Test Wanderrucksack: der günstige Rucksack ist oft giftig

Rucksack
Foto: "m01229" von VSGarrett unter CC-BY 2.0

Ein guter Rucksack muss nicht unbedingt teuer sein. Das zeigt ein aktueller Test des Magazins Öko-Test. Einige der besonders günstigen Wanderrucksäcke enthalten allerdings bedenkliche Inhaltsstoffe.

Öko-Test hat die Wanderrucksäcke bekannter Marken in der Praxis erproben und im Labor untersuchen lassen. Ein vernünftiger Rucksack ist demnach oft schon für unter 90 Euro zu haben. Was von den getesteten Rucksäcken preislich aber darunter liegt, erwies sich entweder als unpraktisch oder war mit problematischen Inhaltsstoffen belastet.

Kein Rucksack ist „sehr gut“

Wanderrucksack Osprey Stratos 26: gut - andere Rucksäcke waren viel schlechter
Wanderrucksack Osprey Stratos 26: gut (Foto: Osprey)

Vollends überzeugen konnte im Labortest kein überprüfter Wanderrucksack. So wurden im Rucksack von Jack Wolfskin, Tatonka und McKinkley zum Beispiel halogenorganische Verbindungen gefunden. Diese Stoffe gelten gemeinhin als umwelt- und gesundheitsschädigend. Die Rucksäcke von Salewa, Osprey und Vaude enthielten Blei.

In den besonders schlecht bewerteten Rucksäcken von Quechua und Salewa fanden sich polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Einige dieser Stoffe sind laut Öko-Test krebserregend. Im untersuchten Rucksack OCK Tour wurden neben Blei auch der unter Krebsverdacht stehende Farbstoffbestandteil Anilin sowie chlorierte Verbindungen nachgewiesen.

Wanderrucksäcke im Test

Das Öko-Magazin prüfte zehn Wanderrucksäcke mit einem Fassungsvermögen von 24 bis 30 Litern. Alle Rucksack-Modelle wurden in einem Test auf ihre Belastbarkeit, Handhabung und den Tragekomfort geprüft. Die Rucksäcke wurden zudem durch eine Schadstoffprüfung bei anerkannten Fachlaboren geschickt.

Rucksack Preis Inhaltsstoffe Praxistest
Deuter ACT Trail 94,94 Euro ausreichend sehr gut
Jack Wolfskin Rambler 89,95 Euro gut gut
Mammut Creon Element 85,99 Euro befriedigend gut
Osprey Stratos 100 Euro gut gut
Vaude Brenta 89,95 Euro gut befriedigend
Tatonka Storm 79,90 Euro gut befriedigend
Mc Kinley Wander-Rucksack Falcon 49,95 Euro befriedigend ausreichend
Quecha Forclaz 39,90 Euro ungenügend befriedigend
Salewa Crest 89,95 Euro ausreichend befriedigend
OCK Tour 29,95 Euro ungenügend ausreichend
Öko-Test Mai 2015: Wanderrucksäcke
Öko-Test Mai 2015 (Cover: Öko-Test)

Den Beitrag zum Thema Rucksack findest du in Öko-Test, Mai 2015:

Wie groß sollten Rucksäcke sein?

Öko-Test hat Stefan Winter, Ressortleiter für Breitenbergsport und Sicherheitsforschung beim Deutschen Alpenverein, nach dem richtigen Modell für eintägige Wandertouren gefragt: „Für Tagestouren sind Modelle mit 15 bis 30 Liter Volumen und einem Netzrücken, der für eine optimale Belüftung am Rücken sorgt, empfehlenswert.“

Rucksäcke sollten einfach und unkompliziert sein, ein Hauptfach und eventuell ein Deckelfach haben. Ein Hüftgurt nehme bereits bei kleineren Modellen etwas Gewicht von den Schultern. Der Ausrüstungsexperte erklärte dem Magazin: „Schwere Dinge packt man nah am Körper und möglichst hoch in den Rucksack. Sechs bis maximal acht Kilogramm Gepäck reichen für eine Tageswanderung aus. Jedes Kilo mehr schmälert die Freude am Laufen.“

Für Hüttentouren oder den Wochenendtrip bietet sich laut Öko-Test ein Wanderrucksack mit 30 bis 50 Litern an, denn hier müssen auch ein Waschbeutel, ein Hüttenschlafsack sowie Wechselklamotten Platz finden. Solche Rucksack-Modelle haben ein Hauptfach, das zweigeteilt ist: ein oberes Fach, das von oben zugänglich ist sowie ein unteres Fach, das frontal über einen Reißverschluss geöffnet werden kann. Ab diesem Volumen gehört auch ein ordentlicher, gepolsterter Hüftgurt zur Ausstattung. 50 bis 70 Liter sind für eine mehrwöchige Tour nötig oder wenn der Nachwuchs zur Reise mit aufbricht.

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