Ist es moralisch vertretbar Fleisch zu essen – und wenn ja welches?

Bild: Goldmann Verlag

Richard David Prechts neues Buch „Tiere denken“ ist ein Appell an uns alle, mutig zu sein und unseren Konsum zu überdenken.

Einige Jahre bevor Richard David Precht mit „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ bekannt geworen ist, hat er bereits ein Buch über Tierrechte geschrieben. „Noahs Erbe“ erschien im Jahr 2000. Heute, 16 Jahre später, hat sich einiges verändert, wie der Philosoph in „Tiere denken“ schildert: Noch in den 90ern galt das Wort „vegan“ als „etwas höchst obskures, das von blutleeren Bio-Vampiren betrieben wurde“, heute gibt es in Deutschland 900.000 Veganer.

Anderseits haben wir in Westeuropa heute mehr Massentierhaltung und mehr industrielles Tierleid als je zuvor:

Noch nie war die Kluft so groß, die das, was Menschen im Umgang mit Tieren für richtig halten, und das, was tatsächlich praktiziert wird, voneinander trennt.“

Precht behandelt in seinem  Buch unsere Beziehung zu Tieren im Ganzen: Wie grenzen wir uns von ihnen (biologisch) ab? Wie sehen wir Tiere (und wie haben wir sie früher gesehen)? Wie gehen wir mit Tieren um? Letztere Frage ist für viele Leser vermutlich die interessanteste. Weil sie unmittelbar am Alltag anknüpft, vor allem wenn man sie auf unseren Konsum zuspitzt: Dürfen wir Tiere essen? Wer sich als aufgeklärten und selbstbestimmten Bürger ernst nimmt, sollte sich diese Frage unbedingt stellen und für sich selbst beantworten. Zur Teilfrage, welches Fleisch wir essen dürfen liefert Precht übrigens selbst überraschende Antworten.

Bei all dem geht es Precht nicht nur um Tiere und Menschen. Der Umgang mit Tieren – vor allem der Fleischkonsum – hat global solch immense Auswirkungen, dass er eine der entscheidenden Zukunftsfragen der Menschheit ist. Etwa zehn Milliarden Menschen werden wir voraussichtlich im Jahre 2050 sein. Wie wollen wir dann leben und wie können wir uns ernähren?

Precht versucht all denen Mut zu machen, die pessimistisch in die Zukunft sehen, und meinen, sie könnten mit ihrem Verhalten ja doch nichts ändern:

„Für mutige und beherzte Menschen aber gibt es keine Alternative zur Hoffnung. Immerhin durchläuft nach Arthur Schopenhauer jedes Problem bis zu seiner Anerkennung drei Stufen. Zuerst wird es kaum beachtet oder lächerlich gemacht. Als nächstes wird es bekämpft. Und zuletzt gilt es als selbstverständlich.“

Tiere denken von Richard David PrechtTIERE DENKEN
Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen

Goldmann Verlag 2016, 509 S., 22,99 Euro (oder als Taschenbuch für 12 Euro)

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(4) Kommentare

  1. Der „Star“ Kolumnist & Buch Herausgeber hat natürlich recht ,so unter etwa nach dem Motto :“ Tiere sind meine Freunde ,ich esse nicht meine Freunde „! Ich „bescheide“ mich da auch ,aber nicht konsequent genug !Auch seit „Adam & Eva“ ,wird Fleisch konsumiert ,trotzdem denke & „fühle“ ich ,es sollte deutlich weniger sein !Mir „Widersprüchen“ leben ?!?

  2. Adam und Eva haben Fleisch gegessen? Heisst das es gab sie wirklich 🙂
    Fakt ist, Fleischverzicht würde uns in jeder Hinsicht gesundheitlich viel bringen,
    Kein Bluthochdruck, kein verseuchtes Grundwasser,geringere Gefahr an Krebs zu erkranken (bei rotem Fleischverzehr)usw,usw. Das Klima würde es uns auch danken.