ab, sich über Massentierhaltung zu beschweren.“ Der Verbraucher soll sich nicht angegriffen fühlen, sondern dazu angeregt werden, bewusstere Kaufentscheidungen treffen.

Piper Verlag, 329 Seiten, 14,99 Euro:
Kaufen bei Ecobookstore: Willi Kremer-Schillings: Sauerei! Bauer Willi über billiges Essen und unsere Macht als Verbraucher

„Die Wegwerfkuh.“

Tanja Busse: Die Wegwerfkuh

Tanja Busse polarisiert mit „Die Wegwerfkuh“ mindestens ebenso wie Bauer Willi – allerdings vertritt sie damit die Gegenseite. In ihrem Plädoyer für eine nachhaltige Landwirtschaft kreidet sie die Missstände der Agrarindustrie an, die für sie vor allem eines ist: Verschwendungs- und Vernichtungswirtschaft. Die deutsche Landwirtschaft produziert immer mehr Milch, Eier und Fleisch in immer kürzerer Zeit. Dies führt dazu, dass die in Großbetrieben gehaltenen Tiere unter den unwürdigen Bedingungen leben und leiden, produzieren und unnatürlich früh sterben müssen.

Es geht der Autorin nicht um die Diffamierung der Bauern, sondern um einen Fehler im System. Die meisten Bauern sind nämlich gar nicht mehr in der Lage autonom zu handeln, sondern abhängig von Großkonzernen, die die Marktpreise bestimmen. Die Bauern sind währenddessen für die Stallkosten und Aufzucht der Tiere verantwortlich. Häufig sind sie verschuldet, was ihren Handlungs- und Selbstbestimmungsspielraum weiter schmälert. Nach ihrer Kritik der industriellen Tierhaltung und ihrer in einer engagiert erzählten Geschichte zusammengefassten Recherche zeigt Tanja Busse Ansätze und Lösungen für eine nachhaltigere Landwirtschaft auf.

Blessing Karl Verlag, 287 Seiten, 16,99 Euro:
Kaufen bei Ecobookstore: Tanja Busse: Die Wegwerfkuh. Wie unsere Landwirtschaft Tiere verheizt, Bauern ruiniert, Ressourcen verschwendet 

„Tiere essen“

Jonathan Safran Foer "Tiere essen"

Jonathan Safran Foers „Tiere essen“ ist vor wenigen Jahren erschienen, gilt aber bereits als Klassiker im Bereich Essverhalten und Umgang mit Tieren. Der für seine Romane „Extrem laut und unglaublich nah“ und „Alles ist erleuchtet“ bekannte Autor, stürzte sich für dieses Sachbuch mit Leib und Seele in die Recherche, um konkrete Fakten zu Tierhaltung und Fleischkonsum zu erhalten. Dafür brach er nachts in Tierfarmen ein, beschäftigte sich mit einschlägigen Studien und sprach mit zahlreichen Experten über der Frage, was Essen für den Menschen bedeutet.

Das Buch, das für viel Aufmerksamkeit und Diskussionsstoff sorgte, ist vor allem eines: ein Plädoyer für mehr Verantwortungsbewusstsein. Ziel ist es nicht zu missionieren, sondern aufzuklären. Dabei werden die Gräuel der Massentierhaltung und die Tötung von Tieren am Fließband wie auch die fatalen Folgen für die Umwelt beschrieben.

Obwohl Jonathan Safran Foer nicht unbedingt zum Vegetarismus bekehren möchte, regt er mit „Tiere essen“ unweigerlich zum Nachdenken über unsere Essgewohnheiten an. Wer sich nicht ohnehin schon fleischlos ernährt, wird nach der Lektüre dieses Buches sicherlich die Art seiner Ernährung überdenken.

Fischer Taschenbuch, 566 Seiten, 12,00 Euro:
Kaufen bei Ecobookstore: Jonathan Safran Foer „Tiere essen“ 

„Winnifred. Kein vegetarischer Roman“

Mika Moretti: Winnifred

In diesem Roman für Kinder und Erwachsene kommt das Schweinchen Winnifred zu Wort und beschreibt die Intensivmast aus einem ganz anderen Blickwinkel. Das kleine Ferkel beschreibt seinen Alltag im engen und eingepferchten Stall mit seinen „Mitbewohnern“. Man fragt sich, warum „das“ Bauer so dicke Schweine will. Es sperrt die Schweine in einem kleinen, engen Stall ein, füttert und wiegt sie. Grüne Wiesen und ein artgerechtes Leben lernt Winnifred nur in seinen Träumen kennen.

Mika Moretti bereitet in diesem gut recherchierten und einfühlsam erzählten Roman ein ernstes Thema auf, mit Respekt behandelt, aber auch mit überraschenden und lustigen Einfällen. Die Geschichte von Winnifred, seiner Muttersau und den vielen Geschwistern eignet sich gut zum Vorlesen in der Familie und sorgt trotz des ernsten Gehalts für so manches Schmunzeln.

Die Autorin will dem Leser sein Schnitzel keineswegs vermiesen. Aber mit Winnifred verleiht sie dem eingeschweißten Speck vom Discounter eine Stimme und legt dem Leser nahe, bewusster Fleisch zu essen und wenn, dann das freilaufende Schwein vom Biometzger zu verzehren.

Tredition, 152 Seiten, 10,90 Euro:
Kaufen bei Ecobookstore: Mika Moretti: Winnifred 

„365 x vegane und vegetarische Blitzküche“

Cover_365xVegane und vegetarische Blitzküche

Wer sich fleischlos ernährt, möchte in der Regel Tier und Umwelt schonen, aber auch gesund und bewusst leben. Der Genuss sollte dabei keinesfalls zu kurz kommen. Stundenlanges Kochen empfinden viele Menschen als anstrengend und zeitraubend. In diesem Kochbuch sind schnelle und leicht nachzumachende Rezepte für jeden Tag zusammengefasst und reichen vom Frühstück über Smoothies und Mittagssnacks bis zum mehrgängigen Abendmenü.

Heide Steigenberger geht in ihrem Kochbuch auf alle erdenklichen Bedürfnisse ein, berücksichtigt nicht nur regionale und saisonale Produkte, sondern zeigt auch, wie man Leckeres aus Obst- und Gemüseresten zubereiten kann. Mit den ausgewählten Gerichten legt sie großen Wert auf eine ausgewogene, Vitamin- und nährstoffreiche Ernährung, die auch für Familien und Kinder geeignet ist.

Knipp, 247 Seiten, 19,99 Euro:
Kaufen bei Ecobookstore: Heide Steigenberger: 365 x vegane und vegetarische Blitzküche

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(1) Kommentar

  1. Sehr empfehlen kann ich auch „Anständig essen“ von Karen Duve.
    Sie testet in diesem Buch die vegetarische, vegane und frutarische Ernährungsform und berichtet von ihren Erfahrungen. Auch sehr gut recherchiert!

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